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TU Berlin

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Menschen

"TU-Professor, den Kommunisten missliebig"

Dienstag, 17. Juni 2008

Volkmar Koenigs
Folkmar Koenigs
Lupe

Kurz vor Vollendung seines 92. Lebensjahres wechselte Prof. Dr. Folkmar Koenigs am 30. Mai 2008 in seine vorlesungsfreie Zeit. Anlass genug für die Fakultät VII Wirtschaft und Management, ihn in einer Feierstunde in Anwesenheit vieler Weggefährten und Kollegen würdig zu verabschieden.

Seit 1981 emeritiert, hat Folkmar Koenigs nach wie vor und unermüdlich in jedem Semester unter anderem seine Vorlesung zum europäischen Wirtschaftsrecht gehalten, seine Skripte zu diesem Gebiet stetig aktualisiert und in breitem Umfang auch an Interessenten aus der Praxis versandt. Der Prodekan der Fakultät, Prof. Dr. Dr. Ensthaler, würdigte in seiner Laudatio Koenigs als einen der Meister des deutschen Kartellrechts, ich selbst konnte so manche launige Begebenheit aus meiner langen Zusammenarbeit mit Folkmar Koenigs am Lehrstuhl und in akademischen Gremien berichten.

Nach Kriegsende wurde Koenigs Assistent und Habilitand an der Universität Hamburg und kam 1957 über das Bundeswirtschaftsministerium zum Bundeskartellamt, das in Berlin gerade seine Pforten geöffnet hatte. Vom Leitenden Regierungsdirektor bei dieser Behörde wechselte er 1964 an die TU Berlin auf die Professur für Handels- und Wirtschaftsrecht.

Als einer der ersten Hochschullehrer gestaltete er seine Vorlesungen als skriptgestütztes Kolloquium. Neben seiner Lehrtätigkeit baute er die Rechtsbibliothek als Teil der Wirtschaftswissenschaftlichen Dokumentation auf. Sein neu geschaffenes Signatursystem gilt noch heute. Im Zuge der politischen Ereignisse, die ab 1968 auch die Universitäten ergriffen, bewährte sich Folkmar Koenigs als standfester und geradliniger Kämpfer für vernünftige Reformen und gegen Indoktrination und Gewalt. Kein Wunder, dass er sich mit Rechten und Linken gleichermaßen anlegen musste. Die Tür seines Dienstzimmers bekam sicherheitshalber einen Metallbeschlag. Von einem Anhänger der Roten Zelle Ökonomie (Rotzök) mit gelber Farbe überschüttet, flüchtete er nicht in häusliche Geborgenheit, sondern stellte sich am Kranzlereck der Öffentlichkeit mit einem Plakat um den Hals: "TU-Professor, den Kommunisten missliebig". Das US-amerikanische Magazin Newsweek brachte darüber einen Artikel unter dem Titel "The Painted Professor". Viel Feind, viel Ehr!

Prof. Dr. Axel Hunscha / Quelle: "TU intern", 6/2008

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