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TU Berlin

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Trauer um Manfred Fricke

Grundsteine gelegt

Mittwoch, 17. Juni 2009

Bundespräsident Richard von Weizsäcker (Mitte) weihte am 25. November 1985 das damals 136 Millionen Mark teure Produktionstechnische Zentrum (PTZ) ein
Bundespräsident Richard von Weizsäcker (Mitte) weihte am 25. November 1985 das damals 136 Millionen Mark teure Produktionstechnische Zentrum (PTZ) ein, an dessen Vorbereitung er als ehemals Regierender Bürgermeister von Berlin großen Anteil hatte. Im Bild
Lupe

Eine Ära geht zu Ende! Wir haben mit Professor Manfred Fricke eine Persönlichkeit verloren, die einen Zeitabschnitt in der Entwicklung der Luftfahrt in Deutschland maßgeblich mit gestaltet und beeinflusst hat.

Sie fragen, warum nun eine Ära zu Ende geht? Wir sind dabei, an diesem Standort Deutschland die Fähigkeit - oder vielleicht auch den Willen - zu verlieren, Persönlichkeiten aufzubauen, sich entwickeln zu lassen, die sich übergreifend und gestalterisch um die Zukunft nicht nur Gedanken machen, sondern sie auch formen wollen und aktiv eingreifen. Genau so eine, für die Entwicklung der letzten 30 bis 40 Jahre wichtige Persönlichkeit war Manfred Fricke. Und wo ist der Nachwuchs? Gestatten wir in unserem heutigen System in der Wissenschaft, in der Industrie herausragenden Köpfen den Freiraum, sich mit den Fragen der Zukunft auseinanderzusetzen, sich selbst zu entwickeln? Und welche Möglichkeiten bieten wir zur Verwirklichung von Ideen und Visionen?

Dies, glaube ich, war grundlegend anders in den Sechziger-, Siebzigerjahren des nun vergangenen Jahrhunderts, als der Flugzeugbau, als die Luftverkehrswirtschaft sich wieder erholte, aufgebaut wurde und voller Hoffnungen und Visionen und auch voller engagierter junger Leute und Visionäre war. Dies war meine Studentenzeit, als ich persönlich Manfred Fricke in Übungen und Vorlesungen kennenlernte. Prof. Fricke hat hier für meinen persönlichen Lebensweg einen der Grundsteine gelegt.

In allen Positionen, in allen Gremien oder Vereinigungen, in denen ich Prof. Fricke in den Jahren danach erlebt habe, hat er zielorientiert gefordert und ausgleichend zugleich gewirkt, hat Meinungen gelten lassen, konnte zuhören, hatte aber auch immer hervorragende Argumente, um seine und in Folge, sollte ich sagen, die im Konsens erreichte Meinung vorzutragen. Er hat sich für die Sache der Luftfahrt in hervorragender Weise eingesetzt, hat jungen Leuten immer eine Chance gegeben, hat sie unterstützt und, wichtig vor allen Dingen, hat an sie geglaubt. Dies ließe sich noch beliebig fortsetzen, ich denke, es genügt, festzustellen: Eine große und großartige Persönlichkeit der Luftfahrt wird uns fehlen, und auch wenn immer behauptet wird, jeder kann ersetzt werden, behaupte ich, Manfred Fricke ist in vielen seiner Tätigkeiten unersetzlich. Allerdings hat die französische Schriftstellerin Elsa Trialet festgestellt: "Es ist gut, den Toten die Treue zu halten. Wenn wir tun, was sie tun wollten, werden wir glücklich sein." In diesem Sinne lassen Sie uns zusammen die Arbeiten von Prof. Manfred Fricke weiterführen, die gemeinsamen Ziele im Auge behalten und mit voller Kontrolle Erfolge zeitnah herbeiführen. Das würde auch ihn glücklich machen.

Prof. Dr.-Ing. Joachim Szodruch, Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt / Quelle: "TU intern", 6/2009

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