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TU Berlin

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Studium & Lehre

"Die Zukunft der Technik ist weiblich"

Montag, 18. Oktober 2010

Ekkehard Schulz über demografischen Wandel und Verantwortung der Wirtschaft

Im Lichthof der TU Berlin diskutierte Ekkehard D. Schulz, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG und Ehrendoktor der TU Berlin, im September mit Vertretern von Wirtschaft, Schule und Studierenden
Lupe

Herr Dr. Schulz, Sie widmen Ihr Buch "55 Gründe, Ingenieur zu werden" allen jungen Frauen und Männern, die mit Neugier, Mut und Freude unsere Welt gestalten wollen und den schönsten Beruf der Welt ergreifen, der der Ingenieurberuf für Sie ist. Die Universitäten bemühen sich seit geraumer Zeit mit spezifischen Programmen, Veranstaltungen und Studieninhalten, den Beruf vor allem auch für Frauen attraktiv zu machen. Was kann die Wirtschaft noch tun?

Sie muss vor allem Eigeninitiative zeigen. Und das gilt nicht nur beim Frauenanteil! Wir haben ein Imageproblem: Techniker sind rar in den Top-Listen unserer Gesellschaft. Welche Ingenieure, geschweige denn Ingenieurinnen, sind denn heute Vorbild, gelten bei unserer Jugend als cool? Wir müssen Begeisterung für Technik bereits bei Kindern und Jugendlichen früh wecken und fördern. ThyssenKrupp hat bereits 2004 nur zu diesem Zweck die Initiative "Zukunft Technik entdecken" ins Leben gerufen. Höhepunkt und Flaggschiff der Initiative ist unser "IdeenPark", eine "begreifbare" Technik-und-Erlebnis-Welt für Jugendliche, Schüler und Familien. Die drei ThyssenKrupp IdeenParks 2004, 2006 und 2008 boten in den letzten Jahren über einer halben Million Besuchern die Möglichkeit, Technik hautnah zu erleben. Der nächste IdeenPark findet 2012 in Essen statt.

Sie beschreiben plastisch, warum es ein Glück ist, Ingenieur zu werden: Ingenieure seien Künstler, hervorragende Herdenführer, absolvierten ein attraktives Studium in Theorie und Praxis, machten unser Essen besser, ließen Menschheitsträume wahr werden. Ihr eigenes sehr erfolgreiches Berufsleben begann in einem aufblühenden Deutschland. Trifft das alles auf die jungen Ingenieure der Zukunft auch noch zu?

Es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass wir zukünftig überhaupt wieder genug qualifizierten Nachwuchs haben! Allein im ersten Quartal dieses Jahres blieben 55 000 Technikerstellen unbesetzt. Durch den Mangel an Ingenieurinnen und Ingenieuren gehen unserer Volkswirtschaft bereits heute im Jahr geschätzte zwölf Milliarden Euro an Wertschöpfung verloren. Und wenn in den nächsten Jahren zusätzlich die geburtenstarken Jahrgänge den Arbeitsmarkt verlassen, wird sich dieser Verlust voraussichtlich noch deutlich erhöhen. Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, könnte unsere Wirtschaft schon in wenigen Jahren an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Denn die Innovationskraft ist unsere Stärke. Zudem arbeitet derzeit leider nur jeder zweite Ingenieur in Deutschland tatsächlich als Ingenieur. Das zeigt zwar, dass Ingenieure sehr vielfältig eingesetzt werden können, aber es wäre natürlich wünschenswert, dass ein größerer Anteil nach dem Studium auch im erlernten Beruf arbeitet. Dabei gilt es natürlich auch die Frauen zu fördern. Die Zukunft der Technik ist weiblich! Aber wo keine Ingenieurin neue Maschinen konstruiert, bedarf es auch keiner Arbeitskräfte, die diese Maschinen bauen, vermarkten, bedienen oder reparieren.

Was raten Sie jungen Menschen, wenn sie doch einmal an ihrer Wahl zweifeln?

Dranbleiben, auch wenn es manchmal schwerfällt! Unser Beruf ist so vielfältig wie kein anderer, bringt Menschen aus aller Welt zusammen und sichert unseren Fortschritt. Schon immer sind Ingenieure die Motoren des menschlichen Miteinanders gewesen. Autos, Flugzeuge, Mobiltelefone: Technik wird von Menschen für Menschen gemacht. Dafür braucht es die richtigen Köpfe, die richtigen Ideen, die richtige Ausbildung und natürlich Unternehmertum! Last but not least verdienen Ingenieurinnen und Ingenieure schon in jungen Jahren gutes Geld: Einsteiger bekommen fast immer einen Arbeitsplatz und können immerhin mit einem Jahresgehalt von bis zu 50 000 Euro beginnen.

Die Fragen stellte Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 10/2010

Lesen Sie dazu den Artikel "Liebeserklärung an den Ingenieurberuf" (TU intern 10/2010)

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