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TU Berlin

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Balkon zum Meer

Montag, 19. April 2010

Für die Rügener Stadthafenbrücke erhielt Mike Schlaich den Deutschen Brückenbaupreis

Lupe

Die 250 Meter lange Seebrücke in Sassnitz auf der Insel Rügen ist über eine Länge von 120 Metern als sogenannter "leichter einseitig aufgehängter Kreisringträger" als Fuß- und Radwegbrücke ausgebildet. Sie ist die längste Hängebrücke ihrer Art. Für ihre innovative Bauweise wurde die Stadthafenbrücke mit dem Deutschen Brückenbaupreis 2010 ausgezeichnet. Entworfen wurde die Brücke von Prof. Dr. Mike Schlaich vom Fachgebiet Massivbau der TU Berlin gemeinsam mit Dipl.-Ing. Andreas Keil vom "Ingenieurbüro Schlaich Bergermann und Partner".

Die Besonderheit der Brücke ist vor allem die statisch vorteilhafte exzentrische Verankerung der Hängerseile an "Kragarmen" über der Fahrbahn, die das Aussehen des Bauwerks prägen. Die Brücke zwischen Stadt und Hafen überwindet einen Höhenunterschied von 22 Metern. "Mit dieser elegant geschwungenen Hängebrücke setzen wir Maßstäbe im Fußgängerbrückenbau. Wir freuen uns, dass die Brücke bei der Bevölkerung in Sassnitz gut ankommt, und hoffen mit dem ,Balkon zum Meer‘ einen Beitrag zur Baukultur in Deutschland geleistet zu haben", betont Prof. Dr. Mike Schlaich.

Fußgängerbrücke im Stadthafen Sassnitz
Lupe

Der Deutsche Brückenbaupreis wird von der Bundesingenieurkammer (BIngK) und dem Verband Beratender Ingenieure (VBI) alle zwei Jahre vergeben, um den Beitrag der Ingenieure zur Baukultur stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Der Preis dient der Auszeichnung kreativer Ingenieurleistungen in der Königsdisziplin des Ingenieurbaus. Vergeben wird er in den Kategorien "Straßen- und Eisenbahnbrücken" sowie "Fuß- und Radwegbrücken". Zum Deutschen Brückenbaupreis 2010 waren 27 Bewerbungen eingegangen. Daraus hat die Jury je Kategorie drei Bauwerke nominiert und je ein Siegerbauwerk gekürt. Vergeben wurde der Preis am 15. März 2010 in Dresden. Prof. Dr. Mike Schlaich ist seit 2004 Professor im Fachgebiet Entwerfen und Konstruieren – Massivbau im Institut für Bauingenieurwesen der TU Berlin. Darüber hinaus ist er seit 1999 Partner im Stuttgarter "Ingenieurbüro Schlaich Bergermann und Partner". Filigrane Brücken, schwebende Dächer und wandelbare Konstruktionen – das ist die Handschrift von Prof. Dr. Mike Schlaich. Sein Entwurfs- und Konstruktionsansatz gründet in der Tradition des Leichtbaus. Schlaich hat unter anderem die Ting-Kau-Brücke in Hongkong geplant, die mit 1177 Metern zu den längsten und schlanksten Schrägseilbrücken der Welt gehört.

bk / Quelle: "TU intern", 4/2010

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