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Maßgeschneidert aus dem Biolabor

Freitag, 13. Juli 2012

Georg-Forster-Stipendiat Hernán Daniel Biava sucht nach neuen Bausteinen des Lebens

Katalysatoren aus Hernán Biavas Labor sollen Produkten wie Pestiziden, Kosmetika und Lebensmitteln neue Eigenschaften schenken
Lupe

Sein Forschungsschwerpunkt ist die Biokatalyse. Dr. Hernán Daniel Biava ist auf der Suche nach biologischen Katalysatoren, die den Zellstoffwechsel in Organismen nicht nur beschleunigen, sondern ihn in einer gewünschten Weise beeinflussen. Gelingt dies in großem Maßstab, könnten preisgünstig, umweltfreundlich und aus regenerativen, nämlich biologischen Quellen maßgeschneiderte Moleküle hergestellt werden, die pharmazeutischen Produkten, Pestiziden, Kosmetika und sogar Lebensmitteln gewünschte Eigenschaften schenken würden.

Seit einigen Monaten arbeitet der 34-jährige Argentinier, dem von der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) ein Georg-Forster-Stipendium bewilligt wurde, im Arbeitskreis Biokatalyse von Prof. Dr. Nediljko Budisa am TU-Institut für Chemie, der auch im TU-Exzellenzcluster UniCat integriert ist. Das Stipendium vergibt die AvH an überdurchschnittlich qualifizierte Wissenschaftler aus einem Entwicklungsland am Anfang ihrer wissenschaftlichen Laufbahn. Mit dem Arbeitskreis forscht Biava im Grenzgebiet zwischen Chemie und Biologie. Konkret versucht man dort neue, sogenannte nicht-kanonische Aminosäuren herzustellen und diese in Proteine einzubauen. Langfristig soll dadurch der genetische Code von Organismen erweitert werden. Durch diese Veränderung sollen Enzyme hergestellt werden, die die industrielle Synthese von Wert- und Wirkstoffen vereinfachen.

Einer der Schwierigkeiten, die bei der Synthese solcher Moleküle über enzymkatalysierte Verfahren auftreten, hat sich Biava angenommen: der mangelnden Stabilität der Enzyme in organischen Lösungen. Er arbeitet am „fluorous effect“, der durch die Einschleusung fluoridierter hydrophober Aminosäuren in die Enzymstruktur dafür sorgt, dass die Enzyme nicht mit der sie umgebenden organischen Flüssigkeit interagieren und daher ihre dreidimensionale Struktur behalten. „Nediljko Budisas Gruppe gehört zu den führenden auf diesem Gebiet, und so bin ich glücklich, mit ihm und in der anregenden multidisziplinären Umgebung an der TU Berlin arbeiten zu können“, so Hernán Biava. Der junge Chemiker promovierte an der National University of Rosario in Argentinien. In seiner Dissertation sowie in seiner anschließenden wissenschaftlichen Tätigkeit befasste er sich mit der Synthese und Charakterisierung von Mangan-Komplexen und untersuchte unter anderem deren katalytische Eigenschaften als Bleichmittel in Verbindung mit Wasserstoffperoxid. Dann wandte er sich biochemischen Vorgängen in der Biomasse zu. Er arbeitete bereits an einigen Lehrbüchern mit und gewann für seine Arbeiten mehrere Preise und Medaillen.

Patricia Pätzold / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 7/2012

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