direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Studium & Lehre

Forellen und Tomaten vom Dach

Mittwoch, 04. April 2012

Studierende untersuchen Machbarkeit für ein Berliner Dachgewächshaus

Jährlich könnten hier mitten in der Stadt 86 000 Kilo Gemüse und 50 000 Kilo Fisch produziert werden, haben die Studierenden festgestellt
Lupe

Frisches Obst und Gemüse kommen durch innerstädtischen Anbau auf direktem Weg auf den Tisch. Gebäudegebundene Landwirtschaft auf Dächern, an Fassaden und in Gewerberäumen ist besonders umweltfreundlich: Anbau und Vermarktung erfolgen regional, und man braucht keine zusätzlichen, landwirtschaftlichen Flächen. TU-Professor Dietrich Henckel vom Institut für Stadt- und Regionalplanung unternahm mit 16 Studierenden im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts „ZFarm – Städtische Landwirtschaft der Zukunft“ den Praxistest und ließ sie die Machbarkeit eines Berliner Dachgewächshauses untersuchen.

Die zukünftigen Stadtplanerinnen und Stadtplaner des Masterstudiengangs „Stadt- und Regionalplanung“ erforschten Anbaumöglichkeiten und -bedingungen auf dem Flachdach der Alten Mälzerei in Berlin-Schöneberg im Wintersemester 2011/2012. Sie kooperieren mit dem Praxis-Partner „ECF | Efficient City Farming“. Das junge Unternehmen plant, 2013/14 das erste große Dachgewächshaus Berlins kombiniert mit einer Fischzucht zu errichten. Der Anbau von Strauchtomaten und die Aufzucht von Buntbarschen oder Regenbogenforellen sollen in einem symbiotischen Nährstoffkreislauf, dem sogenannten Aquaponik-System, miteinander verbunden werden.

Gemüse- und Obstanbau auf und in Gebäuden gibt es bereits auf allen Kontinenten. In Nordamerika werden immer mehr Lagerhallen, Gewerbegebäude und Hochhäuser mit Dachgewächshäusern oder mehrgeschossigen „Indoor-Farmen“ bestückt. Dass gebäudegebundene Landwirtschaft auch in Berlin machbar sein könnte, zeigen die Voruntersuchungen der TU-Studierenden. Denn die Malzfabrik erwies sich als geeigneter Standort. Mit 22 Becken im fünften Obergeschoss ist Platz für die Fischaufzucht. Auf dem Flachdach stehen knapp 4200 Quadratmeter potenzielle Gewächshausfläche zur Produktion von Gemüse zur Verfügung. Jährlich könnten rund 86 000 Kilogramm Tomaten oder andere Gemüsesorten und etwa 50 000 Kilogramm fangfrischer Fisch auf und unter dem Dach produziert werden, fanden die Studierenden heraus. Durch die Verwendung des hocheffizienten Aquaponik-Systems „ASTAFpro“ des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei kann wirtschaftlich und ressourcenschonend in solch einer Größenordnung gearbeitet werden. Regen- und Kondenswasser lassen sich nutzen, und die Stromversorgung kann über ein Blockheizkraftwerk sichergestellt werden. Ein ökologischer Lieferservice für Kantinen, Restaurants und Privathaushalte soll die Produkte in die Stadt transportieren. Der Vertrieb soll lokal und der CO2-Ausstoß durch Transportwege möglichst gering sein. Über einen Hofladen könnten die Erzeugnisse auch vor Ort angeboten werden.

Im Projekt arbeitet die TU Berlin mit dem Leibniz-Institut für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und dem „inter 3 Institut für Ressourcenmanagement“ weiter am Thema.

tui / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 4/2012

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.