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TU Berlin

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Studium & Lehre

Startschuss am Roten Meer

Mittwoch, 04. April 2012

Bewerbungen für die TU-Master-Studiengänge in El Gouna noch bis zum 31. Juli 2012 möglich

TU-Alumnus Samih Sawiris engagiert sich für seine Alma Mater und für sein Land
Lupe

Am 27. April 2012 feiert die Außenstelle der TU Berlin im ägyptischen El Gouna: Mit einem „Tag der offenen Tür“ nimmt sie ihren Betrieb auf. Im Oktober starten die drei neuen Master-Studiengänge zu den Themen Energie, Wasser und Stadtentwicklung. Es ist eine Novität: Als erste deutsche Universität eröffnet die TU Berlin einen Campus im Ausland, der technisch und rechtlich allen Qualitätskriterien der Bundesrepublik Deutschland entspricht. Und er kostet die TU Berlin keinen Euro.

„Diesen beispielhaften ,Bildungstransfer' ans Rote Meer verdanken wir vor allem unserem Absolventen, dem ägyptischen Unternehmer Samih Sawiris. Er ist Mitinitiator des Projektes und ermöglichte mit viel Engagement dessen Finanzierung“, sagt Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, Präsident der TU Berlin. Im durch Sawiris errichteten Ferienort El Gouna am Roten Meer verwirklichte der Chef des größten Tourismusunternehmens Ägyptens, Orascom Hotels and Development, in einer Non-Profit Public Private Partnership (PPP) die Einrichtung und den Bau des TU-Campus auf einem Areal von 10 000 Quadratmeternin El Gouna. Ägypten sei ein Land, das noch interne Probleme zu lösen habe, das aber ein großes Entwicklungspotenzial besitze, so Steinbach zu dem Bildungstransfer. „Je gebildeter die Menschen sind, desto mehr entwickelt sich die Gesellschaft vor Ort.“ Dennoch sei die TU Berlin in dem Land am Nil nicht „missionarisch“ tätig, man verhandele mit Botschaft und Regierung auf Augenhöhe. „Der neue Campus in El Gouna wird das Aushängeschild unserer Aktivitäten im Ausland sein.“

Doch warum engagiert sich jemand wie Samih Sawiris so stark in der Bildung?

„Als ich nach vielen Jahren erstmalig wieder die TU Berlin betreten habe, die vertrauten Gänge entlangging, den Lichthof gesehen habe, das Audimax – das war wunderbar. Es waren meine schönsten Jahre“, so der ägyptische Geschäftsmann, der an der Deutschen Schule in Kairo Abitur gemacht hat und von 1976 bis 1981 an der TU Berlin Wirtschaftsingenieurwesen studierte. „Vor allem aber habe ich gesehen, wie viel eine Gesellschaft von gut organisierter, qualitativ hochwertiger Bildung profitiert. Ich habe davon geträumt, so etwas mit den gleichen Standards auch für mein Land zu organisieren. Es ist eine große Freude, zu sehen, wie Träume Realität werden.“ Das Tourismusunternehmen von Samih Sawiris gehört zur Orascom-Gruppe, die weitere große Unternehmen im Besitz der Familie Sawiris umfasst. Aber, so Sawiris, er wolle sein Geld nicht nur vererben, sondern damit etwas für sein Land tun, um es voranzubringen. „Und das will ich auch noch erleben“, schmunzelt der Ägypter.

„Mit El Gouna wird Geschichte geschrieben“, betont auch Prof. Dr. Mamdouh Eldamaty, Kulturrat der ägyptischen Botschaft in Berlin und Leiter der Studienmission. „Der Campus nach dem Vorbild der TU Berlin ist eine Einrichtung, die ihresgleichen sucht. Er baut Brücken zwischen den Kulturen.“ Den Visionären gebühre großer Dank. „Die Studierenden meines Landes von heute haben es besser als meine Generation. Europa kommt auf sie zu.“ Der ägyptische Staat habe sich verpflichtet, auf jede Einflussnahme zu verzichten, sowohl was die Finanzen als auch was die die Berufungen und die Curricula betrifft. „Ich will jedoch die große Anpassungsfähigkeit der TU Berlin loben, die sich vor allem bei den Studieninhalten der drei internationalen weiterbildenden Master-Studiengänge ,Energy Engineering', ,Water Engineering' und ,Urban Development' gezeigt hat.“ Mit seinem riesigen Anteil an ariden, extrem trockenen Gebieten benötige Ägypten zum Beispiel Fachleute, die sich der spezifischen regionalen Herausforderungen beim Wasser-Management annehmen. Auch für den Studiengang „Urban Development“ gibt es bereits ein erstes Realisierungsbeispiel vor Ort, das die Gegebenheiten einer Megastadt mit ungebremstem und unkontrolliertem Zuwachs berücksichtigt: In der sogenannten „New Town Haram City“ nahe Kairo werden die El-Gouna-Studierenden erste Erfahrungen in der nachhaltigen Entwicklung von Lebensräumen sammeln. Auch ein Auslandssemester ist für die Studierenden auf dem TU-Campus El Gouna vorgesehen: An der TU Berlin, ihrer Heimatuniversität in der deutschen Hauptstadt. Und Samih Sawiris träumt weiter: „Ich wünsche mir, dass bald viele Ägypter mit einem Ingenieurabschluss von der TU Berlin, so wie ich, der Zukunft unseres Landes dienen können.“

www.campus-elgouna.tu-berlin.de

Die weiterbildenden Master-Studiengänge in El Gouna:

  • Energy Engineering (EE), Leitung: Prof. Dr.-Ing. Felix Ziegler, Fachgebiet Maschinen- und Energieanlagentechnik
  • Urban Development (UD), Leitung: Prof. Dr. Rudolf Schäfer, Fachgebiet Bau-, Planungs- und Umweltrecht
  • Water Engineering (WE), Leitung: Prof. Dr.-Ing. Uwe Tröger, Fachgebiet Hydrogeologie

Der TU-Campus El Gouna richtet sich als Zweigstelle der TU Berlin vollständig nach der deutschen Hochschulgesetzgebung. Die Programme wurden nach den von den europäischen Bildungsministern 1999 in Bologna beschlossenen Standards für eine universitäre Ausbildung entwickelt.

Studienbeginn: ab Wintersemester 2012/2013 jährlich. Bewerbungsschluss für 2012/2013: 31. Juli 2012

Unterkünfte in El Gouna: Studentenwohnheime in der Nähe des Campus
Studiendauer: vier Semester (ganztags), Studiengebühren: 5000 Euro pro Semester, Stipendien möglich

Patricia Pätzold / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 4/2012

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