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TU Berlin

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Studium & Lehre

„Agenten & Komplizen“

Freitag, 17. Februar 2012

Zusammen mit Schule und Stadt entwickeln Architektur-Studierende Ideen für Neuköllner Kiez

Atmosphären-Workshop mit Kindern aus dem Kiez Donaustraße in Berlin-Neukölln.
Lupe

Das Quartier „Donaustraße Nord“ im Berliner Stadtbezirk Neukölln ist eine dicht bebaute Lebenswelt, in der es seit vielen Jahren an Spiel- und Freiflächen mangelt. Um einen Spielplatz zu erreichen, müssen Kinder oft längere Wegstrecken durch stark befahrene Straßen zurücklegen. Wie können sich Schule und Stadt gegenseitig ergänzen, um Bildungsangebote und Lebensqualität in diesem Gebiet zu verbessern? Wie könnte sich die Schule verändern, wie das Quartier? Diesen Fragen widmen sich Studierende der Architektur sowie der Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin in einem Lehr- und Forschungsprojekt. Sie arbeiten dabei zusammen mit Schülern, Erziehern und Lehrern der Rixdorfer Grundschule sowie Bewohnerinnen, Bewohnern und weiteren Gruppen des Quartiers.

„Um eine Vorstellung von den Fantasiewelten der Kinder und weiterer Bewohnerinnen und Bewohner, von ihrer Sicht auf das Quartier, ihren Wünschen und Vorstellungen zu bekommen, nutzen wir unterschiedliche partizipative Werkzeuge“, erläutert Dr. Andrea Benze, die das Projekt zusammen mit Prof. Susanne Hofmann und Dipl.-Ing. Urs Walter vom TU-Fachgebiet „Entwerfen und Konstruieren. Wohnbau und Kulturbauten“ leitet.

Eines dieser Werkzeuge ist die „Atmosphärenwerkstatt“. Dort begegnen die Kinder den Architekten, beschreiben ihnen erlebte und gewünschte Atmosphären und kommunizieren so mit ihnen auf Augenhöhe. „Damit umgehen wir nicht nur die ausschließliche Konzentration auf die für Laien schwer verständlichen architektonischen Zeichnungen“, so Andrea Benze, „wir finden auch Hinweise und Ansatzpunkte, wie der kindliche Bewegungsdrang im dicht bebauten Quartier umgesetzt werden kann.“ Von den Schülerinnen und Schülern detailreich aus dem Gedächtnis gezeichnete und beschriftete Karten zeigen außerdem den Stadtteil aus kindlicher Perspektive. Sie verdeutlichen, wie die Kinder den Stadtteil nutzen, empfinden und bewerten.

Ein weiteres Werkzeug ist ein speziell für den Donaukiez entwickeltes Quartierspiel, durch das auch weitere Bewohner und Nutzer des Quartiers einbezogen werden können. Im ersten Teil des Spiels benennen und ergänzen die Spieler wichtige Orte und Akteure des Quartiers. Im zweiten Teil werden Ideen für die Zukunft der Bildung in der Stadt gesucht und mit den ausgewählten Orten und Akteuren verknüpft. Schließlich wird nach persönlichen Wünschen gefragt: Was wollen Sie lernen? Was möchten Sie gerne jemandem beibringen? Das Spiel „Agenten & Komplizen“ entstand in Kooperation mit der Kinder- und Jugendhilfeorganisation „LebensWelt gGmbH“ und dem Projekt „Die Baupiloten“ des TU-Instituts für Architektur. Moderiert von den Studierenden haben so bereits rund 100 Spielrunden mit unterschiedlichen Spielern stattgefunden.

In das Quartierspiel können auch weitere Bewohner und Nutzer des Quartiers einbezogen werden
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Bis zum Semesterende entwickeln die Studierenden aus dem gesammelten und bewerteten Material Entwürfe für eine „Erweiterung“ von etwa 1000 Kubikmetern und prüfen Ideen für strategische Partnerschaften zwischen Schule und Stadt, um Entwicklungsmöglichkeiten für das Quartier aufzuzeigen. Dabei sind Vorschläge für einen Umbau der Rixdorfer Schule, eine Lernlandschaft, die die Donaustraße einbezieht, oder Eingriffe an Orten im Kiez, die durch das Quartierspiel als wichtige Treffpunkte der lokalen Bevölkerung entdeckt wurden. Die Szenarien sollen anschließend unter anderem im Rahmen einer Zukunftswerkstatt für das neue Sanierungsgebiet Nordneukölln Karl-Marx-Straße/Sonnenallee diskutiert werden. „Wir sind überzeugt, dass Partnerschaften zwischen Schule und Stadt innerhalb des Quartiers sichtbar werden müssen. Deshalb plädieren wir darüber hinaus für bauliche Veränderungen, um der Kooperation auch einen ästhetisch-architektonischen Ausdruck zu verleihen“, erklärt Andrea Benze schließlich.

Das Lehr- und Forschungsprojekt wurde entwickelt in Kooperation mit dem Fachgebiet Städtebau und Siedlungswesen am TU-Institut für Stadt- und Regionalplanung, geleitet von Prof. Dr. Angela Uttke, sowie in engem Austausch mit dem Quartiersmanagement Donaustraße Nord.

http://fg-hofmann.architektur.tu-berlin.de/wordpress/

www.staedtebau.tu-berlin.de

pp / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 2/2012

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