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Mathematik ist eine inspirierende Wissenschaft

Dienstag, 18. Dezember 2012

Humboldt-Stipendiat Michal Wojtylak untersucht den Hintergrund dynamischer Systeme

Micha? Wojtylak arbeitet mit den TU-Wissenschaftlern Volker Mehrmann und Olga Holtz
Lupe

Seit September dieses Jahres bereichert der Mathematiker Dr. Michal Wojtylak von der Jagiellonian University Krakau als neuer Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung Professor Volker Mehrmanns Arbeitsgruppe am Institut für Mathematik. Mit so angesehenen Mathematikern wie Volker Mehrmann oder Olga Holtz forschen und arbeiten zu können, begreift Michal Wojtylak vor allem als große Chance, weiter zu lernen und mit seinem Forschungsvorhaben voranzukommen.

Bis Frühjahr 2014 wird er auf dem weiten Gebiet der Eigenwerte von Matrizen arbeiten und den mathematischen Background dynamischer Systeme untersuchen. Charakter und Verhalten von Systemen in mathematischen Reihen zu beschreiben ist eines der wichtigsten Forschungsziele der heutigen angewandten Mathematik.

Die Eigenwerte einer Matrix sind Punkte auf einer Ebene. Die Analyse ihrer Lage ist ein wichtiger Schritt im Prozess. Obwohl es viele Computerprogramme gibt, die es gestatten, die Eigenwerte direkt zu berechnen und ein mathematisches System zu simulieren, bedarf es einer mathematischen Theorie, die uns hilft, die Effektivität bestehender Lösungen zu verbessern oder neue Lösungen zu entwickeln. Eigentlich denkt Michal Wojtylak am liebsten mit Papier und Bleistift, doch die Computersimulation von Eigenwerten wurde zu einem wichtigen Teil seiner Arbeit. Seine Forschungsergebnisse können in Applikationen von Systemen angewandt werden, um zu erreichen, dass diese kontrollierter ablaufen – dabei kann es sich um die Kontrolle einer Raumtemperatur handeln, aber auch um hochkomplexe technische Systeme.

Mathematisches Denken hat Michal Wojtylak von klein auf fasziniert. Als Sohn eines Mathematikers in Katovice aufgewachsen, war für ihn die Disziplin bereits in seiner Schulzeit ein Phänomen, das ihn nicht losließ. Er war fasziniert von der Genauigkeit der Aussagen, der formalen Logik und der strengen Disziplin mathematischen Denkens. Obwohl sein Vater ihn nie drängte, ja nicht einmal ermutigte, den gleichen Beruf zu ergreifen wie er selbst, war frühzeitig klar, dass Michal Wojtylak Mathematik studieren würde. An der Jagiellonian University Krakau promovierte er in Theoretischer Mathematik, war für zwei Jahre an der VU University Amsterdam als Postdoc tätig und bereits im Alter von 31 Jahren Assistant Professor am Institut für Mathematik der Jagiellonian University.

Heute charakterisiert er sich selbst als jemanden, der weniger die logische Strenge der Mathematik liebt als vielmehr die humanistischen Aspekte dieser Logik, die ihm im Laufe seiner wissenschaftlichen Arbeit von großartigen Lehrern nähergebracht wurde. „Üblicherweise besteht die wissenschaftliche Methode darin, Vermutungen aufzustellen, diese mit verschiedenen Hypothesen zu erhärten und nach Inspirationen Ausschau zu halten, die außerhalb der Mathematik liegen.“ Diese Inspiration findet er manchmal in literarischen Texten und vor allem beim Bergsteigen. Seine Einstellung zur Mathematik definiert er so: „Der Kontrast zwischen spontanen Assoziationen und Chaos und der gleichzeitigen Präsenz einer strengen strukturellen Logik fasziniert mich am meisten.“

Christiane Petersen / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

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