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TU Berlin

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Innenansichten

Aufbruch in der City West

Freitag, 22. April 2016

35 Millionen Euro bewilligt: Auf dem TU-Zentralcampus entsteht ein Forschungsneubau für ein Interdisziplinäres Zentrum für Modellierung und Simulation

Jahrelang haben die Planungen zur Erweiterung des Ostgeländes gedauert, endlich kann der Bau beginnen. Vom Dach des TU-Hochhauses warfen TU-Präsident Christian Thomsen (l.) und Martin Schwacke, Abteilungsleiter für Dienste- und Gebäudemanagement, einen Blick über den Campus und in die Pläne zur Erweiterung des Ostgeländes.
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Baubeginn 2017: das sogenannte Ostgelände zwischen Fasanenstraße, Müller-Breslau-Straße und Bahnhof Zoo. Für den Mathematik-Neubau (violett) sind 90 Millionen Euro vorgesehen, für das ­Forschungsgebäude (ocker) 35 Millionen
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Für einen baulichen Aufbruch auf dem TU-Zentralcampus werden rund 35 Millionen Euro sorgen, die der TU Berlin ab 2017 für ihr neues Interdisziplinäres Zentrum für Modellierung und Simulation (IMoS) zur Verfügung stehen. Dafür ist ein Forschungsbau vorgesehen. Das gab der Wissenschaftsrat am 18. April 2016 in seinen Empfehlungen zur Förderung von Forschungsbauten (2017) bekannt. Der Wissenschaftsrat stufte das TU-Projekt als „herausragend“ ein.

Finanziert wird das Gebäude je zur Hälfte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Land Berlin. Der Bau für das Zentrum mitten in der City West zwischen Hertzallee und Fasanenstraße wird mehr als 5200 Quadratmeter Nutzfläche umfassen. Der Antrag lief über die Förderlinie nach Artikel 91b des Grundgesetzes, nach dem Vorhaben inklusive Forschungsbauten mit überregionaler Bedeutung für Wissenschaft, Forschung und Lehre gefördert werden können.

Ressourcenknappheit, Klimawandel und die zunehmende Automatisierung erfordern heute eine ganzheitliche Betrachtung von Lebenszyklen eines Produkts. Zentrale Fragen sind dabei die Risikoabschätzung für Umwelt und Gesellschaft oder die Wiederverwertung. Nachhaltig zu beantworten sind sie nur durch mathematische Modellierung, Simulation und Optimierung. Virtuell auf Funktionalität und Design, Langzeitwirkung und Risiken untersucht werden sie von interdisziplinären Teams aus Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaften, die auch eine Optimierung des Produkts und der Prozesse simulieren. Die Teams sollen in dem neuartigen Zentrum an der TU Berlin fächerübergreifend räumlich zusammenarbeiten und so zahlreiche Hochtechnologiebereiche erforschen. Im Fokus stehen dabei die Entwicklung energieeffizienter Maschinen zur Energieumwandlung (zum Beispiel Turbinen) oder Planung und Betrieb moderner Gas-, Strom-, Verkehrs- oder Kommunikationsnetze, aber auch die Analyse und Behandlung großer Datenmengen/Big Data (zum Beispiel in medizinischen oder ökonomischen Anwendungen), die Kontrolle selbstorganisierender Systeme in der Entwicklung neuer Materialien oder in „Cyber-Physical Systems“ sowie die Geometrie und Visualisierung in Architektur und Städtebau.

Rund 1,9 Millionen Euro fließen in Forschungsgeräte wie Server, Speicher- und 3D-Systeme. Auch das 3D-Labor der TU Berlin wird sich mit seinen Visualisierungsmethoden und 3D-Technologien mit den fünf Forschungsschwerpunkten von IMoS verzahnen.

„Für die TU Berlin ist die Bewilligung ein großer Erfolg. Gelebte Interdisziplinarität wird nun eine feste Adresse an der TU Berlin bekommen und weitreichende Innovationen anstoßen. Wir schaffen damit einen idealen Forschungsort für interdisziplinäres Zusammenwirken mit kurzen Wegen mitten in der Hauptstadt“, sagt TU-Präsident Prof. Dr. Christian Thomsen. „Ich halte diese Entwicklung für besser für Berlin als den Bau eines Riesenrades auf einem Teil dieses Geländes.“

Die Bewilligung ist ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung des Ostgeländes mitten in der City West. Fast zeitgleich wird dort auch ein großer Neubau für die Mathematik errichtet werden. Insgesamt fließen 125 Millionen Euro in beide Bauprojekte. Zudem saniert die TU Berlin, gefördert vom Land Berlin, in den kommenden Jahren weitere Gebäude auf dem TU-Zentralcampus in der City West. Erweitert werden die Flächen für Start-ups am Ernst-Reuter-Platz, die Hertzallee wird umgestaltet, weitere 3,5 Millionen Euro fließen von der Wüstenrot-Stiftung in die Sanierung des großen Umlauftanks, der „Rosa Röhre“. Dies verbessere die Wettbewerbsposition der Universität entscheidend, so Christian Thomsen, verringere den Sanierungsstau von mehr als 200 Millionen Euro und schaffe ein lebendiges und attraktives Quartier in der City West.

Stefanie Terp "TU intern" April 2016

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