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TU Berlin

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Studium & Lehre

Design für alle

Freitag, 17. Mai 2013

Doppelte Auszeichnung für Reichstagsprojekte und Berliner Stadtmodell

Bei der Präsentation des Stadtmodells im Paul-Löbe-Haus in Berlin staunte auch die politische Prominenz. Burkhard Lüdtke (2. v. l.) erklärt sein Modell
Lupe

Jedes Semester erlernen etwa 150 Studierende im Fach "Modell + Design" bei Burkhard Lüdtke die handwerklichen und gestalterischen Grundlagen des Modellbaus und den experimentellen Umgang mit Werkstoffen. Sie arbeiten an vielen seiner Projekte mit, die teils großes öffentliches Aufsehen erregen. Jetzt wurden zwei Stadtmodelle, die in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie mit dem Deutschen Bundestag entstanden sind, international ausgezeichnet.

Zum ersten Mal hatte die Jury der "Design For All Foundation" auf der achten "Biennale International Design" im französischen Saint-Étienne die gleiche Stimmenanzahl für zwei innovative Projekte und damit einen "Joint Award" vergeben: Zum einen für den erfolgreichen Versuch, erstmals den Ausblick auf Berlin während des Rundgangs durch die Kuppel auch für Blinde erfahrbar zu machen, sowie die Tastmodelle des Berliner Reichstages, die Blinden eine Vorstellung von Architektur, Ausmaßen und Baumaterial des "Zentrums der Macht" der Bundesrepublik Deutschland geben sollen. Zum Zweiten für das "Sprechende Tastmodell der Berliner Innenstadt", das neben dem Stadtgrundriss im Maßstab 1 : 2000 auch "Lupenmodelle" im Maßstab 1 : 500 und Solitärbauwerke wie den Fernsehturm oder die Siegessäule darstellt. Beide Siegermodelle stammen aus der Werkstatt des TU-Modellbaus. Das Letztere, das dort, wo die Oberste Denkmalschutzbehörde ihren Sitz hat, im Lichthof der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Am Köllnischen Park 3 in Berlin-Mitte, seine endgültige Heimat gefunden hat, machte bei seiner Premiere in der Öffentlichkeit große Furore. Die Ausstellung war im Paul-Löbe-Haus, das zum Deutschen Bundestag gehört, eröffnet worden und viel politische Prominenz hatte sich eingefunden zum Hören, Sehen und Staunen.

Den Erfolg seiner Modelle – immerhin waren 55 Projekte aus 17 Ländern eingereicht worden – erklärt Burkhard Lüdtke unter anderem mit seiner starken Betonung der Handwerksarbeit, die heute selten geworden ist: "Heute wird in allen Architektur- und Planungsbüros vieles am Computer entworfen", sagt er. "Doch das kann niemals das sinnlich ,begreifbare' Modell ersetzen, es kann immer nur eine Ergänzung sein." Die Computeranimation eines Raumes habe nichts mit Räumlichkeit zu tun. Trotz der 3D-Programme sei ein Bildschirm immer flach. Er sei nicht an das binokulare Sehen des Menschen angepasst. Für die Fertigung werden natürlich auch computergestützte Techniken und Werkzeuge benutzt wie Laserschneider, 3D-Plotter oder CNC-Fräsen. "Doch das handwerkliche Experimentieren mit verschiedenen Materialien und das sinnliche Erleben ist durch eine Bildschirmplanung nicht zu ersetzen." Seit 27 Jahren lehrt Burkhard Lüdtke an der TU Berlin das einzige universitäre Modellbaufach deutschlandweit.

www.modellunddesign.de
www.designforall.org

Patricia Pätzold / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 5/2013

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