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TU Berlin

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Lehre und Studium

Abenteuer in der Wüste

Eine Exkursion der Astrophysik und Astrobiologie weckt Begeisterung für das Fach

Heiße Quellen, Sonnenfinsternis, Mikrometeorite in der Wüste: Studierende auf Exkursion in einer dem Mars vergleichbaren Landschaft in Chile
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Mit dem Pick-up durch die Wüste, Zelten unterm Sternenhimmel in Stille und Einsamkeit, eine Sonnenfinsternis am anderen Ende der Welt und der Blick auf das höchstentwickelte optische Instrument der Welt, das Very Large Telescope auf 2600 Meter Höhe in Chile: Dieses Abenteuer wurde im Sommer 2019 für sechs Studierende zur Wirklichkeit. Sie konnten an einem dreiwöchigen „field trip“ teilnehmen, der noch weitere Highlights bot und den die Astrophysikerin Dr. Jenny Feige und der Astrobiologe Dr. Alessandro Airo im Rahmen des fächer- und universitätsübergreifenden Studienmoduls „Astronomy and Astrobiology in the Atacama Desert“ anboten.
Wie bei allen Forscher*innen stand allerdings vor dem Abenteuer und dem Spaß die Arbeit – die wissenschaftliche Arbeit. „Das gesamte Modul läuft über zwei Semester“, erklärt Jenny Feige. „In einem Präseminar liefert es Einführungen in verschiedene Themen, und die Studierenden können sich für ihre Untersuchung im Feld und den späteren Bericht auf zwei davon festlegen. Sie sollen sich mit der astrophysikalischen Forschung, der Himmelsbeobachtung, beschäftigen und mit der Astrobiologie, in diesem Fall vor allem mit Leben unter Extrembedingungen.“ Die Atacama-Wüste ist eins der trockensten Areale der Erde und vergleichbar mit der Geologie auf dem Mars. Trotzdem gibt es hier Leben. Chile bietet außerdem weitere Ökosysteme, deren Bedarf an Wasser aus Nebeln gedeckt wird, wie die Pan de Azúcar, eine mit niedrigen Büschen und Kakteen besiedelte Gegend am Pazifik, die sich ebenfalls auf der Reiseroute befand. „Ich habe mich zum Beispiel mit Cyano-Bakterien beschäftigt, die unter Steinen leben, um diese geringe Menge an Feuchtigkeit halten zu können“, erklärt Luis Peitzner, einer der teilnehmenden Studierenden. Er hat das zweisemestrige MINT-Orientierungsstudium der TU Berlin durchlaufen und studiert nun Geotechnologie. Friedrich Trepte studiert Technischen Umweltschutz. Sein Thema waren Mikrometeorite, die er auf dem kargen Boden der Wüste zu finden hoffte. Ob es sich bei seinen gefundenen Steinen tatsächlich um Meteorite handelt, die zum Beispiel von zerbrochenen Asteroiden aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter stammen können, wird nun im Postseminar untersucht.
Daniel Maurer studiert Luft- und Raumfahrt und interessierte sich vor allem für die Technik, insbesondere am Very Large Telescope mit seinen vier Hauptteleskopen von je 8,2 Metern Spiegeldurchmesser und seinen vielfältigen Hilfsteleskopen. Neben dem Austausch mit chilenischen Studierenden an der Universität Antofagasta, den Südsternhimmelsbeobachtungen und den Untersuchungen an den Geysiren von El Tatio, ebenfalls zu Leben unter Extrembedingungen, war das Highlight der Studierenden aber die Beobachtung der Sonnenfinsternis am 2. Juli 2019, wobei sie sich im Kernschatten dieses spektakulären und seltenen Himmelsereignisses befanden. „Theorie ist gut, Exkursion ist Lebenserfahrung“, sagt Alessandro Airo, der sich selbst vor allem mit der Mars-Geoforschung beschäftigt, also untersucht, ob in marsähnlichen Gegenden auf der Erde Leben möglich ist. „Für uns ist es besonders wichtig, Begeisterung für das Fach und für die Forschung auch unter widrigen Bedingungen bei den jungen Leuten zu wecken, so wie wir selbst begeistert sind von unserem Fach“, sagen Jenny Feige und Alessandro Airo übereinstimmend. Es sieht so aus, als sei das hier sehr gelungen. Im kommenden Jahr ist eine Wiederholung des Moduls geplant.

www-astro.physik.tu-berlin.de

Patricia Pätzold, TU intern Dezember 2019

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