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Digitale Auferstehung

Freitag, 17. Juni 2016

Thekla Schulz-Brize plant, die von den Nationalsozialisten zerstörten Synagogen in Berlin und Brandenburg virtuell zu rekonstruieren

Thekla Schulz-Brize widmet sich mit ihrem Fachgebiet Historische Bauforschung der digitalen Rekonstruktion zerstörter Bauten
Lupe

In nur einer Nacht wurde die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Regensburg zerstört. „Es brauchte jedoch insgesamt ein ganzes Jahr, um den Bau wieder zu rekonstruieren – als digitale Visualisierung“, erzählt Prof. Dr. Thekla Schulz-Brize, neu berufene Professorin für das Fachgebiet Historische Bauforschung. Entstanden ist ein vierminütiger Film, der in 3D zeigt, wie die Synagoge einmal aussah. Die Digitalisierung macht es möglich, die Synagoge aus den unterschiedlichsten Perspektiven – außen und innen – zu zeigen. Details wie die Emporen, der Thoraschrein und die Orgel rücken dabei ins Blickfeld.

Ebenso wurde die Synagoge in Sulzbach-Rosenberg von Regensburger Studierenden visualisiert. Bei beiden Synagogen wurde der Lichteinfall simuliert und auch die Leuchter wurden „nachgebaut“.

Diese zwei Filme sind Ergebnisse von studentischen Arbeiten, die Prof. Dr. Thekla Schulz-Brize von ihrem vorherigen Arbeitsort, der Technischen Hochschule Regensburg, mitgebracht hat. In Berlin schwebt ihr vor, diese Arbeiten fortzusetzen und die im Dritten Reich von den Nationalsozialisten vernichteten Berliner und Brandenburger Synagogen zu visualisieren. „Die Digitalisierung macht es möglich, unwiderruflich Zerstörtes – so wie es einmal gewesen ist – in der Erinnerung zu bewahren“, sagt Prof. Dr. Thekla Schulz-Brize. Entwurfspläne, die von den Synagogen meistens noch vorhanden sind, und Fotos bilden die Basis für die digitale Visualisierung, die anders als ein Plan oder ein Foto den Vorteil hat, einen räumlichen Eindruck entstehen zu lassen.

Mit der Methode der digitalen Visualisierung ist Thekla Schulz-Brize auch in das soeben bewilligte DFG-Graduiertenkolleg „Identität und Erbe“ eingebunden, dessen Sprecherhochschule die TU Berlin ist (siehe auch Seite 1).

Diese Methode nutzt sie aber auch für ihr zweites Gebiet, ihre Forschungen zu griechischen und römischen Tempeln im westlichen Mittelmeerraum. „Wir haben zum Beispiel mit Hilfe der Digitalisierung veranschaulichen können, wie die Tempel gebaut worden sind – Stein für Stein, Arbeitsschritt für Arbeitsschritt.“

Dazu bedarf es Hochleistungsrechner, die aus den Unmengen von Daten sozusagen in Tag- und Nachtarbeit Bilder entstehen lassen. „Im Zuge meiner Berufung sind mir diese Mittel zur Anschaffung solcher Rechner zugesichert worden. Die Arbeit kann also beginnen“, so Prof. Dr. Thekla Schulz-Brize.

Sybille Nitsche "TU intern" Juni 2016

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