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TU Berlin

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Studium & Lehre

Spaßfaktor als Schlüssel für Alltagskompetenz

Freitag, 17. Juni 2011

Wettbewerb des Verbraucherministeriums unterstützt TU-Lehrerausbildung

Schülerinnen und Schüler in der TU-Lehrküche
Selbst gekocht schmeckt und ist preiswert: Schülerinnen und Schüler in der TU-Lehrküche
Lupe

Einer der zentralen Anlässe von Jugendlichen, sich bei Freunden Geld zu leihen, ist der Besuch von Fast-Food-Restaurants", sagt Prof. Dr. Ulf Schrader, geschäftsführender Direktor des Instituts für Berufliche Bildung und Arbeitslehre (IBBA) der TU Berlin und Leiter des Fachgebiets Arbeitslehre/Ökonomie und Nachhaltiger Konsum. "Sie lernen oft weder Zu Hause noch in der Schule, Preise und Qualität von Dingen des täglichen Konsums angemessen zu beurteilen." Eine Umfrage des Sozialforschungsinstituts Forsa unter 500 Schülerinnen und Schülern der zehnten Klasse ergab, dass nur ein Viertel von ihnen die Kriterien für einen günstigen Handytarif ermitteln kann. Rund drei Viertel liegen mit ihrer Einschätzung falsch. Auch der Zweck eines Girokontos ist nur etwas mehr als der Hälfte der Jugendlichen bekannt. Der Rest glaubt, man erhalte angemessene Zinsen oder könne regelmäßig sparen. Im Internet kennen sie sich dagegen gut aus. Doch bei der Preisgabe ihrer persönlichen Daten sind viele Jugendliche äußerst unvorsichtig. Die Hälfte glaubt, sie müssten bei Online-Bestellungen private Daten wie Telefonnummern, Familienstand, Beruf, Hobbys oder Einkommen angeben.

Um diesen gesellschaftlichen Problemen zu begegnen, setzt die TU Berlin in der Lehrerbildung an. Am IBBA werden angehende Lehrerinnen und Lehrer für die Schulfächer "Arbeitslehre" beziehungsweise "Wirtschaft-Arbeit-Technik" ausgebildet, das in Berlin Leitfach für die Verbraucherbildung und Pflichtfach an allen Integrierten Sekundarschulen ist.

"Mit der Lehrerausbildung übernehmen wir auch einen Teil der gesellschaftlichen Verantwortung", so Dr. Gabriele Wendorf. Sie ist als TU-Vizepräsidentin unter anderem auch für Lehrerbildung und wissenschaftlichen Nachwuchs zuständig. "Die Vermittlung von Alltagskompetenzen für einen nachhaltigen Konsum kann in viele andere Unterrichtsfächer einfließen, in Mathematik, in Englisch oder Geografie. Der Spaßfaktor ist entscheidend." Beispielsweise lernen die angehenden Lehrerinnen und Lehrer im Hinblick auf die Finanzkompetenz die wichtigsten Gründe für Überschuldung kennen - und Möglichkeiten, diese zu vermeiden. In der Arbeitslehre-Lehrküche der TU Berlin wird die Kompetenz vermittelt, mit wenig Geld- und Zeitaufwand schmackhafte und gesunde Nahrungsmittel zuzubereiten. Weitere Kompetenzen für Arbeit und Konsum erhalten sie in zahlreichen weiteren Institutswerkstätten: in der Textilwerkstatt, der Lernwerkstatt, dem Elektrolabor, der Holz-, Metall- und Kunststoffwerkstatt. Neben den ökonomischen spielen dabei auch die sozialen und ökologischen Folgewirkungen des Konsums eine große Rolle. Der Thematik nimmt sich nun auch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) an. Am Donnerstag, dem 19. Mai, eröffnete die zuständige Ministerin Ilse Aigner an der TU Berlin den Wettbewerb "Fürs Leben lehren" (siehe auch Seite 1). Ausgezeichnet werden innovative Unterrichtskonzepte zur ökonomischen Verbraucherbildung. Das Ziel dieses Wettbewerbs schließt sich nahtlos an die Ziele des IBBA an. Zur BMELV-Jury, die für die Auswahl der besten Unterrichtsideen verantwortlich ist, gehört daher auch Helmut Meschenmoser, TU-Professor für Fachdidaktik der Arbeitslehre und Experte für Mediendidaktik am TU-Institut. Die TU-Wissenschaftler sind begeistert, dass sich eine Ministerin auf Bundesebene des wichtigen Themas der Verbraucherbildung so intensiv annimmt. Ulf Schrader: "Bisher hat sich der Bund mit dem Verweis auf die Bildungshoheit der Länder aus diesem Thema weitgehend herausgehalten."

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 6/2011

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