TU Berlin

TUB-newsportaltui1212: Sinnvolle Mathematik und rätselhafte Emotionen

Inhalt des Dokuments

zur Navigation

Studium & Lehre

Sinnvolle Mathematik und rätselhafte Emotionen

Dienstag, 18. Dezember 2012

Deutschlandstipendium: talentierter TU-Nachwuchs im Porträt

Ivana Kajic macht ihren Master in Computational Neuroscience
Lupe

Diana Hannes und Ivana Kajic wussten früh um ihre Interessen. Sie hatten sehr genaue Vorstellungen von ihrem Studium, als sie an die TU Berlin kamen. Heute erhalten sie ein Deutschlandstipendium.

„Mathe liegt mir einfach“, sagt Diana Hannes, die ihr Talent schon bei Schach-Weltmeisterschaften bewiesen hat. Heute studiert die 21-Jährige im dritten Semester Wirtschaftsmathematik. Ivana Kajic hat sich der Erforschung von Emotionen verschrieben. Um das Gehirn genauer zu ergründen, ist die junge Kroatin vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen und macht hier nun ihren Master in Computational Neuroscience.

Die beiden sind zwei von insgesamt 20 neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten an der Technischen Universität Berlin, die seit diesem Wintersemester das Deutschlandstipendium erhalten. Die Gesellschaft von Freunden der TU Berlin hat für zwei Jahre ihre Förderung übernommen und unterstützt sie monatlich mit 150 Euro. Genauso viel gibt der Bund noch einmal hinzu. Gefördert werden junge Menschen, die nicht nur sehr gute Leistungen erbracht haben, sondern auch durch Persönlichkeit und Engagement überzeugen.

Schachfan Diana Hannes will Wirtschaftsmathematikerin werden
Lupe

So wie Diana Hannes und Ivana Kajic. Auch wenn die Geschichten, die sie erzählen, völlig unterschiedlich sind, so haben die beiden doch eine Gemeinsamkeit: die Begeisterung, mit der sie reden. „Wir hatten keine Eimer und haben Colaflaschen aufgeschnitten, um darin Beton mit der Hand anzumischen“, erzählt Diana Hannes über ihre Zeit vor dem Studium. In Peru und Guatemala arbeitete sie damals in Hilfsprojekten und lernte Spanisch. „Wir haben improvisiert und aus Nichts ein Haus gebaut. Ein paar der Kinder dort haben jetzt auch ein wenig Ahnung von Schach“, fügt sie hinzu.
Auch Ivana Kajic verkroch sich nicht in den hintersten Winkel des Labors, um ungestört an ihrer Karriere basteln zu können. Sie packte an – und tut es auch heute noch. Während sie in Kroatien für Kinder Spenden und Spielsachen gesammelt hat, engagiert sie sich heute für ihre Kommilitonen. „Für ausländische Studierende ist der Studienbeginn besonders schwer: neue Stadt, fremde Sprache und anspruchsvolle Kurse“, sagt Kajic, die momentan einen Notendurchschnitt von 1,3 hat. „Wenn dann noch ein langes Dokument auf Deutsch wegen Visa-Formalitäten kommt, kann es kompliziert werden.“ Die Informatikerin erzählt dies, ohne lange nach Vokabeln zu suchen. Man merkt schnell, dass sie längst keine mehr von jenen ist, denen das Deutsche fremd ist. Für jene mit Sprachproblemen hat die 22-Jährige gemeinsam mit Kommilitonen ein Peer Monitoring ins Leben gerufen, bei dem neuen Studierenden ein Mentor zur Seite gestellt wird.
Ab Januar ist auch für die Kroatin noch einmal alles neu: Dann geht sie für vier Monate nach Kanada, um zu forschen. „Das Deutschlandstipendium hilft mir dabei sehr, da ich während dieser Zeit nicht arbeiten kann.“ Auch Diana Hannes freut sich über das Stipendium: „Ich kann mich nun besser auf die Kurse konzentrieren.“ Mathematik alleine mache übrigens gar nicht so viel Spaß, so das Mathetalent: „Zur Anwendung muss sie kommen – und sinnvoll muss sie sein.“

Susanne Hörr / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

Solidarität zwischen Generationen – das Deutschlandstipendium

Mit dem Deutschlandstipendium hat die Bundesregierung im Sommersemester 2011 eine neue Stipendienkultur ins Leben gerufen: Die Spitzenkräfte von morgen sollen von jenen, die es bereits zu etwas gebracht haben, unterstützt werden. Mit 300 Euro monatlich werden Studierende wie auch Studienanfänger gefördert. Die Hälfte davon übernimmt der Staat, die andere Hälfte ein privater Förderer. Dies können Privatpersonen, Alumni, Stiftungen oder Unternehmen sein, die sich bereit erklären, den Stipendiaten für mindestens ein Jahr zu unterstützen. Förderer können bestimmen, ob ihre Hilfe an eine bestimmte Studienrichtung gebunden ist. An der TU Berlin profitieren insgesamt 60 Stipendiaten vom Deutschlandstipendium. Es richtet sich an sehr gute Studierende, die auch durch Engagement und Persönlichkeit überzeugen. Beratung rund um die Bewerbung bietet der TU-Career-Service.

www.deutschland-stipendium.de

www.tu-berlin.de/?id=97913

Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

Navigation

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe