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Innenansichten

Der Blick nach vorn

Freitag, 14. November 2014

Im Bibliothekssystem der TU Berlin sind die Weichen längst in Richtung „Digitale Bibliothek“ gestellt – Von Jürgen Christof

Stellt man für wissenschaftliche Bibliotheken die Frage nach den Herausforderungen für die nächsten fünf Jahre, dann liefert der „Horizon Report 2014“, Library Edition, die passenden Antworten. Als erster Bericht aus der etablierten Reihe „Horizon Reports“, die sich Trends im Bereich der höheren Bildung widmet, befasst er sich mit wissenschaftlichen Bibliotheken. Erstellt wurde der Bericht vom New Media Consortium (NCM) unter Beteiligung der ETH-Bibliothek Zürich und der Technischen Informationsbibliothek (TIB) in Hannover; die Berücksichtigung einer europäischen Perspektive ist somit gegeben. Die Trends lauten: verstärkter Fokus auf Forschungsdatenmanagement, Priorisierung von mobiler Bereitstellung von Information sowie die erleichterte Zugänglichkeit von Forschungsinhalten. Die folgenden Technologien gelten dafür als besonders wichtig: elektronisches Publizieren, mobile Apps, Bibliometrie und Zitationstechnologien sowie semantisches Web und Linked Data. Vor diesem Hintergrund stellen sich neue Aufgaben für Bibliothekarinnen und Bibliothekare: die Erfassung und Archivierung des digitalen Outputs von Forschung, die Entwicklung und Anwendung alternativer Suchtechnologien, aber auch die erweiterte Integration der Bibliotheken in die Curricula der Universitäten. Mit- autor Prof. Dr. Rudolf Mumenthaler von der HTW Chur stellt in seinem Blog zutreffend fest: „Der Bericht soll Bibliotheksleitungen und Mitarbeitenden als wertvoller Wegweiser für die strategische Technologieplanung dienen. Dabei werden die Auswirkungen auf die Strategie, das Management und die Praxis von Bibliotheken vertieft analysiert.“ Die Lektüre ist ausgesprochen empfehlenswert.

Aus der Binnenperspektive des wissenschaftlichen Bibliothekswesens betrachtet herrscht Aufbruchstimmung angesichts neuer Herausforderungen. Die Befürchtung, als „Papiermuseen“ den Anschluss an die digitale Welt zu verlieren, gilt branchenintern als weitgehend überwunden. Bibliothe-ken werden mittlerweile weltweit als Partner der Wissenschaft und dynamische Orte mit Innovationscharakter wahrgenommen. Es gibt eine neue Sicht vieler Akteure auf Bibliotheken. Institutionell drückt sich dies nicht zuletzt in dem von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz eingesetzten Rat für Informationsinfrastrukturen aus, der im November 2014 seine Arbeit aufgenommen hat. In bestimmten Bereichen gibt es eine Konvergenz der Themen zwischen Fachwissenschaften und Bibliothekswesen, als Beispiel sei die Arbeitsgruppe Information der Deutschen Physikalischen Gesellschaft genannt. Deren Agenda zeigt eine weitgehende Übereinstimmung mit dem oben genannten Horizon Report: Informationskompetenz, Science 2.0, Open Science, Forschungsdaten, Digitalisierung, Langzeitarchivierung und Langzeitverfügbarkeit. Die erfolgreiche Bearbeitung dieser Themen macht das Zusammenwirken fachwissenschaftlicher und bibliotheksfachlicher Akteure erforderlich, insbesondere wenn es um den Aufbau und Betrieb neuer Infrastrukturen geht.

Im Bibliothekssystem der TU Berlin sind die Weichen längst in Richtung „Digitale Bibliothek“ gestellt: Open Access, Forschungsdatenarchivierung und Linked Data sind dabei ebenso Handlungsfelder wie Rechercheportale, Teaching Library und Digitalisierung. Die UB der TU Berlin versteht sich vor allem als Infrastrukturanbieter. Hier liegt ein Unterscheidungsmerkmal zur Herangehensweise in der Wissenschaft, wo in zeitlich befristeten Projekten zunächst aufgezeigt wird, was möglich ist. Die Bibliothek hat als auf Dauer angelegte Institution die Aufgabe, eine belastbare und dauerhaft stabile Informationsinfrastruktur aufzubauen und zu betreiben. Der gesicherte und verlässliche Regelbetrieb mit effizient organisierten Geschäftsgängen ist eine bibliothekarische Kernaufgabe. Schwerpunktsetzungen in Abstimmung mit den Stakeholdern, Gremien und den verschiedenen Kundengruppen sind dabei unverzichtbar, da die UB ressourcenbedingt nicht in allen möglichen Handlungsfeldern gleichzeitig aktiv sein kann.

Jürgen Christof ist Leiter der Universitätsbibliothek der TU Berlin

"TU intern" November 2014

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