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TU Berlin

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Humboldt-Forschungsstipendium

Freitag, 16. Dezember 2011

Kontrolle in Netz und System

Dr. Adolfo Anta arbeitet an automatisierten Steuerungssystemen

Adolfo Anta
Lupe

Die Regelung von Microgrids, von Niederspannungsnetzwerken im elektrischen Versorgungsnetz, beschäftigt Dr. Adolfo Anta an der TU Berlin. Für den Laien etwas abstrakt, wird das Thema aber spannend, wenn man erfährt, dass es hier um einen wichtigen Baustein geht, von dem auch die Stromversorgung, insbesondere mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind, abhängt. "Die Verfügbarkeit dieser Ressourcen ist leider schwer vorhersagbar und stellt daher aus regelungstechnischer Sicht eine Herausforderung dar", erklärt der spanische Ingenieur, der sich mit einem Alexander von Humboldt-Forschungsstipendium am TU-Fachgebiet Regelungssysteme bei Prof. Dr.-Ing. Jörg Raisch aufhält. "Aktuell werden überwiegend Ad-hoc-Techniken benutzt, weil belastbare Verfahren fehlen. Ich möchte insbesondere dezentrale nichtlineare Regelungsverfahren entwickeln, die die Effizienz dieser Ad-hoc-Techniken übertreffen", sagt Adolfo Anta. Die Steuerung und Regelung von komplexen, auch hybriden Systemen ist der Forschungsschwerpunkt des jungen Ingenieurs. Hybride Systeme sind in diesem Fall Systeme, die entweder durch eine diskrete Dynamik gekennzeichnet sind wie Computer oder durch eine kontinuierliche wie physikalische Prozesse, beispielsweise der Verbrennungsprozess bei Motoren oder chemische Reaktionen von Substanzen. Klassische Regelungsverfahren behandeln üblicherweise Systeme mit nur einer Darstellung, entweder diskret oder kontinuierlich, und zeigen daher nicht die tatsächliche Entwicklung von physikalischen Systemen, wenn sie durch digitale Computer gesteuert werden. Diverse Veröffentlichungen Antas beschäftigen sich zum Beispiel mit selbstauslösenden, automatisierten Steuerungsmechanismen in nichtlinearen Systemen. Adolfo Anta, Jahrgang 1979, studierte in seiner Heimatstadt Madrid Kontroll- und Regelungstechnik an der Universidad Pontificia Comillas, wo er 2002 sein Diplom erhielt. Anschließend arbeitete er drei Jahre lang in der Raumfahrtsparte "Astriums" des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS. Dort beschäftigte er sich mit dem Design der elektronischen Ausstattung europäischer Satelliten. In dieser Zeit sammelte er auch erste Lehrerfahrungen in Regelungstechnik an der Escuela Técnica Superior de Ingeniería - ICAI, einer Hochschule für die Ingenieurausbildung.

2005 ging er mit einem Fulbright-Stipendium in die USA, wo er zunächst einen Mastergrad erwarb und schließlich, 2010, seinen Ph. D. an der University of California in Los Angeles. Seine Arbeit erregte auch bereits die große Aufmerksamkeit der Fachöffentlichkeit, zum Beispiel erhielt er den 1st National Award Control and Electronics Engineering in Spanien. Mit seinem Alexander von Humboldt-Forschungsstipendium forscht er nun nicht nur an der TU Berlin, sondern auch am Max-Planck-Institut (MPI) für Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg.

Patricia Pätzold / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2011

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