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Zeit zum Forschen

Freitag, 21. Juni 2013

Mit Kombinatorischer Optimierung Verkehr und Operationen organisieren

War mit 29 Jahren schon Professor am MIT: Andreas Schulz
Lupe

Der Preisträger der Alexander von Humboldt-Stiftung von 2010, Prof. Dr. Andreas Schulz, ist für zwei Forschungssemester an seine Alma Mater zurückgekehrt. An der TU Berlin schloss er 1993 sein Studium der Wirtschaftsmathematik mit Auszeichnung ab und bekam 1996 für seine Dissertation mit dem Titel „Polytopes and Scheduling“ den Carl-Ramsauer-Preis. Heute ist Andreas Schulz Lehrstuhlinhaber des „Patrick J. McGovern Chair“, „Professor of Mathematics of Operations Research“ und „Faculty Member of the Operations Research Center“ am Massachusetts Institute of Technology (MIT), an dem er 1998 mit erst 29 Jahren als Professor zu arbeiten begann.

Seine Fachgebiete Algorithmische Spieltheorie, Approximative Algorithmen, Ganzzahlige Optimierung, Kombinatorische Optimierung, Polyedrische Kombinatorik lehrte und erforschte er als Gastwissenschaftler am Institut für Theoretische Informatik der ETH Zürich und am Institut für Quantitative Ökonomie der Universität Maastricht. Stationen seiner Karriere waren außerdem die TU München, die University of British Columbia und die Eindhoven University of Technology.

Seit August nutzt Andreas Schulz das „Sabbatical“ des MIT für einen von der Alexander von Humboldt-Stiftung unterstützten Forschungs- und Lehraufenthalt am Fachbereich Mathematik der TU Berlin. Eingeladen hatte ihn sein ehemaliger Doktorvater Prof. Dr. Rolf Möhring. Unter anderem beschäftigt er sich dort mit Problemstellungen aus dem Bereich der Kombinatorischen Optimierung und mit Approximationsalgorithmen. Es sind zum Beispiel Aufgaben aus der Produktionstechnik, der Verkehrstechnik oder auch der Informatik, die, zunächst einfach wirkend, hochkomplexe Sachverhalte beinhalten: Wie ist der schnellste Weg von A nach B, wenn es mehrere Möglichkeiten gibt? Wie kann ich es vermeiden, sämtliche möglichen Lösungen anschauen zu müssen, und dennoch die beste aller Lösungen oder zumindest eine beweisbar gute Lösung finden? Das ist die Kernfrage der Kombinatorischen Optimierung. Zusammen mit Dr. Sebastian Stiller von der TU Berlin arbeitet Schulz an einer Problemstellung aus dem Gesundheitswesen: In welcher Reihenfolge sollen die für einen Tag vorgesehenen Operationen festgelegt werden? Ein hoher Unsicherheitsfaktor dabei ist, dass Operationen kürzer oder länger dauern können als angenommen. Es gilt also, mit Hilfe einer guten mathematischen Modellierung des Unsicherheitsaspekts und mit geeigneten Lösungsmethoden eine zeitliche Abfolge der OPs zu finden, die die Gesamtkosten, die sich durch unnötiges Warten oder überflüssiges Leerstehen des Operationssaals erhöhen, minimieren.

Der faszinierende Kosmos der Mathematik als Wissenschaft wurde Andreas Schulz letztlich durch Forscherpersönlichkeiten wie die TU-Professoren Udo Simon oder Rolf Möhring eröffnet. „Ich hatte Glück, diesen Mathematikern begegnet zu sein. Als meine Lehrer haben sie mir nicht nur in fachlicher, sondern auch in persönlicher Hinsicht die so notwendige Unterstützung gegeben.“

Christiane Petersen / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 6/2013

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