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Hochschulpolitik

Das neue Präsidium im Porträt: Mit ganzer Schaffenskraft

Mittwoch, 16. April 2014

Christian Thomsen will als neuer Präsident Flexibilität zeigen und Vertrauen schaffen

Lupe [1]

Nicht zum ersten Mal steuert er ein Schiff sicher durch stürmische See. Doch diesmal ist es anders für den passionierten Segler Christian Thomsen. Seit dem 1. April manövriert er als Kapitän einen Riesentanker: die TU Berlin, für deren Geschicke er als Präsident nun verantwortlich ist. Für seine geliebte Forschung wird der renommierte und überdurchschnittlich viel zitierte Physiker dagegen in seinem neuen Job wenig Zeit haben.

„Als Präsident werde ich mich in meiner eigenen Forschung kaum engagieren. Das habe ich für mich entschieden und das ist mir durchaus schwergefallen“, erzählt Christian Thomsen. „Doch wer nicht bereit ist, diesen hohen Preis zu zahlen, läuft Gefahr, beide Tätigkeiten schlecht zu machen – und ich will mich der neuen Aufgabe mit meiner ganzen Schaffenskraft widmen.“ So hat der Professor seine Kollegin Prof. Dr. Janina Maultzsch gewonnen, einen Teil seiner Arbeitsgruppe zu übernehmen und ihn zusammen mit dem Akademischen Direktor Prof. Dr. Axel Hoffmann zu vertreten. „Auf die beiden kann ich mich verlassen, wenn ich nicht mehr so oft in der Physik bin.“

Gleichwohl werden die Rätsel der Nanotechnik, an der er forscht, nicht vollständig aus seinem Leben verschwinden. Seine Lebenspartnerin Stephanie Reich ist ebenfalls Physik-Professorin. Die Experimentalphysikerin der Freien Universität Berlin und TU-Alumna hat einige Jahre in den USA am MIT geforscht. Gemeinsam mit Janina Maultzsch haben sie unter anderem ein Standardwerk zur Nanophysik publiziert. Sind physikalische Probleme also oft Thema am Abendbrottisch? Christian Thomsen lacht: „Gelegentlich schon, aber unsere beiden kleinen Kinder sorgen dafür, dass es an unserem Abendbrottisch eher weltlich zugeht!“ Der turbulente Familienalltag ist für den Vater von vier Kindern – zwei sind mittlerweile erwachsen – eine sehr wichtige Facette seines Lebens. Er wünscht sich, auch zukünftig die Kleinen, sooft es geht, selbst von der Kita abholen zu können. So räumt er den Begriffen „Work-Life-Balance“ und „Familiengerechte Hochschule“ einen hohen Stellenwert ein. Denn auch seine jahrelange Erfahrung als Dekan der großen Fakultät II Mathematik und Naturwissenschaften, als Chef einer vielköpfigen Arbeitsgruppe sowie als Vizepräsident hat ihn gelehrt: „Die Bereitschaft, als Führungskraft der Lebensgestaltung des Einzelnen Raum zu geben, Flexibilität zu zeigen, zahlt sich am Ende positiv aus, denn sie wird typischerweise mit hohem Engagement vergolten. Davon profitieren letztlich alle Beteiligten.“

Es verwundert daher nicht, dass die Prinzipien Partizipation und Vertrauen sich als roter Faden durch sein präsidiales Programm für die TU Berlin ziehen. „Ich möchte Misstrauen abbauen, denn wir alle, Forschende, Beschäftigte und Studierende, haben ein gemeinsames Ziel: gute Forschung und gute Lehre“, erklärt der neue Präsident. Dazu brauche es das Vertrauen, dass Anliegen ernst genommen und kompetent bearbeitet werden. Aktivitäten zur Stärkung des Gemeinsinns und der Mut, Verantwortung zu delegieren, seien der Weg dahin. „Das schafft Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und spornt zu Leistung an, ohne krank zu machen.“ Intensive Personalentwicklung, professionelles Konfliktmanagement und auch das große universitätsweite Projekt „Campusmanagementsystem“ seien hier voranzutreiben.

Als engagiertem Hochschullehrer bereitet ihm das Auslagern des Lernens aus der Uni durch die Online-Lehre, MOOCs (Massive Open Online Courses) und Online-Laborexperimente Sorgen. „Die neuen Lehrformen sind praktikabel, notwendig und aus unserer digitalisierten Welt nicht mehr wegzudenken. Doch es fehlen Anreize für Studierende, an die Uni zu kommen. Unsere Aufgabe wird es künftig nicht mehr sein, Fakten zu vermitteln, sondern den Menschen das Lernen beizubringen und dafür neue interaktive Lehrformen zu entwickeln.“

Und auch an anderer Stelle sieht der neue Steuermann Nachholbedarf auf seinem Schiff, das er auf den internationalen Weltmeeren sichtbarer machen will: Mehr Beschäftigte mit Migrationshintergrund, etwa dem gesellschaftlichen Anteil entsprechend, würden auch der TU-Verwaltung gut zu Gesicht stehen. Eine wichtige Erfahrung hat er schon in jungen Jahren als Wissenschaftler in den USA gemacht: „Hohe Leistung in Forschung, Lehre und in der Verwaltung ist unabhängig von der ethnischen Herkunft.“

Mehr über Christian Thomsen unter:

www.mehr-aus-der-tu-machen.de [2]

Patricia Pätzold "TU intern" April 2014

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