TU Berlin

TUB-newsportaltui0112: Kulturwandel in der Lehre

Inhalt des Dokuments

zur Navigation

Studium & Lehre

Kulturwandel in der Lehre

Freitag, 20. Januar 2012

Erfolg im Bund-Länder-Programm: Studienreformmaßnahmen und didaktische Weiterentwicklung sollen insbesondere die Startbedingungen in den MINT-Fächern entscheidend verbessern

Für hochausgelastete Lehrbereiche werden sieben wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für fünf Jahre eingestellt
Lupe

"Wir freuen uns sehr, mit den jetzt bewilligten zehn Millionen Euro dringend benötigte Spielräume für mehr Qualität in der Lehre schaffen zu können. Qualität hat nicht nur mit der quantitativen Betreuungsrelation zu tun, aber letztlich auch mit dieser. Der Antrag ermöglicht eine punktuell entspanntere Ausstattungssituation sowie zahlreiche Maßnahmen der Qualifizierung", sagte Dr. Gabriele Wendorf, 3. Vizepräsidentin an der TU Berlin, als im Dezember die Bewilligung aus dem Bund-Länder-Programm "Hochschulpakt III" eintraf. Vor allem mit Blick auf die Herausforderungen der doppelten Abiturjahrgänge komme das Geld jetzt genau zum richtigen Zeitpunkt. Zwischen Personalausstattung, Optimierung der Studienbedingungen sowie Weiterbildung und Qualifizierung hatten die Planerinnen und Planer des Antrags im Präsidialbereich aufeinander aufbauende Projekte zu sieben Antragslinien vereint.

TU URGENT CALL
TU WIMIPLUS

Bildungsmonate und Zertifikatsprogramm

Die tragenden Säulen für eine verbesserte Personalausstattung in den Fakultäten sind die beiden Antragslinien "tu urgent call" und "tu wimiplus". Mit der Linie "tu urgent call" werden drei vorgezogene Berufungen auf Strukturprofessuren in den hochausgelasteten Lehreinheiten Energie- und Verfahrenstechnik, Maschinenbauwesen und Verkehrswesen realisiert. Die Berufenen werden zudem im Rahmen der Linie "tu inspire" hochschuldidaktisch weiterqualifiziert. Die Linie "tu wimiplus" verknüpft Maßnahmen zur Verbesserung der Personalausstattung mit Weiterbildungs- und Beratungsprogrammen für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TU Berlin. Für nachweislich hochausgelastete Lehrbereiche werden sieben wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für fünf Jahre eingestellt und über das hochschuldidaktische Zertifikatsprogramm "Lehren und Lernen" in besonderer Weise für ihre Lehraufgaben qualifiziert. Die beteiligten Personen erwerben dabei nicht nur hochschuldidaktische Kompetenzen, sondern entwickeln auch innovative Lehrkonzepte, die sie unmittelbar in ihrer Fachlehre umsetzen und mit denen sie als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit Veranstaltungen und Beratungsangeboten in ihre Bereiche hineinwirken. Aufgrund der hohen Belastungen, die diese Personen tragen, vergibt die TU Berlin als Ausgleich und Anreiz "Bildungsmonate". Mit jedem Jahr erhalten die am Programm Beteiligten jeweils eine einmonatige Verlängerung des Arbeitsvertrages.

TU TUTOR
PLUS
30 zusätzliche Tutorinnen und Tutoren

"tu tutorplus" ist die Weiterentwicklung des erfolgreichen TU-Berlin-Weiterbildungsprogramms für Tutorinnen und Tutoren. Das Format wird auf studentische Hilfskräfte mit Informations- und Beratungsaufgaben übertragen und um Feedbackstrukturen und fach- und anforderungsspezifische Qualifizierungsmaßnahmen erweitert. In jedem Semester sollen nunmehr zusätzlich 30 Tutorinnen und Tutoren für ihre Lehr- oder Beratungsaufgaben geschult werden.

TU INSPIRE
Abbau von Barrieren bei Kompetenzerwerb

"tu inspire" hat das Ziel, der Hochschuldidaktik zu einer neuen Rolle in der Universität zu verhelfen. Sie soll als Quelle der Inspiration erlebbar werden; Barrieren, die dem systematischen Kompetenzerwerb von Professorinnen und Professoren entgegenstehen, will man abbauen. Mit einem Kommunikationskonzept und der Einbettung von hochschuldidaktischen Angeboten in die Berufungsverhandlungen soll der Diskurs über das Thema Hochschuldidaktik neu initiiert werden.

TU STUDY & BUDDY
Unterstützung durch Tandems und Mentoring

"tu study & buddy" bietet Mentoring im Bachelorstudium für drei studienerfolgssensitive Bereiche an:

  • Mit "tu tandem" erhalten Studierende mit familiären Belastungen durch Kinder oder Angehörige über die Strukturen des Familienbüros eine abgestimmte Unterstützung.
  • Mit "buddy international" wird ein Buddy-Programm für internationale und TU-Berlin-Austauschstudierende entwickelt.
  • "Externes Mentoring plus" stellt Bachelorstudierenden ab der zweiten Studienhälfte externe Mentorinnen und Mentoren zur Seite, um in individuellen Tandems berufsvorbereitende Fragen zu erörtern.

TU MINTGRÜN
Orientierung für Abiturienten mit Tutorien

Mit "tu MINTgrün" bietet die Fakultät II Mathematik und Naturwissenschaften der TU Berlin erstmals ein interdisziplinäres, zweisemestriges Orientierungsstudium an, das sich an Abiturientinnen und Abiturienten wendet, die sich für naturwissenschaftliche und technische Fragen interessieren, sich jedoch noch nicht für ein spezifisches MINT-Studium an der TU Berlin entschieden haben. Der besondere Anreiz für diese Zielgruppe liegt in einer durch Tutorien unterstützten Projektarbeit, in der erste komplexe Aufgabenstellungen bearbeitet werden, die technische Lösungen und Nachhaltigkeit verbinden. Der Abschluss ist ein Zertifikat. Absolvierte Module, die im Curriculum des anschließend gewählten Studiengangs enthalten sind, werden anerkannt. Der Beginn ist für das Wintersemester 2012/2013 zum Eintreffen der doppelten Abiturjahrgänge in Berlin und Brandenburg geplant.

TU PROJECT

Früher Praxisbezug schon im Bachelor

Mit "tu project" soll projektorientiertes Lernen in den Bachelorstudiengängen gefördert werden. Ziel ist es, einen unmittelbaren Praxis- und Forschungsbezug in die Lehre zu integrieren und die Selbstorganisationsfähigkeiten der Studierenden bereits in der Studieneingangsphase zu unterstützen. Es ist vorgesehen, jährlich bis zu fünf studentische Projekte zu fördern. Grundlage ist ein Auswahlverfahren, welches beim Strategischen Controlling und bei der ständigen Kommission für Lehre und Studium (LSK) verankert ist.

Lupe


TU DIGIT

Bei Lehrenden und Lernenden Interesse am E-learning wecken

Mit "tu digit" soll der Einsatz neuer Medien in der Lehre und der Studienorganisation weiter ausgebaut werden. Die Linie beschränkt sich nicht auf die Einrichtung der technischen Infrastruktur, sondern zielt zudem darauf ab, das Interesse der Lehrenden am E-Learning-Einsatz zu wecken und für die Anwendung von E-Learning-gestützter Lehre zu qualifizieren. Das Zentrum für Multimedia in Lehre und Forschung (MULF) unterhält die Infrastruktur und ist hier, auch durch eigene Entwicklungen, Innovationsmotor. Die Zentraleinrichtung Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation (ZEWK) sorgt durch ihr Weiterbildungs- und Beratungsangebot zu neuen Medien dafür, dass didaktisch sinnvolle Konzepte zugrunde liegen und das innovative Potenzial von E-Learning von den Lehrenden genutzt wird. Durch die enge Zusammenarbeit beider Einrichtungen werden Neuentwicklungen zügig umgesetzt, und die Lehrenden erhalten eine breite Unterstützung.

tui / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 1/2012

Navigation

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe