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TU Berlin

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Trauer um Manfred Fricke

Wissenschaftler par excellence

Mittwoch, 17. Juni 2009

Manfred Fricke war über ein langes Leben eng mit der TU Berlin verbunden. Er wurde durch sie geprägt, so wie er die Hochschule als Wissenschaftler, als Lehrer und als ihr Präsident über zwei Amtszeiten geprägt hat.

Amtsantritt im Präsidentenbüro 1985
Amtsantritt im Präsidentenbüro 1985
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Manfred Fricke war ein Wissenschaftler par excellence mit großem Renommee und auch großem außeruniversitärem wissenschaftlichem Engagement. Er war immer auch ein Mensch der klaren Positionen, aber auch ein Mensch, der Brücken bauen konnte und dem es gelang, die hochschulpolitischen Gräben innerhalb der Universität zu überwinden, wie das überwältigende Ergebnis seiner Wiederwahl im Jahr 1989 eindrucksvoll bewiesen hat. Den älteren Mitgliedern der Universität wird dieses Wintersemester 1988/89, erfüllt mit schweren studentischen Unruhen, in lebhafter Erinnerung geblieben sein. Als damals das Konzil zur Wiederwahl antreten sollte, wurde die erste Sitzung von rund 3000 rebellierenden Studenten gesprengt und die zweite Sitzung drohte von autonomen Gruppen ebenfalls gestört zu werden. Das Votum für Manfred Fricke über alle hochschulpolitischen Fraktionen hinweg war jedoch ein klares Signal, dass die Universität hinter und zu ihrem Präsidenten stand. Manfred Fricke hat vorhergesehen, dass eine moderne Universität nicht erfolgreich sein kann mit einem Kleinstaatengebilde von 22 Fachbereichen, sondern dass es größerer Strukturen bedarf, und begann eine Dekade von Strukturreformen an der TUB, die letztlich im Jahr 2004 zur Gliederung der TU Berlin in sieben Fakultäten mit nun acht transdisziplinären Forschungsschwerpunkten führte. Er stärkte den Leistungsgedanken so, dass sich während seiner Amtszeit die Drittmittelbilanz der Universität erheblich steigerte.

Empfang in der TU Berlin. Manfred Fricke mit George Turner, Senator für Wissenschaft und Forschung (3. v. l.), seinem Nachfolger im Präsidentenamt Dieter Schumann (2. v. l.), Kurt Kutzler (l.), heute TU-Präsident, Wolfgang Beitz, TU-Professor und bis 1987
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Für seine außerordentlichen Leistungen wurde Manfred Fricke 1994 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt. Dabei wurde auch seine Rolle im Prozess der Wiederherstellung der staatlichen Einheit Deutschlands gewürdigt: Das Land Berlin hatte ihn im Wiedervereinigungsprozess 1990 zum Vorsitzenden einer Hochschulkommission berufen, die einen ersten Vorschlag zur Neugliederung des Berliner Hochschulsystems erarbeitete. 1993 zog sich Manfred Fricke nach seiner erfolgreich bekämpften ersten schweren Erkrankung aus der Hochschulpolitik zurück, um sich wieder erfolgreich seiner wissenschaftlichen Tätigkeit zu widmen. Aus seinem Fachgebiet sind allein elf Habilitationen und 50 Promotionen hervorgegangen. Außeruniversitär engagierte er sich unter anderem als Fachgutachter für die Deutsche Forschungsgemeinschaft, als Vorsitzender im Wissenschaftlichen Beirat des Bundesministeriums für Verkehr, als Mitglied des Senats der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt oder als Sachverständiger des Bundesministeriums für Forschung und Technologie. Überall war seine Expertise gefragt und seine Meinung besaß Gewicht. Auf internationaler Ebene baute er erfolgreich Kooperationen und Kontakte mit renommierten Wissenschaftseinrichtungen auf, unter anderem mit dem MIT oder der University of California, Berkeley.

Im Jahr 2004 wurde Professor Manfred Fricke emeritiert, blieb aber in einer Vielzahl von Forschungsprojekten und im Aufsichtsrat des Zentrum für Flugsimulation Berlin der Technischen Universität Berlin verbunden. Mit Erschütterung haben wir erfahren müssen, dass der Kämpfer Manfred Fricke seinen letzten und schwersten Kampf nicht gewonnen hat. Wir haben mit ihm eine akademische Persönlichkeit verloren, die sich um die Technische Universität Berlin in besonderem Maße verdient gemacht hat. Seine Universität wird sein Andenken in hohen Ehren halten.

Prof. Dr. Kurt Kutzler, Präsident der TU Berlin / Quelle: "TU intern", 6/2009

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