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TU Berlin

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Studium & Lehre

Technik- und Patentrecht bei Ingenieuren gefragt

Montag, 18. Juni 2012

Herr Professor Ensthaler, Sie leiten das Fachgebiet Wirtschafts-, Unternehmens- & Technikrecht. Technik und Recht, das klingt nach zwei Welten. Nun haben Sie gerade, gemeinsam mit Professor Stefan Müller und Mitarbeitern der juristischen Fachgebiete an der TU-Fakultät VII Wirtschaft und Management, ein Werk zum Technikrecht herausgebracht …

Fragen von Technik und Recht sind eng verbunden. Ingenieurwissenschaft zeigt das technisch Mögliche auf, Jurisprudenz begleitet die Einführung technischer Neuerungen in die Gesellschaft. Das Recht entscheidet, ob eine Technologie „praktisch wirksam“ werden darf. Eine Zusammenarbeit ist also unerlässlich. Ein Beispiel ist die Produkthaftung. Damit sollten sich Unternehmen nicht erst befassen, wenn es zum „worst case“, also zur Haftung, kommt. Sie müssen diese schon im Vorfeld vermeiden. Dazu wird juristische Urteilskraft benötigt, aber auch ingenieurwissenschaftliche Methoden des Risiko- und Qualitätsmanagements sowie der technischen Dokumentation. In den Unternehmen sind heute multidisziplinäre Teams aus Juristen und Ingenieuren mit der „Produktverteidigung“ befasst.


Das Technikrecht hat also bereits einen multidisziplinären Ansatz?


Ja, und es ist dynamisch: Es muss sich ständig auf neue Entwicklungen aus Wirtschaft und Wissenschaft einstellen. So hat es als „Recht der Pragmatiker“ quasi eine Servicefunktion für Unternehmen. In den letzten Jahren wurden Studiengänge und Lehrstühle zum Technikrecht für Studierende der Rechts- und der Ingenieurwissenschaften eingerichtet, es entwickelt sich stetig zu einer eigenen juristischen Disziplin. An der TU Berlin sind vor allem Technik-, Patent- und Innovationsrecht eng verbunden, deren unternehmerischer Kontext insbesondere für angehende Wirtschaftsingenieure interessant ist. Es genügt heute nicht mehr, wenn sich Juristen mit dem Technikrecht befassen. Ihnen würden bedeutende Erkenntnisquellen verborgen bleiben. Ingenieure wiederum brechen ihre Fixierung auf technische Inhalte auf und öffnen sich stärker für gesellschaftliche Belange. Wir bieten deshalb Veranstaltungen zum Patentrecht und -management an, gemeinsam für Jura-Studierende der FU Berlin und Wirtschaftsingenieurwesen-Studierende der TU Berlin. So lernen Studierende beider Disziplinen die Denkweise der jeweils anderen kennen. In der Wirtschaftspraxis ist die Bedeutung des Technikrechts bereits anerkannt, unentbehrlich zum Beispiel für das Qualitätsmanagement, die Produkthaftung oder das Umweltrecht. „Ohne Recht geht's nicht mehr“, titelte kürzlich eine Fachzeitschrift.


Kein leichter Weg für Nicht-Juristen …

Unser Buch, gemeinsam von Juristen und Wirtschaftsingenieuren entwickelt, soll hier eine Lücke füllen. Wir zeigen, juristisch aufbereitet, Schnittstellen zur Lebenswelt der Ingenieure auf, zum Beispiel in Produktions-, Qualitäts-, Risiko- und Wissensmanagement sowie im Vertrieb technischer Produkte, und geben Handlungsempfehlungen. Lediglich der große Bereich des Patentrechts ist ausgeblendet. Den juristischen, ökonomischen und strategischen Fragen der Technologieverwertung widmen wir Ende des Jahres ein eigenes Werk über das Management geistigen Eigentums. Eine an der TU Berlin herausgegebene Fachzeitschrift zum Innovations- und Technikrecht soll ab Herbst 2012 das interdisziplinäre Forschungsgebiet weiter festigen.

Vielen Dank für das Gespräch!
Die Fragen stellte Patricia Pätzold

Lupe [1]

Jürgen Ensthaler, Dagmar Gesmann-Nuissl, Stefan Müller: Technikrecht: Rechtliche Grundlagen des Technologiemanagements, Springer Verlag, Berlin/Heidelberg 2012, ISBN: 978–3642131875

Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 6/2012

"TU intern" Juni 2012

  • Online-Inhaltsverzeichnis [2]
  • Hochschulzeitung "TU intern" - Juni 2012 [3]
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