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Steine der Erinnerung

Mittwoch, 25. Mai 2016

TU-Mitglieder setzen sich für die Verlegung von Stolpersteinen in Charlottenburg ein

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In Berlin wurden in den letzten, wenigen Jahren mehr als 6000 Stolpersteine verlegt. Es sind Erinnerungen an meist jüdische Menschen, die einst mitten in Berlin lebten und die dem Nazi-Regime zum Opfer fielen. Zum Beispiel Günter Fuchs, für den und vier weitere Familienmitglieder in der Meinekestraße in Charlottenburg fünf Stolpersteine verlegt wurden. Mehrjährige Recherchen des Gaststudenten Michael Dimitrijevic, der an einem Seminar von Dr. Carina Baganz über die Geschichte der TH Berlin am Zentrum für Antisemitismusforschung teilgenommen hatte, führten schließlich zu dieser Veranstaltung, an der auch Vertreterinnen und Vertreter des AStA der TU Berlin teilnahmen, die Rosen niederlegten. Der Maschinenbaustudent Günter Fuchs war 1938 vom Studium ausgeschlossen worden. Er gehörte zu den 20 an der TH studierenden „reichsdeutschen Volljuden“, denen der TH-Rektor Ernst Storm, ein überzeugter Nationalsozialist und SA-Sturmbannführer, wie ihn die Historikerin Dr. Carina Baganz charakterisierte, den Zugang verwehrte. Günter Fuchs selbst, sein Vater und die Ehefrau Grete überlebten die Verschleppung nach Theresienstadt 1943 nicht.

„Sie waren unsere Nachbarn“ heißt ein Verein, der im April 2016 eine weitere Stolperstein-Verlegung organisierte, an der TU-Mitglieder beteiligt waren. „Diese Stolperstein-Verlegungen sind kleine, aber bemerkenswerte Veranstaltungen, die bei den Israelis hoch geschätzt werden“, sagt Prof. Dr. Dieter Bimberg, bis Ende 2015 Leiter des Nanophotonik-Zentrums der TU Berlin, der seinen Wissenschaftskollegen und Freund Prof. Dr. Gadi Eisenstein vom Technion Haifa zur Veranstaltung an der Dortmunder Straße 3 in Moabit begleitete. Dessen Familie, Familie Gottfeld, hatte bis 1933 dort gelebt. Emma, Sally und ihre fünf Kinder waren alle in Moabit geboren. Nachdem der Vater von der SA inhaftiert und gefoltert worden war, konnte er für seine Familie die Auswanderung nach Palästina organisieren, was der Familie das Leben rettete. Von den Kindern leben heute noch zwei, darunter Ingrid Eisenstein, die Mutter von Gadi Eisenstein, die mit ihren 88 Jahren an der Veranstaltung teilnehmen konnte (Foto Mitte, mit Gadi Eisenstein), zusammen mit 20 weiteren Verwandten aus aller Welt. Gadi Eisenstein vom Russell Berrie Nanotechnology Institute am Technion Haifa ist schon lange mit dem Nanophotonik-Zentrum der TU Berlin verbunden. Zuletzt hatte er im April 2016 zusammen mit Dieter Bimberg in Haifa das dritte Symposium on Green Photonics veranstaltet und dazu führende Vertreter von Industrie und Wissenschaft aus den USA, Asien und Europa eingeladen.

Unterstützt wurde die Veranstaltung auch von der Deutschen Technion Gesellschaft und der Reinhard-Frank-Stiftung.

Patricia Pätzold

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