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Ein Informatiker in Sibirien

Die fruchtbaren und karrierefördernden Kontakte entstanden an der TU Berlin

Schön, trotz klirrender Kälte: In Nowosibirsk hat René van Bervern Fuß gefasst und startet ein gemeinsames Projekt mit der TU Berlin
Lupe

Minus 43 Grad Celsius, kälter als am Nordpol ist es in diesen Tagen in Nowosibirsk, der größten Stadt Sibiriens. Der Januar gilt als kältester Monat des Jahres, aber das hat es seit 100 Jahren nicht gegeben: ein Rekordschneefall, der Autos und ganze Straßenzüge verschwinden lässt. Doch TU-Alumnus René van Bevern mag es, bei eisiger Kälte vier Kilometer durch den verschneiten Kiefernwald zur Arbeit zu wandern. Der TU-promovierte Informatiker leitet seit November 2016 ein neues Labor für Algorithmik an der Staatlichen Universität Nowosibirsk.
„Ich arbeite an schweren kombinatorischen Optimierungsproblemen im Operations Research und suche Algorithmen zur effizienten Berechnung optimaler Routen, Ablaufpläne und drahtloser Sensornetzwerke“, erklärt der 32-Jährige. Dabei widmet sich der Wissenschaftler auch regionalen Szenarien wie der Berechnung optimaler Fahrstrecken für Schneeräum- oder Müllfahrzeuge.

An den sehr kalten sibirischen Winter musste sich René van Bevern erst gewöhnen
Lupe

Vor wenigen Jahren noch hat van Bevern nicht im Traum daran gedacht, einmal in Sibirien zu forschen.
Alles beginnt im Jahr 2006 mit dem Informatikstudium an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, Interesse an Algorithmen und dem Kontakt zu Prof. Dr. Rolf Niedermeier, der ab 2010 van Beverns Promotion begleitet. Als jener 2011 an die TU Berlin wechselt, trifft auch der gebürtige Saalfelder die für ihn nicht leichte Entscheidung für die Großstadt Berlin – ein Entschluss, der beruflich wie privat die Weichen stellen wird. Denn an der TU Berlin stößt der Informatiker auf Arbeiten einer Gruppe Mathematiker um Prof. Dr. Rolf Möhring, die ihn zu seiner heutigen Forschung inspirieren. Und es ist die Sprach- und Kulturbörse der TU Berlin, über die der russischinteressierte Doktorand einen Sprachpartner sucht und „sie“ findet, eine TU-Postdoc-Mathematikerin aus Sibirien, die heute seine Frau ist.

Es folgt für van Bevern sein bisher größter Erfolg: Seiner Frau in die Heimat folgend, tritt er im Mai 2015 eine Postdoc-Stelle an der Universität in Nowosibirsk an, wirbt nach neun Monaten seinen ersten Grant ein, übernimmt wenig später die Leitung eines 15-köpfigen Algorithmiklabors und hält Vorlesungen. „Ich habe mit einem so glatten Start nicht gerechnet. Russland stellt hohe Anforderungen an Zuwanderer“, so van Bevern. Für seine Arbeitserlaubnis legt er Prüfungen zu Sprache, Geschichte und Recht ab und seinen Projektantrag muss er in einwandfreiem Russisch verfassen.

Der Saalfelder Informatiker hat in Nowosibirsk Fuß gefasst, den fruchtbaren Kontakt zur TU Berlin jedoch gehalten: Nun starten Niedermeier und van Bevern ein Projekt, das erforscht, wie Algorithmen durch Datenreduktion noch schneller optimale Lösungen generieren – finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Russischen Fonds für Grundlagenforschung (RFFI). Regelmäßige Besuche sind geplant, Nowosibirsk soll ja im Winter sehr schön sein.

www.tu-berlin.de/?id=192444

Mona Niebur, "TU intern" 16. Februar 2018

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