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TU Berlin

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Studium & Lehre

Im Kiez Räume schaffen für alle

Montag, 19. November 2012

„Sommerwerkstatt Wiesenburg“ auf dem Gelände eines ehemaligen Obdachlosenasyls

Ein Festival zwischen den Überresten eines Obdachlosenasyls? Verschiedene Kiez-Akteure machten es möglich – und 80 Architekturstudierende der TU Berlin sorgten mit temporären Bauten für den geeigneten Rahmen: Das Festival „Sommerwerkstatt Wiesenburg“ für Schülerinnen, Schüler und andere Anwohner fand auf dem Areal im Berliner Bezirk Wedding statt, das die Natur durch jahrzehntelangen Leerstand fast vollständig übernommen hat. Die Studierenden im zweiten Fachsemester, betreut von Prof. Donatella Fioretti, wollten es durch das Festival wieder in die öffentliche Wahrnehmung rücken.

Für die Realisierung des Projekts traten die Organisatoren der Workshops, vor allem das Quartiersmanagement Pankstraße, als „Bauherren“ auf. Sie formulierten in mehreren Treffen mit den Studentinnen und Studenten ihre Wünsche und Vorstellungen. Die Studierenden erstellten Ausführungs-, Kosten- und Zeitpläne, suchten Sponsoren, recherchierten Materialien, experimentierten mit Baumethoden, organisierten die Baustelle, den Materialtransport und errichteten die Pavillons in Eigenleistung. Ziel war es, den Studierenden die Komplexität des Entwerfens und Bauens und die Grundzüge des Planungsprozesses zu vermitteln sowie die schließlich errichtete architektonische Struktur den unterschiedlichen Beteiligten zu präsentieren und diese gemeinsam zu nutzen. „Der Einsatz ungewöhnlicher Materialien als Baustoff erlaubt keinen direkten Bezug auf traditionelle Baumethoden, sondern fordert die kreative Auseinandersetzung mit dem Kern des architektonischen Denkens“, so Architektin Donatella Fioretti. „Das konsequente Durchleben des Planungsprozesses vom Konzept bis zur Realisierung konfrontiert die Studierenden mit der Komplexität des Bauvorgangs und bietet ihnen die Gelegenheit, abseits von bekannten Konstruktionsmethoden das Entwerfen als baukonstruktive Forschung zu begreifen.“

So entstanden verschiedene Entwürfe und Raumkonzepte für das Festival. Es gibt einen „Ausstellungs- und Werkraum“, in dem Fragen von Urbanität, Raum und Struktur mittels künstlerischer Intervention bearbeitet werden sollten, einen „Grünen Lernraum“, der eine erweiterte Form des Unterrichts im Freien ermöglicht und Platz bietet für Obst- und Gemüseanbau, sowie eine „Küche“, die eine Herdstelle mit mindestens zwei Feuerstellen beherbergt und 15 Personen Platz zum gemeinschaftlichen Kochen bietet. In einem „Schrein“, auch als Ort des bewussten Essens für mindestens sechs Personen gedacht, können Objekte mit besonderem Wert für die Workshop-Teilnehmer aufgehoben werden, eine „Lesekammer“ dient als Rückzugsort für ein bis zwei Schüler gleichzeitig. Sogar rund 30 Besucher fassten die „Lichtspiele“, wo eine permanente Videoinstallation sowie parallel laufende Kurzfilme geboten wurden, Besucher der Sommerwerkstatt konnten auf dem „Rastplatz“ verweilen.

Beteiligt an der Gestaltung und Durchführung des Programms mit Partnern aus Kunst, Kultur und Bildung waren außerdem die Herbert-Hoover-Oberschule, die Humboldthain-Grundschule, der Enak-Enak e.V., die Künstler Florian Bach und Marcello Busato, der Verein „kiezkieken e.V.“, der „Kotti-Shop“ sowie die TU-Projektwerkstatt „Begrünung in Modulen“.

Ein grüner Lernraum, ein Kino, eine Küche, ein Schrein für Privates, ein Leseraum und ein Rastplatz: genug Platz für alle mit wenigen Mitteln, geschaffen von TU-Studierenden
Lupe
tui / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 11/2012

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