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Verschmelzung von Zellen und Biomaterial

Freitag, 14. Oktober 2011

Marga Lensen forscht mit dem Sofja-Kovalevskaja-Preis bei UniCat

Marga Lensen am Rasterkraftmikroskop
Lupe

"Wir haben entdeckt, dass sich Zellen an Biomaterialien wie Hydrogele binden, die an sich zellabweisend sind. Dies hängt mit der Oberflächenstruktur zusammen. Und die können wir verändern", berichtet Marga Lensen über ihre Forschung.

Die Juniorprofessorin und ihre Arbeitsgruppe untersuchen, wie Zellen auf nano- und mikrostrukturierte Oberflächen von Biomaterialien reagieren. Das sind synthetische Materialien, die in Kontakt mit biologischen Systemen wie Blut oder Gewebe kommen.

Damit sich das Biomaterial besser mit den Zellen verbindet, züchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Zellkultur von Fibroblasten, die im Bindegewebe vorkommen, auf Hydrogelen mit bestimmten Oberflächenmustern, zum Beispiel Wellen oder Poren. Für biomedizinische Anwendungen ist ihre Forschung grundlegend. Denn ein medizinisches Material wie Titan wird durch eine Beschichtung mit diesen Hydrogelen im Körper verträglicher. Ein Ziel von Professorin Lensen und ihren Kolleginnen und Kollegen: Sie möchten "Scaffolds" entwickeln, eine 3-D-Struktur der Hydrogele, die es ermöglicht, dass die Zellen mit dem Biomaterial "verschmelzen". Sie sollen im Material wachsen und sich zu einem funktionierenden Gewebe wandeln.

Ihre Ziele verfolgt Marga Lensen geradlinig. So kam sie auch zu ihrer Juniorprofessur: Sie besuchte bereits während der Schulzeit Universitäten, die Chemie anbieten. Sie entschied sich für einen fächerübergreifenden Werdegang, studierte "Molekulare Wissenschaften" und forscht heute in einem interdisziplinären Bereich aus Chemie, Physik, Biologie, Mathematik und Informatik. Nach einem Alexander von Humboldt-Stipendium erhielt sie 2006 den Sofja-Kovalevskaja-Preis, mit dem die Chemikerin ihre Arbeitsgruppe und ein Zellkulturlabor mit einem Rasterkraftmikroskop zur Charakterisierung der Hydrogele aufgebaut hat. 2009 kam die gebürtige Niederländerin zum Exzellenzcluster UniCat an die TU Berlin, wurde 2010 Juniorprofessorin und leitet seit- dem das Fachgebiet Nano- strukturierte Biomaterialien. Derzeit engagiert sie sich für eine Weiterfinanzierung ihrer Arbeitsgruppe an der TU Berlin, denn der Sofja-Kovalevskaja-Preis läuft im Oktober aus. Schülerinnen, die sich für eine akademische Laufbahn interessieren, gibt sie mit auf den Weg: "Folge deinem Herzen; es wird sich lohnen, das zu verfolgen, was dir Spaß macht und dich begeistert."

Jana Bialluch / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 10/2011

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