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TU Berlin

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Hochschulpolitik

Das neue Präsidium im Porträt: Vielseitig interessiert

Mittwoch, 16. April 2014

Immer nur eine Sache zu tun ist Christine Ahrend zu wenig

Lupe

Kunstgeschichte, Maschinenbau, Gemälderestauration oder Verfahrenstechnik – zwischen ungefähr diesen Polen bewegten sich (und bewegen sich noch) die Interessen von Prof. Dr. Christine Ahrend, als sie sich für ein Studium entscheiden wollte. Eine Themenvielfalt, die sich durch ihr ganzes Leben zieht, und eine Lebenseinstellung, die sie nicht zuletzt auch bewogen hat, sich als Vizepräsidentin für das Präsidium der TU Berlin aufstellen zu lassen. Immer nur eine Sache zu tun, das ist ihr zu wenig.

„Bei der Studienwahl waren dann auch praktische Erwägungen wichtig: Ich wollte einen Job, mit guten Berufsaussichten.“ So wählte sie, nach einem kurzen Umweg über den Maschinenbau, die Landschaftsplanung. „In den zwei Semestern Maschinenbau-Studium ging es mir zu sehr darum, auswendig zu lernen, wie man etwas genau berechnet – und nicht, warum“, so die heutige Professorin für Integrierte Verkehrsplanung an der TU Berlin. Für das neue Studium kam die gebürtige Braunschweigerin nach Berlin – „Ich wollte unbedingt an einer technischen Universität bleiben” – und war zugleich geschockt und begeistert. „Geschockt war ich von der Größe, den Proportionen, der Geschwindigkeit der Menschen und den vielen Möglichkeiten, die es hier gab, und begeistert war ich eigentlich von den gleichen Dingen. Das Studium hatte unglaublich vielfältige Facetten von der Verkehrsplanung, Bodenkunde, Biologie, Gewässerkunde, Ökonomie bis zur Landschaftsarchitektur, immer mit einem theoretischen und einem praktischen Teil – das hat mich sehr angesprochen. Und die vielen Gestaltungsmöglichkeiten, die Berlin mir als „Kleinstädterin“ bot, fand ich überwältigend. Für mich war der Umzug nach Berlin eine der wichtigsten Gabelungen in meinem Leben.“

Die Studienzeit hat sie in bester Erinnerung – und natürlich hat sie die Zeit neben dem Studium auch vielfältig genutzt: „Als junge Frau habe ich extrem viel Sport getrieben, rhythmische Gymnastik, Segeln und Ski-Langlauf, daneben war ich im Frauen-ASTA der TU Berlin aktiv, sowie in der damals existierenden Gruppe der feministischen Planerinnen und Architektinnen.“ Von den sportlichen Aktivitäten konnte sie nur die Leidenschaft für das Segeln in das anspruchsvolle Berufsleben „hinüberretten“. „Es gibt nichts, was mich so gut und so schnell entspannt wie Segeln – am liebsten zusammen mit meinem Mann. Ich arbeite auch gerne im Garten, aber” – ein schneller Blick in den eigenen Garten – „wenn ich mir das so ansehe, kann ich das nicht mehr ehrlich von mir behaupten.“ Sie ist fest entschlossen, auch als Vizepräsidentin noch Zeit zum Segeln zu finden – schon im Interesse meiner Umgebung und meiner Arbeit“.

Nach dem Studium boten sich ihr verschiedene Möglichkeiten: „Ich bekam die Chance, auf einer Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Verkehrswesen-Seminar zu promovieren. Gleichzeitig hatte ich jedoch während meines Studiums schon jede Gelegenheit genutzt, in Landschaftsplanungsbüros zu arbeiten, und hatte parallel ein Angebot, als Berliner Vertreterin eines solchen Büros tätig zu werden.“ Für Christine Ahrend war die Sache klar: Sie machte beides. „Allerdings musste ich nach ungefähr einem Jahr einsehen, dass ich so mit der Promotion nicht vorankam – da hatte mich das Thema aber schon so gepackt, dass ich die Selbstständigkeit nach und nach aufgegeben habe.“ Von der Uni ging es in die Zukunftsforschung, zuerst bei DaimlerChrysler und dann zu VW. „Damals war ich sehr positiv überrascht über die Offenheit und das Interesse, mit denen in der Industrie Zukunftsforschung betrieben wird.“ Seit Oktober 2007 ist sie wieder an der TU Berlin und forscht als Professorin am Institut für Land- und Seeverkehr zur Zukunft der Elektromobilität und zu Mobilitätsstrategien – um sogleich zu gestehen: „dass ich selber zurzeit fast immer mit dem Auto fahre. Ich habe mir aber vorgenommen, meine eigene Mobilitätsstrategie zu überprüfen, wenn ich im Hauptgebäude sitze und die U-Bahn direkt vor der Nase habe.“

Ab dem 1. April macht Christine Ahrend mal wieder etwas Neues. Als Vizepräsidentin der TU Berlin ist sie zuständig für Forschung, Nachwuchsförderung und Berufung. Warum sie glaubt, dass der Job ihr liegt? „Zum Beispiel, weil ich durch meinen Werdegang weiß, was Transdisziplinarität wirklich bedeutet, und glaube, dass in diesem Bereich noch viel Potenzial in der TU Berlin schlummert.“ Kommt nach der Vizepräsidentschaft noch mal etwas ganz anderes? „Also komplett aussteigen, um etwa Schafe zu züchten, da sehe ich mich nicht. Aber noch mal neue Wege innerhalb meines Berufsfeldes gehen – immer!“

Katharina Jung "TU intern" April 2014

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