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TU Berlin

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Menschen

Neue Medien braucht das Land

Der Doktorand Ruben Bachelard Mbima forscht über den Zusammenhang von Presse und sozialen Unruhen in Afrika

Ruben Bachelard forscht unter anderem an der Elfenbeinküste
Lupe

Ruben Bachelard Mbima schätzt das Bildungssystem in Deutschland. „Hier hat jeder freien Zugang zu Bibliotheken“, sagt der Kommunikationswissenschaftler aus Kamerun. Seit 2015 promoviert Bachelard an der TU Berlin bei Prof. Hans-Liudger Dienel am Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre. Seine Forschung beschäftigt sich mit der Rolle der Medien für die Lösung der hochangespannten politischen Lage an der Elfenbeinküste. Gefördert wird der Doktorand zusätzlich von Prof. Hans-Joachim Giessmann, dem Direktor der Berghof Foundation für Friedens- und Konfliktforschung, eine unabhängige und gemeinnützige NGO, die Konfliktparteien in Krisengebieten dabei unterstützt, politischen und sozialen Wandel sowie dauerhaften ­Frieden in ihrer Gesellschaft zu erreichen.

Das Doktorandenstipendium von „Brot für die Welt“ ermöglichte dem Absolventen der Protestant University of Central Africa seinen Forschungsaufenthalt in Berlin. „Ich habe von Kindheit an die Erfahrung gemacht, dass die Medien, die zu 80 Prozent in staatlicher Hand sind, einseitig über Konflikte berichten und die Stimmung im Land negativ beeinflussen“, begründet Ruben Bachelard die Wahl seines Forschungsthemas. Er vergleicht die Berichterstattung der Medien an der Elfenbeinküste aus dem Jahr 2002, als die ethnischen Spannungen das Land in einen Bürgerkrieg führten, mit der Regierungskrise im Jahr 2011 rund um die Präsidentschaftswahlen, die zu einem erneuten Bürgerkrieg führte.

2016 und 2017 machte Ruben Bachelard Recherchereisen an die Elfenbeinküste, sprach mit Redakteuren und Vertreterinnen von Verlagen. „In den Interviews zeigte sich, dass viele Medienhäuser Partei ergreifen“, sagt Bachelard. „Meist für die Regierung.“ Positiv sei jedoch, dass mittlerweile auch einige Publikationen zum gesellschaftlichen Frieden beitrügen, Missverständnissen entgegenwirkten und Missstände benennen würden. 2002 hätte es nur drei entsprechende Publikationen gegeben, 2011 bereits 16, von denen einige unabhängig berichten würden. „Unabhängige Berichterstattung wird dem Friedensprozess nützen“, sagt er.

Die Erkenntnisse, die Ruben Bachelard durch seine Studien über die Elfenbeinküste gewinnt, lassen sich auch auf seine Heimat Kamerun übertragen. Wenn er zurückkehrt, will er sich beruflich dafür einsetzen, dass die Menschen freien Zugang zu Bibliotheken erhalten, sodass sie sich eigenständig und unabhängig informieren können. „Zudem muss die journalistische Ausbildung verbessert werden“, sagt er. Er will sich für einen Journalismus engagieren, der den Menschen zugutekommt.

Dagmar Trüpschuch, "TU intern" 18. Mai 2018

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