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TU Berlin

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Lehre und Studium

Der kleine Schatten

Im Programm „One Week Student“ lernen Schülerinnen und Schüler die Uni kennen. Eine Woche lang begleiten sie Studierende in ihrem Alltag

Clarissa Staudt von One Experience zeigt, wer in der Uni wo sitzt (TU-Hochhaus)
Lupe

Svanja Kleemann hat ein Ziel: „Meine Vision ist es, allen Jugendlichen einen Zukunftsweg zu ermöglichen, der zu ihren Talenten und Interessen passt“, sagt sie. Mit ihrem Social Start-up „One Week Experience“ betreut sie zwei Programme. In „One Week Azubi“ begleiten junge Menschen eine Woche lang Auszubildende an ihrem Arbeitsplatz. Die Idee hinter „One Week Student“ richtet sich an Schüler*innen, die studieren möchten. Eine Woche lang können sie der Schatten eines oder einer Studierenden sein. Das Besondere: In dieser Woche wohnen die jungen Menschen auch zusammen. „Gerade bei Studierenden findet viel Leben außerhalb der Uni statt“, sagt Kleemann. Ihr ist es wichtig, dass die Jugendlichen ihre Nase tief in das Studierendenleben stecken können, um so authentische Erfahrungen zu machen.

Das Angebot erfreut sich bundesweit großer Nachfrage. 153 Hochschulen mit 525 Studiengängen in 95 Städten sind in der Datenbank – auch die TU Berlin ist dabei.

Clarissa Staudt und Nicola Friedrich sind so ein Tandem, das gemeinsam eine Woche lang den Campus eroberte. Clarissa Staudt studiert im 6. Semester Medieninformatik an der TU Berlin, die 17-jährige Nicola Friedrich besucht die 11. Klasse eines Gymnasiums in Bayern. Die Schülerin, die sich für Informatik interessiert, hörte von der Möglichkeit der Schnupperwoche über eine Freundin, sie besuchte die Webseite, auf der sich Gastgebende der verschiedenen Universitäten präsentieren, und traf auf Clarissa Staudt. Im Oktober vergangenen Jahres trafen sie sich in Berlin.

Clarissa zeigte Nicola den Campus, nahm sie mit in Vorlesungen und zu Seminaren, besuchte mit ihr die Uni-Bibliothek, gemeinsam gingen sie in der Mensa essen. Am Abend trafen sie Clarissas Freundinnen und Freunde, gingen zusammen zu einer Halloween-Party und besuchten eine Chorprobe des Unichors „Unität“. Erst am späten Abend trennten sie sich, Nicola konnte bei einer Bekannten schlafen. „Es war toll“, sagt Nicola. „Ich habe nicht nur Einblick in den Studiengang gewonnen, sondern das Leben drumrum kennengelernt.“

Doch was bringt es Clarissa Staudt, eine Woche lang eine Schülerin im Schlepptau zu haben? „Es hat einfach Spaß gemacht“ ist die spontane Antwort. Aber sie habe auch selber erfahren dürfen, wie wichtig ein gutes Mentoring ist. Als Schülerin mit dem Berufswunsch Physikerin konnte sie mir ihrer Mentorin an einem Frauenstudienprogramm teilnehmen. „Wer die Gelegenheit hat, schon früh in den Studiengang reinzuschnuppern, muss später nicht wechseln, weil das Studium die Erwartungen nicht erfüllt.“

Nicola Friedrich guckt jetzt weniger ängstlich auf ihre Zukunft als Studentin. „Ich habe gesehen, dass nicht nur Nerds im Informatikstudium sitzen und dass man behutsam an schwierige Themen herangeführt wird.“ Die TU Berlin habe ihr gut gefallen – aber Berlin als Studienstadt? „Einfach zu groß für mich“, sagt sie. Clarissa Staudt wird es bedauern, dass ihr „kleiner Schatten“ nicht nach Berlin kommen wird. „Denn die Chemie zwischen uns stimmte.“

Dagmar Trüpschuch, "TU intern" 25. Juni 2018

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