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Innenansichten

„Niemals alle Rechte übertragen“

Freitag, 14. November 2014

Mit umfangreichen Dienstleistungen unterstützt der Universitätsverlag alle, die „Open Access“ veröffentlichen wollen

Dagmar Schobert
Lupe

Frau Schobert, der Universitätsverlag, den Sie seit 2013 leiten, betreibt auch einen Webshop. Was bietet er an?

Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen „Open Access“, also mit freiem Zugang, erscheinen. Aber auch der Druck von Schriftenreihen und anderen Publikationen ist nach wie vor sehr gefragt. Der Universitätsverlag kann als Service den Druck, bibliografische Nachweise, die Beantragung der ISBN-Nummer sowie den Vertrieb über Amazon oder den Buchhandel übernehmen. Kostendeckend, aber ohne Gewinnabsicht. So können wir Bibliotheken und allen anderen Lesern sehr preisgünstig eine Printversion zur Verfügung stellen. Diese Bücher verkaufen sich gut, denn wer druckt sich ein „Open Access“ erschienenes Werk aus, wenn er es fast genauso günstig als professionell aufbereitetes Buch kaufen kann?

Sie sind sogar auf der Frankfurter Buchmesse präsent …

Ich bin Sprecherin der AG deutschsprachiger Universitätsverlage. Mit den anderen 21 Mitgliedern veranstalten wir gemeinsam eine jährliche Tagung und haben einen gemeinsamen Stand auf der Buchmesse. Dieses Jahr haben wir dort erstmalig auch unsere Online-Publikationen präsentiert, vor allem um Präsenz zu zeigen, denn wir treten nicht in Konkurrenz zu den kommerziellen Verlagen. Vielmehr decken wir ab, was die kommerziellen Verlage nicht abdecken würden.
Wir sorgen dabei für eine professionelle formale Qualität, die inhaltliche Qualität unserer 35 Schriftenreihen wird durch die jeweiligen Herausgebergremien kontrolliert.

Sie sind auch Open Access-Beauftragte der Universitätsbibliothek der TU Berlin. Was ist Ihre Aufgabe?

Dieser Bereich im Publikationswesen entwickelt sich rasend schnell. Ich versuche, als Ansprechpartnerin die Entwicklungen zu bündeln, und kümmere mich unter anderem derzeit um den Aufbau des digitalen Repositoriums. Im September 2014 umfasste es bereits 4300 Dokumente – Dissertationen, Monografien und anderes.
Daneben bauen wir derzeit, zusammen mit der TU-Forschungsabteilung und dem IT-Service-Center tubIT das Forschungsdatenrepositorium „Deposit Once“ als Serviceplattform auf. Dort sollen Forschende Daten aus ihren Projekten – Messdaten und Publikationen – für zukünftige Verwendung und als Grundlage für weitere Forschungen langfristig deponieren. Auch ein eigener Zeitschriftenserver ist in Arbeit, als Angebot an alle, die die Herausgabe einer wissenschaftlichen Open Access-Zeitschrift planen. Zudem unterstützen und beraten wir, prüfen Rechte und raten Wissenschaftlern, die bereits den „goldenen Weg“ beschritten haben, also bei einem kommerziellen Verlag veröffentlicht haben, auch den „grünen Weg“ zu gehen: Meist haben sie nach einigen Monaten das Recht, ihr Werk zweitzuverwerten. Wir raten allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, bei Veröffentlichung in kommerziellen Verlagen nie ausschließliche Nutzungsrechte zu übertragen. Verhandeln lohnt sich.

Das Abgeordnetenhaus hat den Senat aufgefordert, eine gemeinsame Berliner Open Access-Strategie auch mit allen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu entwickeln. Wie ist der Stand der Dinge?

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt Univerlage bei ihren Open Access-Aktivitäten mit einem Publikationsfonds. Über einen entsprechenden Antrag denken wir derzeit nach. Dieser muss allerdings Bestandteil einer durchdachten Open Access-Strategie der TU Berlin sein, die wir derzeit entwickeln. Tatsächlich sind wir hier im Zugzwang, den Anschluss nicht zu verlieren, da unsere Universität die Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen 2003 nicht unterzeichnet hat.

Das Gespräch führte Patricia Pätzold

www.ub.tu-berlin.de/universitaetsverlag-und-hochschulschriften/

"TU intern" November 2014

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