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TU Berlin

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Menschen

Sicheres Radnetz für die Hauptstadt

Montag, 14. Juni 2010

TU-Wissenschaftler Arvid Krenz ist Berlins Fahrradbeauftragter

Arvid Krenz
Lupe

Dass Fahrradfahren ein besonderes Anliegen von Arvid Krenz ist, merkt man schnell. Doch der 33-jährige TU-Wissenschaftler mit dem Forschungsschwerpunkt Radsicherheit ist kein verbissener Radler, der gegen jeden Autofahrer wettert: "Für mich ist das Fahrrad ein Gebrauchsgegenstand, um schnell von A nach B zu kommen. Das ist in Berlin oft die schnellste Variante." Dieses Expertentum wurde auch "höheren Orts" schnell erkannt. Seit 2009 ist Arvid Krenz der ehrenamtliche Fahrradbeauftragte Berlins, den die Hauptstadt unbedingt benötigt. Denn Radler sind zwar nur zu fünf Prozent an den Verkehrsunfällen beteiligt. Doch wenn sie involviert sind, sind die Folgen meist schwer.

"Fahrradbeauftragter bin ich aus purem Eigennutz", sagt Arvid Krenz augenzwinkernd. "Ich will schließlich auch meinen eigenen zehn Kilometer langen Arbeitsweg zur TU Berlin verbessern." Schlechte Wege, schlecht geschaltete Ampeln oder eine verbesserungswürdige Radwegführung fallen dem Verkehrsplaner natürlich auf – und er kennt die Lösungsmöglichkeiten.

Dem Wissenschaftler, der im Institut für Land- und Seeverkehr der Fakultät V Verkehrs- und Maschinensysteme lehrt und forscht, liegt die Verbesserung des gesamten Berliner Radnetzes mit seinen vielen kleinen Schwachstellen am Herzen. "Ich will das Radnetz sicherer und attraktiver machen und damit mehr Berlinerinnen und Berliner aufs Fahrrad bekommen. Denn das wäre ein Gewinn für die gesamte Stadt." Mit Bachelorstudierenden untersucht er in der Projekt-Lehrveranstaltung "Projekt im Verkehrswesen B" reale Verkehrsführungssituationen, wie zum Beispiel die am Alexanderplatz. Dabei lernen die zukünftigen Verkehrsplanerinnen und -planer, dass auf die unterschiedlichen Befindlichkeiten und Bedürfnisse der Verkehrsteilnehmer – jung und alt, motorisiert, per Rad oder zu Fuߠ– geachtet werden muss. Nach der Bestandsaufnahme und Auswertung werden schließlich Empfehlungen ausgesprochen. Auch in diesem Projekt arbeitet Krenz mit der Unfallkommission Berlin zusammen.

Als Fahrradbeauftragter berät Arvid Krenz aber vor allem die Verantwortlichen der Stadt in allen Fragen rund um das Fahrrad. In der Unfallkommission (Polizei, Bezirksvertreter und Verkehrslenkung Berlin) untersucht er auffällige Streckenabschnitte und Kreuzungen und schlägt Maßnahmen zur Entschärfung der Unfallgefahr vor.

Aber nicht nur der Senat wird durch Arvid Krenz beraten, auch für die Verkehrsteilnehmer ist er direkter Ansprechpartner und geht auf Anregungen und Fragen ein. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hat Anfang Mai den ADFC-Frühlings-Check initiiert. Dabei wurden an unterschiedlichen Standorten kostenlose Reparaturen und Ersatzteile angeboten, um die Radgemeinschaft fit für den Verkehr zu machen. In den Beratungsgesprächen wurde betont, dass Rücksichtnahme im Straßenverkehr auch für Fahrradfahrer das wichtigste Gebot ist. Augenkontakt suchen, den eigenen geplanten Weg kommunizieren und nicht immer auf der Vorfahrt beharren, empfiehlt er. "Ich habe das selbst erst lernen müssen, früher hab ich im Straßenverkehr auch viel geschimpft." Daher die Idee des Fahrrad-Checks mit Beratung, der im Herbst wiederholt wird.

Nadja Zivkovic / Quelle: "TU intern", 6/2010

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