direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Page Content

There is no English translation for this web page.

Studium und Lehre

Niemand steigt zweimal in denselben Fluss

Freitag, 14. Oktober 2011

Interdisziplinäres Studienbuch für alle Studierenden der "Water Sciences"

Wasser - Chemie, Mikrobiologie und nachhaltige Nutzung
Grohmann, Jekel, Szewzyk, Szewzyk. Wasser- Chemie, Mikrobiologie und nachhaltige Nutzung De Gruyter 2011 ISBN 978- 3-11-021308-9
Lupe

Wasser ist so alt wie die Welt. 1,4 mal 1018 Kubikmeter des kostbaren Nasses gibt es auf der Erde. Durchschnittlich zwölf Grad Celsius warm kreist es seit Jahrmilliarden auf und unter der Erdoberfläche und in der Luft, immer die gleiche Menge. "Wir sprechen heute zwar von Wasserverbrauch, in Wirklichkeit ist es aber nur eine Wassernutzung. Die Menge bleibt immer unverändert", sagt Andreas N. Grohmann, Initiator des Buchs und langjähriger Honorarprofessor für Wasserreinhaltung an der TU Berlin. Allerdings sei das Wasser auf der Erde extrem ungleich verteilt, abhängig von klimatischen Bedingungen. Es verdiene besondere Aufmerksamkeit, da es Lebensraum, Lebensspender, Energie- und Wärmespeicher und vieles mehr ist. Seit einigen Jahrzehnten untersuchen Wissenschaftler Wasservorkommen, -zusammensetzung und -eigenschaften, um anthropogene, also menschengemachte Veränderungen dingfest zu machen. Vor allem sollen so Nutzen und möglicher Schaden für die Menschheit beurteilt werden.

Die sogenannte Hydrosphäre der Erde besteht aus Niederschlag, der über dem Festland entweder verdunstet oder abfließt, vorzugsweise über die drei größten Flusssysteme der Erde, den Amazonas, den Kongo und den Jangtse. Der Rest ist in Wolken und Luftfeuchte, in Salz- und Süßwasser, Eis und Gletschern gespeichert. Wasserbilanzen aus Entnahme und Rückführung mehr oder minder gereinigten Wassers zeigen den Umfang von Eingriffen in den natürlichen Wasserhaushalt, die typischerweise von industrialisierten Ländern wie Deutschland vorgenommen werden.

Heute haben die Menschen eine ungleich höhere Verantwortung für die Wasserressourcen, da ihre technischen Aktivitäten inzwischen unkontrollierte, oft negative und zunehmend globale Auswirkungen haben. Die klimatischen Veränderungen machen Korrekturen zum Beispiel an Küstenlinien notwendig, für die internationale Konventionen erforderlich sind, inklusive der hieraus erwachsenden Komplikationen. "Die Menschen haben erkannt, dass sie der Wasserwirtschaft mehr Aufmerksamkeit schenken müssen", erklärt Grohmann. "Beispielsweise findet bei der Nutzung von Regenwasser derzeit vor allem in den Städten ein Paradigmenwechsel statt. Früher leitete man das Wasser hauptsächlich ab. Heute sollte der Niederschlag zur Dachbegrünung und zur Versickerung und Speicherung im Boden verwendet werden. Dazu müssen zusätzlich zur Renaturierung von Flussläufen und zur Erhöhung von Dämmen auch auf privaten Grundstücken Speicher als Rückhalteraum geschaffen werden, um den Abfluss von Hochwasser zeitlich zu strecken." Die industrialisierten Länder seien aufgerufen, neue Technologien zum sorgsamen Umgang mit Wasser zu entwickeln, unter anderem zur Reduzierung des Bedarfs, zur Mehrfachnutzung bei Meerwasserentsalzung, zur Speicherung bei Starkregen, insbesondere auch zur Reinigung von Fäkalien oder Arzneimittelrückständen, zur Vermeidung von Kontaminationen mit Öl und Chemikalien und so weiter, und dafür Sorge zu tragen, dass diese Technologien auch zur Anwendungsreife in weniger entwickelten Gebieten gebracht werden.

Einen fundierten Überblick darüber, was wir heute über die Ressource Wasser wissen, bietet Studierenden wie interessierten Laien ein neu erschienenes Buch, geschrieben von drei TU-Professoren aus der Wasserreinhaltung, der Bioanorganischen Chemie und der Umweltmikrobiologie, zusammen mit Fachleuten vom Umweltbundesamt. Es beleuchtet die vielfältigen Aspekte des lebensspendenden Nasses und regt zu sorgsamem Umgang mit dem Wasser und zu seiner nachhaltigen Nutzung an. Nachhaltigkeit, so die Autoren des Buches, dürfe nicht als wünschenswertes Beharren auf dem Status quo missdeutet werden, denn "niemand steigt zweimal in denselben Fluss", wie schon Heraklit um 500 vor Christus warnte.

pp / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 10/2011

Zusatzinformationen / Extras

Quick Access:

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

This site uses Matomo for anonymized webanalysis. Visit Data Privacy for more information and opt-out options.