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TU Berlin

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Trauer um Manfred Fricke

Stets mit offenem Visier

Mittwoch, 17. Juni 2009

Als Mittelstürmer der TU-Fußballmannschaft "Flugtechnik"
Als Mittelstürmer der TU-Fußballmannschaft "Flugtechnik"
Lupe

"Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig, und die, die es sind, sterben nie. Es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind. Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot." Ein sehr trostreicher Gedanke Ernest Hemingways, der der Traueranzeige der Familie vorangestellt war. Manfred Fricke war einer, der in der ihm zugemessenen Lebensspanne das maximal Erreichbare erreicht hat, gleichzeitig aber das Leben, das seiner Familie, auch seiner Freunde, so vielseitig, so lebendig gestaltet hat, wie es nur irgendwie möglich war, dabei den gesamten Spielraum ausnutzend, ohne wie Hemingway diesen zu überziehen. Ich denke, das hängt auch mit einer gewissen Bodenständigkeit zusammen, die ihn nicht hat abheben lassen.

Manfred Fricke kommt aus dem Sächsischen, worauf er mit Recht stolz war, und zwar aus Hainichen, einer Kreisstadt nahe Chemnitz und Mittweida. Aus dieser Stadt sind, neben ihm, zwei andere bekannte Persönlichkeiten hervorgegangen: zum Ersten: Christian Fürchtegott Gellert (1715-1767), der volkstümliche Dichter der Aufklärung, der in seinen Fabeln und Erzählungen das Tugendideal der Aufklärung weiten Volksschichten zugänglich gemacht hat. Zum Zweiten: Friedrich Gottlob Keller (1816-1895), ein sehr innovativer und praktischer Geist und Erfinder. Vor diesem Hintergrund kann man sich nun gut vorstellen, wie Manfred Fricke auf seinem Berufsweg reüssiert hat: mit der Hainicher Zielstrebigkeit, der Gellert’schen Aufklärungsgabe und der Keller’schen Innovationskraft und zupackenden Art, ohne Scheu vor Auseinandersetzungen, auch mit gewissem Listenreichtum, wenn es etwas durchzusetzen galt, dafür schon mal die eine oder andere Finte einsetzend, aber stets mit offenem Visier, das heißt Sportlichkeit im Umgang mit anderen, auch mit hochschulpolitischen Gegnern. Solches Durchsetzungsvermögen setzt das wirkliche Wollen voraus, etwas Bestimmtes zu tun. Tolstoi hat diese Eigenschaft, die bei Manfred Fricke ja sehr ausgeprägt war, treffend beschrieben: "Das Glück liegt nicht darin, dass du tust, was du willst, sondern dass du willst, was du tust!"

Manfred Fricke hat immer das gewollt, was er tat. Nur so konnte er die gestellten Aufgaben, vor allem die, die er sich selbst gestellt hat, bewältigen. Und er ist dabei - oder vielleicht sollte ich besser sagen: dadurch - ein glücklicher Mensch geblieben.

Goethe sagt: "Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden, es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun!" Ich bin sicher, ich spreche im Namen aller Mitglieder meines Institutes und der Fakultät, die ja aus der von ihm leidenschaftlich gewünschten Zusammenführung der Fachbereiche "Verkehrswesen und Angewandte Mechanik" sowie "Maschinenbau und Produktionstechnik" entstanden ist, ja im Namen aller Hochschulangehörigen, wenn ich hier einen von Herzen kommenden Dank für seine hervorragenden Beiträge nachrufe.

Prof. Dr.-Ing. Christoph Haberland, Institut für Luft- und Raumfahrt (i. R.) / Quelle: "TU intern", 6/2009

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