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Die Möglichmacher

Donnerstag, 18. Februar 2016

Wir sind TU Berlin: Ehrung 2015

Je kniffliger eine Aufgabe, umso kreativer arbeiten Maik Dettmar und Markus Schüler

Maik Dettmar (l.) und Markus Schüler haben sich nicht nur um die Deko beim Queen-Besuch verdient gemacht
Lupe

Mal müssen sie in luftiger Höhe eine komplizierte Bildaufhängung anbringen. Mal sollen sie das stocknüchterne, graue Foyer der Universitätsbibliothek in einen Sommernachtssalon verwandeln, der Behaglichkeit verströmt und zum Verweilen einlädt. Mal muss ein Weg gefunden werden, das überdimensionale Banner der englischen Königin, das anlässlich ihres Besuches an der TU Berlin im vergangenen Jahr an der Fassade des Hauptgebäudes hing, zu trocknen, damit es nicht schimmelt und die Queen im TU-Archiv auch die nächsten Jahrhunderte unbeschadet überdauert. Dann wieder sind riesige Stoffbahnen von der Uni in eine Sporthalle zu transportieren, weil nur dort die Fläche groß genug ist, um sie als Vorhänge für das Präsidentenbüro zuschneiden zu können. Und schließlich erreicht die Dekorateure Maik Dettmar (50) und Markus Schüler (48) aus dem Dienstleistungspool der TU Berlin ein Anruf, eine Bootsattrappe werde dringend für ein Foto gebraucht – ob sie nicht etwas bauen könnten?

Natürlich können sie. Zeichnungen werden angefertigt, Materialvorschläge gemacht und pünktlich zum Termin strahlt die Bootsattrappe in schönstem Weiß. Und den Transport zum TIB-Gelände in der Gustav-Meyer-Allee organisieren sie auch gleich noch mit. Ihre ausgeprägte Lust, ihr handwerkliches Können sofort zur Lösung eines Problems in die Waagschale zu werfen, ist ein entscheidender Grund, warum die zwei mit dem Preis „Wir sind TU Berlin“ ausgezeichnet wurden. Ihre Fähigkeit, schnell eine praktikable Idee parat zu haben, ist auch notwendig, denn selten sind die Vorstellungen der Wissenschaftler und anderen TU-Mitarbeiter darüber, wie ihr Anliegen umgesetzt werden könnte, umsetzbar.

Diesen Fall hatten sie unlängst, als im Eugene-Paul-Wigner-Physik-Gebäude für einen Versuchsaufbau mit einer extrem lichtempfindlichen Kamera die Dunkelheit des Labors nicht ausreichte. Eine Konstruktion musste her, die keinerlei Reflexion mehr zuließ. „Was wir uns ausgedacht hatten, war viel zu kompliziert und hätte den gewünschten Effekt nicht erzielt. Maik Dettmar und Markus Schüler haben uns dann sehr professionell beraten“, erzählt die Physikerin Ulrike Künkel. Der Versuchsaufbau sei schließlich mit einem lichtdichten Vorhang umhüllt worden und ein Raum im Raum geschaffen worden, sodass die Experimente keinerlei Störungen mehr ausgesetzt seien, so Künkel.

Maik Dettmar und Markus Schüler mögen solche kniffligen Aufgaben. Sie seien eine willkommene Abwechslung zu den manchmal weniger herausfordernden Arbeiten, die aber notwendig seien und in ihren „Beritt“ fielen, wie Stühle überziehen, Fußböden ausbessern, Jalousien reparieren, Sichtschutzfolien und Vorhänge anbringen.

Seit 2007 arbeitet Markus Schüler als Dekorateur an der Uni. Maik Dettmar kam ein Jahr später. Die Vielfalt ihrer Aufgaben auf dem Campus genießen beide sehr. Zuvor hatte Markus Schüler Fußböden verlegt und die Aussicht, dies ein Leben lang zu tun, war ihm zu einseitig. „Wir können an der Uni sehr eigenverantwortlich arbeiten, und beide ticken wir so, dass dieser Freiraum unsere Kreativität anstachelt“, sagt Markus Schüler. Schließlich habe man ja auch einen Anspruch an die eigene Arbeit. Dieser Anspruch und dieses Denken sind nun belohnt worden.

Das Einzige, was sie manchmal etwas bedauern, ist, dass das Resultat ihrer Arbeit sehr kurzlebig ist. Bei den vielen Veranstaltungen, in die sie involviert sind, muss alles rückbaubar sein. „Aber“, sagt Maik Dettmar, „auch das hat seinen Vorteil. Wir sind dadurch angeregt worden, der Kurzlebigkeit ein Schnippchen zu schlagen.“ Deshalb haben sie sich Konstruktionen ausgedacht, die mehrmals verwendbar sind: Die Bühne des Sommernachtssalons ist ein immer wieder verwendbares Modulsystem. So arbeiten sie gegen die Vergänglichkeit an und schonen auch noch Ressourcen.

Sybille Nitsche

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