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TU Berlin

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Studium & Lehre

Über das eigene Fach hinaus

Dienstag, 16. November 2010

Wie Studierende ihren freien Wahlbereich füllen

"Universität für alle", "Studium generale", "Fachübergreifendes Studium" – diese Stichworte umreißen heute einen Bildungsauftrag, den sich die TU Berlin bei ihrer Neueröffnung 1946 selbst gegeben hatte. Im Mittelpunkt sollte eine universale Bildung stehen. Aus dem Fächerspektrum einer technischen Hochschule entstand durch Einbeziehung der Geisteswissenschaften die erste technische Universität in Deutschland mit einem humanistischen Element im Profil. Damit sollte der Brückenschlag zwischen technologischer Forschung und gesellschaftlicher Verantwortung gefördert werden. Die Frage nach der Wechselwirkung von Gesellschaft und Technik ist bis heute aktuell und schlägt sich auch in den Studienordnungen der Bachelor- und Masterstudierenden nieder. In einem freien Wahlbereich sind die Studierenden gehalten, über den Tellerrand ihres Faches hinauszublicken. Sie können dabei sogar Seminare in anderen Berliner Universitäten belegen. TU intern hat auf dem Campus nachgefragt, wofür sich die Studierenden interessieren.

Robert studiert Chemie im 3. Semester

Robert
Lupe

Im zweiten Semester habe ich nichts belegt, weil ich zu wenig Zeit in meinem Stundenplan hatte. Aber jetzt mache ich Toxikologie. Ich finde es insgesamt gut, dass man in diesem freien Wahlbereich auch die Interessen ein bisschen polarisieren, sich spezialisieren kann. Wenn man die Thematik etwas ausweitet, kann man besser beurteilen, in welche Richtung man später vielleicht gehen will. Ich finde Grundlagenforschung für meine Zukunft reizvoll, aber andererseits bin ich auch noch sehr offen und schaue noch, wo es konkret hingehen soll.

Irina studiert Technischen Umweltschutz im 5. Semester

Irina
Lupe

Am Institut für Chemie wird "Verantwortungslose Wissenschaft" angeboten. Es behandelt Themen, die man sonst im Studium kaum hört. Dabei bekommen wir sehr viele Beispiele von Gentechnik-Anwendungen über Betrug in der Wissenschaft oder Fehlverhalten von Wissenschaftlern der Karriere zuliebe, zu Designer-Tieren und -Menschen, Bioethik und Selbstkontrolle oder Umgang mit Radioaktivität und Dünger in der Dritten Welt, zum Beispiel bei Baumwollpflanzungen in Indien. Ich finde es sehr wichtig, dass wir uns als zukünftige Wissenschaftlerinnen oder Leute, die Verantwortung tragen, über diese Probleme bewusst sind.

Linda studiert Energie- und Prozesstechnik im 4. Semester

Linda
Lupe

Zunächst mache ich einen spanischen Sprachkurs, weil ich eventuell ein Austauschsemester in einem spanischsprachigen Land anstrebe. Mich interessiert auch noch Astrophysik. Am liebsten hätte ich sogar noch einen größeren Anteil der freien Wahl am Studium, das ist nach Studiengängen unterschiedlich. Bei uns werden leider nur acht oder neun Leistungspunkte angeboten. Und wenn es nicht angerechnet wird, kann man es sich meist zeitlich nicht leisten.

Sobhi studiert Maschinenbau im 7. Semester

Sobhi
Lupe

Ich habe technische Fächer gewählt, weil mich das nun mal interessiert: "Differentialgleichungen für Ingenieure“ und "Solartechnische Systeme" und als nichttechnisches Fach "Allgemeine Volkswirtschaftslehre". Darin spielt die Mathematik interessanterweise auch eine große Rolle, was mir entgegenkommt.

Sina studiert Chemie im 3. Semester

Sina
Lupe

Im ersten Semester habe ich Bioethik gewählt und in diesem Semester jetzt Biologie. Gerade in der Bioethik setzt man sich kritisch mit Wissenschaft auseinander. Man hinterfragt zum Beispiel, wie weit Wissenschaft gehen darf. Das fand ich wichtig als Ausgleich zur Naturwissenschaft.

Frederik studiert Maschinenbau im 7. Semester

Frederik
Lupe

Ich habe mir Englisch ausgesucht – für Naturwissenschaftler. Englisch für Ingenieurwissenschaftler war zu der Zeit, als es für mich gepasst hätte, nicht frei, die Plätze sind sehr heiß begehrt. Vieles überschneidet sich aber, daher war das für mich eine Alternative. Sonst hätte ich Kurse bei einem anderen kostenpflichtigen Anbieter machen müssen. Aber die Lehrerin war sehr gut, und es hat sehr viel Spaß gemacht. Sprachen zählen als nichttechnisches Fach, deswegen habe ich das Angenehme mit Nützlichen verbunden.

Robin studiert Geotechnologie im 1. Semester

Robin
Lupe

So genau habe ich mich da noch nicht umgeschaut. Bisher hatte ich noch damit zu tun, die Pflicht-Module zu koordinieren und mir einen Stundenplan für mein Studium zusammenzustellen. Mich würde aber zum Beispiel Biologie noch interessieren.

Jana studiert Biomedizinische Technik im 2. Semester

Jana
Lupe

Ich habe gerade den Master angefangen und kann 24 Leistungspunkte in den Wahlmodulen absolvieren. Zurzeit höre ich in der Geotechnologie "Endogene und Exogene Dynamik der Erde". Dabei geht es um die Kräfte, Bewegungen und Gegenbewegungen der Erde und ihrer Umgebung. Außerdem interessiert mich noch Psychologie, denn Kenntnisse daraus helfen in allen Bereichen. Es ist zum Beispiel hilfreich, gut mit Menschen umgehen zu können. Ich finde es wichtig, dass es diese Wahlbereiche gibt, in denen man etwas machen kann, das über das eigene Fach hinausgeht – und dass es auch angerechnet wird. Sonst würde man wahrscheinlich aus Zeitnot gar nicht dazu kommen, sich mit etwas anderem zu beschäftigen als mit dem eigenen Fach.

tui / Quelle: "TU intern", 11/2010

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