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TU Berlin

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Studium & Lehre

Gegenseitiges Geben und Nehmen

Dienstag, 05. April 2011

Warum sich Unternehmen in den Universitäten engagieren und wie Studierende davon profitieren können

Prof. Dr. Dodo zu Knyphausen-Aufseß leitet das Fachgebiet „Strategische Führung und Globales Management“ an der TU Berlin
Lupe

Herr Prof. zu Knyphausen-Aufseß, die TU Berlin bemüht sich, Praxis auch innerhalb des Studiums erlebbar zu machen. In der Fakultät VII Wirtschaft und Management ist das Center of Knowledge Interchange (CKI) angesiedelt, eine Kooperation mit der Firma Siemens. Workshops, Vorträge und Praktikumsangebote oder Themen für Diplom- und Masterarbeiten geben vielversprechenden Studierenden einen Einblick in die Unternehmenspraxis. Welchen Mehrwert bieten solche Kooperationen für beide Seiten?

Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Die Unternehmen sind interessiert an guten Absolventen, wir möchten unsere Studierenden beim Einstieg in die Karriere nach der Uni unterstützen. In der Wirtschaft findet heute ein „War for Talents“ statt, ein Kampf um die besten Köpfe, vor allem um diejenigen mit einem grundlegenden technischen Verständnis. Dabei sind nicht nur Absolventinnen und Absolventen rein technischer Studiengänge begehrt, sondern gerade auch Wirtschaftsingenieure, die wir hier ja ausbilden. Es reicht heute nicht mehr die klassische Anfrage an uns, „Nennen Sie uns bitte die besten Examenskandidaten“, um am Ende einfach nur die Sahne abzuschöpfen. Die Unternehmen müssen sich stattdessen entsprechend präsentieren und engagieren, um als interessante Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Auch wir sind natürlich interessiert daran, dass sie sich in Lehre und Ausbildung engagieren. Wir können Praxisnähe bieten und die Ausbildung intensivieren, die Studierenden können ihr theoretisches Wissen anwenden und die Wirtschaft erhält Top-Absolventen.

Wie weit ist diese Erkenntnis auch schon in den Unternehmen verbreitet?

Die großen Unternehmen betreiben das in den letzten Jahren sehr offensiv. Sie haben sogenannte Zieluniversitäten, wie die TU Berlin es, neben einigen anderen nationalen und internationalen Universitäten, für die Firma Siemens ist. Gemeinsame Projekte sollen so angebahnt und frühzeitig Talente rekrutiert werden. An unserem Lehrstuhl führen wir zum Beispiel mit dem Siemens-Geschäftsbereich Management Consulting (SMC) eine Art Beratungsprojekt durch, das für alle Studierenden offen ist. Die Studierenden lernen, ein Beratungsprojekt zu akquirieren, führen es durch und präsentieren es schließlich vor echten Managern, was ihnen übrigens häufig Praktika oder sogar Einstiegschancen beschert. Aber auch die Universitäten wetteifern untereinander, wie sie sich bei potenziellen Arbeitgebern ihrer Absolventen präsentieren können.

Welche Schwierigkeiten gibt es?

Für die Studierenden fallen durch die eng gepackten Studienpläne und auch, weil sie teilweise Geld verdienen müssen, Freiräume weg. Sie wollen und können kaum Zeit erübrigen für Projekte, die nicht unbedingt klausurrelevant sind. Wenn man dann mit großem Engagement eine Veranstaltung organisiert, für die auch die Firmen Zeit und Geld investieren, und es kommen nur wenige, ist das nicht nur traurig für alle Beteiligten einschließlich der Studierenden, es ist auch nachgerade peinlich.

Wie versuchen Sie, diese Situation zu entschärfen?

Mir gefällt die Idee eines „Honorstudiums“, wie ich es von der Universität Regensburg kenne. Dabei können Studierende für bestimmte zusätzliche Leistungen auch ein zusätzliches Zertifikat bekommen, das zwar nicht in die Prüfungsordnung übernommen wird, auf dem Arbeitsmarkt jedoch zusätzliche Chancen eröffnet. Zum Beispiel erhält man es für die Absolvierung bestimmter Workshops oder anderer akademischer Veranstaltungen, in die wir natürlich auch die Unternehmen einbinden würden. Das ist vorerst eine Vision, denn es ist derzeit schwierig, unsere Ressourcen für die Umsetzung einer solchen Idee zu binden. Dennoch könnte eine solche Idee unsere Fakultät noch attraktiver machen. Aus meiner eigenen Lehrerfahrung muss ich aber sagen, dass ich die Studienbedingungen hier ausgesprochen attraktiv finde. Bei den Grundlagenveranstaltungen ist der Hörsaal natürlich immer randvoll, das nimmt aber schon bei weiterführenden Bachelorkursen ab, sodass unsere Studierenden gut betreut werden.

Worauf sollten heute Studierende achten, wenn sie eine Karriere in einem großen Unternehmen anstreben?

Beste Voraussetzung sind nach wie vor gute Noten. Selbstverständlich sind Sprachkenntnisse wichtig, Auslands- und Praktikumserfahrungen, soziales Engagement oder ob man ein Teamplayer ist. Doch man muss dabei authentisch bleiben. Entscheidungsträger sind es heutzutage nach meiner Erfahrung mittlerweile leid, Superlebensläufe zu erhalten, die dann teilweise etwas inszeniert wirken. Im Gespräch stellt sich meist schnell heraus, ob alles nur Fassade ist. Die Studierenden sollen das machen, was sie wirklich interessiert. Damit sind sie letztlich am erfolgreichsten.

Der Text basiert auf einem Interview des Company Consulting Team e. V. CCT, der studentischen Unternehmensberatung an der TU Berlin.

pp / Quelle: "TU intern", 4/2011

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