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Menschen

Keine Kratzer im Bild

Montag, 18. Juni 2012

Mathematikerin Emily J. King arbeitet an innovativen Methoden zur Ergänzung fehlender Fotodaten

Emily J. King
Lupe

„How much is a million?“ Mit diesem Kinderbuch von David M. Schwartz und dem Illustrator Steven Kellogg, das 1985 erstmals erschien, fing alles an. Es weckte in der kleinen Emily eine Vorstellung davon, was es mit den großen Zahlen auf sich hat, wie viele Blätter Papier man auslegen müsste, um bis zum Mond zu kommen – und damit das Interesse für die Mathematik. Heute ist aus dem kleinen amerikanischen Mädchen eine veritable Forscherin geworden, eine Mathematikerin, die sich mit Funktionsanalysen, mit Wellensignalen und Fraktalen beschäftigt. Seit März 2012 arbeitet Emily J. King, PhD, in der Arbeitsgruppe von Einstein-Professorin Dr. Gitta Kutyniok, Fachgebiet Angewandte Funktionalanalysis, an der TU Berlin als Post-doc-Forschungsstipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung.

„Natürlich wollte ich auch Erfahrungen in einer neuen Kultur sammeln, die Stadt Berlin ist eine sehr lebendige, quirlige und geistig anregende“, sagt Emily King. „Vor allem aber wollte ich mit Gitta Kutyniok arbeiten. Ihre Forschungen zu den sogenannten ,shearlets', einem ,Bausteinsystem', mit dessen Hilfe man ein Bild in kleinere Bestandteile zerlegen und zum Beispiel Kanten erkennen kann, sind weltweit anerkannt und innovativ.“ Die Arbeitsgebiete der amerikanischen Mathematikerin von der Universität Maryland sind die Angewandte Harmonische Analysis, die Bildverarbeitung, Compressed Sensing und die Frame-Theorie, eine spezifische Modellierungsmethode, die besonders bei der Signalverarbeitung zum Einsatz kommt. Sie schrieb ihre Doktorarbeit am Norbert Wiener Center der University of Maryland und konnte bereits vor Beendigung ihrer Promotion mehrere Publikationen vorweisen. Mit Professor Kutyniok arbeitet sie nun daran, fehlende Bereiche in Bilddaten zu rekonstruieren. Das Auffüllen von Kratzern auf einem digitalen Foto, die Wiederbelebung historischer Bilder oder die Weiterentwicklung der Gesichtserkennung sind mögliche Anwendungsbeispiele. Aber Emily King hat sich auch mit Bio-Ingenieurwesen beschäftigt und zusammen mit den National Institutes of Health, der wichtigsten US-Behörde für biomedizinische Forschung, Studien zur Bildverarbeitung und -ergänzung in lebendem Gewebe, nämlich auf der menschlichen Retina, der Netzhaut, veröffentlicht. Ebenso hat sie mit der Universität Osnabrück kooperiert, wo sie zur Analyse von Nervenzellenbildern forschte, was zum Beispiel in der Alzheimerforschung angewendet werden könnte. Bei der Arbeit an dieser Forschung hat sie auch die Ausnahmemathematikerin Gitta Kutyniok kennengelernt. Mit ihr zusammen betreibt sie nun neueste Grundlagenforschung auf dem Gebiet, denn: „Mit den Shearlets entwickeln wir zwar das Werkzeug, doch jede mögliche Anwendung muss exakt für den Zielbereich maßgeschneidert werden.“ Diese Arbeit trug Emily King in den letzten zehn Jahren bereits ungezählte Einladungen zu Vorträgen, Forschungsaufenthalten, Mitgliedschaften in Fachgesellschaften sowie renommierte Preise und vielfache Anerkennung rund um die Welt ein.

www.tu-berlin.de/?eking

Patricia Pätzold / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 6/2012

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