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TU Berlin

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Von der Wissenschaft zur Literatur

Montag, 29. Juli 2019

Der Autor Ulrich Woelk wurde mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet

Der promovierte Astrophysiker Ulrich Woelk ist heute ein erfolgreicher Schriftsteller
Lupe

„Weiße Zwerge in engen Doppelsternsystemen“ klingt fast ein wenig literarisch. Doch es handelt sich um ein Phänomen aus der Astrophysik – und ist gleichzeitig das Promotionsthema von Dr. Ulrich Woelk. Der Bogen zur Belletristik ist dennoch schnell geschlagen, denn TU-Alumnus Ulrich Woelk ist heute ein erfolgreicher Schriftsteller.

Erst kürzlich, von der Literaturkritik sehr gelobt, ist sein neuester Roman „Der Sommer meiner Mutter“ erschienen und im Mai wurde er mit dem von Günter Grass gestifteten und mit 15 000 Euro dotierten Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet. Vergeben wird dieser für ein längeres, in Arbeit befindliches Prosamanuskript. Es läuft gut für den Autor momentan. „Ich kann mich auf das Schreiben meines neuen Buches konzentrieren und mich vollkommen darauf einlassen“, sagt Ulrich Woelk. Das war nicht immer so. Besonders zu Beginn seiner Karriere hatte er quasi zwei „Berufe“. Nach dem Studium der Physik an der Universität Tübingen zog es ihn 1987 nach Berlin. „Ich habe damals bereits an meinem ersten Roman gearbeitet, mich hat besonders das kulturelle Leben in der Stadt angezogen. Hinzu kam, dass mein späterer Doktorvater Prof. Dr. Klaus Beuermann an der TU Berlin in dem Bereich forschte, der mich interessiert hat.“ Parallel zur Physik-Promotion schrieb Ulrich Woelk an seinem ersten Roman. „Das war ein enormes Arbeitspensum“, sagt er rückblickend. „Tagsüber war ich im Institut und abends habe ich an meinem Buch weitergearbeitet.“ Sein Debutroman „Freigang“ erschien 1990, ein Jahr später schloss er seine Promotion ab und begann sogleich mit seinem nächsten Roman. Bis 1995 führte er dieses berufliche Doppelleben als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin und als Schriftsteller. „Dann kam die Stunde der Wahrheit: Mir wurde eine Habilitations-Stelle angeboten. Das war natürlich großartig. Klar war aber auch, dass ich dann das Schreiben hätte aufgeben müssen. Ich hätte mich zu 100 Prozent auf die Wissenschaft konzentrieren müssen“, so Woelk. Der Erfolg seiner ersten beiden Bücher hat ihm die Entscheidung etwas leichter gemacht. Ein dritter Roman war gerade in Arbeit und so entschied er sich gegen die wissenschaftliche Laufbahn, die vermutlich finanziell mehr Sicherheit bedeutet hätte. „Wie bei jedem kreativen Job gibt es gute und weniger gute Phasen – auch was die Einkünfte angeht“, sagt Ulrich Woelk. Bis heute hat er 13 Romane veröffentlicht, Theaterstücke, Essays und auch ein Kindersachbuch über den Sternenhimmel. Einer seiner Romane über die Ermordung eines fiktiven RAF-Terroristen wurde 2004 fürs ZDF verfilmt. Wissenschaft spielt in seinem Werk eine große Rolle. In einigen Werken geht es um die Rolle der heutigen Naturwissenschaften. Seinen Roman „Pfingstopfer“ hat die Wochenzeitschrift „Die Zeit“ in ihre aktuelle Edition von Wissenschaftskrimis als „Neurologiethriller“ aufgenommen.

Bettina Klotz, "TU intern" Juli 2019

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