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Studium & Lehre

Sorglos durchs Netz surfen

Montag, 19. April 2010

Forscher der TU Berlin und der T-Labs nahmen eines der weltweit größten drahtlosen Netzwerke in Betrieb

46 Funkknoten mit 120 Antennen haben Professorin Anja Feldmann und ihr Team auf dem TU-Campus installiert
Lupe

Die TU Berlin und die Deutsche Telekom Laboratories konnten vor Kurzem eines der weltweit größten Outdoor-Forschungsfunknetzwerke auf dem Universitätscampus in Betrieb nehmen. Solche Netze sind in der Branche als "Mesh Networks" bekannt. Mit logistischem und finanziellem Aufwand trieben die TU- und Telekom-Forscher den Aufbau des Netzwerkes drei Jahre lang voran. Nun konnte der Probebetrieb aufgenommen und das drahtlose Netz zur Internetnutzung verwendet werden. "Berlin Open Wireless Lab" (BOWL) heißt das Projekt, das sich hauptsächlich mit dem "Routing" beschäftigt, also mit der Zustellung von Netzwerkpaketen an den richtigen Empfänger.

Mitte 2009 wurden auf den Dächern fast aller Hochschulgebäude über den gesamten Campus verteilt insgesamt 46 Funkknoten mit über 120 Antennen in Betrieb genommen. Für die nächsten Jahre ist die schrittweise Integration weiterer Technologien über die Internetnutzung hinaus geplant.

Die Projektverantwortlichen um Professorin Anja Feldmann vom Fachgebiet Intelligente Netze, Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik, und den Telekom Laboratories nutzen dabei alle vorhandenen Möglichkeiten wie WLAN- und Funknetze, aber auch drahtgebundene Netze. Sie wollen einerseits ein vielseitiges Forschungsnetz aufbauen und andererseits den Studierenden der TU Berlin auch im Außenbereich des Campus WLAN-Zugang ermöglichen.

"Da reales Benutzerverhalten sowie die Umgebung maßgeblichen Einfluss auf die Ergebnisse jedes Experiments haben, setzt die Modellbildung realistische Versuche im Maßstab 1:1 voraus", erklärt Ruben Merz, einer der Projektverantwortlichen. "Das macht das neue Netz für uns und andere Forscher so wertvoll." Die große Herausforderung bei den "Mesh-Netzwerken" ist die Möglichkeit, ein flexibles Funknetzwerk zu betreiben, auf dem Forscher neue Ideen ausprobieren können und in dem User gleichzeitig sorgenfrei durchs Netz surfen können. In diesem Sinne ist es gleichermaßen eine Chance. Das Team um Anja Feldmann forscht hauptsächlich in Gebieten, in denen bislang meist theoretisch mit Simulationen gearbeitet wurde. Reale Funknetzwerke mit echtem Benutzerverkehr im Netz existierten nicht. Das neue Forschungsnetz eröffnet der Wissenschaft auf dem Gebiet der Ad-hoc-Netze weltweit eine Möglichkeit, theoretische Erkenntnisse in realistischen Experimenten überprüfen zu können.

Kooperationen über die klassischen Netzwerkdisziplinen hinaus sind erklärtes Ziel des "Open Lab"-Gedankens. So wird bereits mit anderen Forschungsgruppen im Bereich der Netzdienste zusammengearbeitet. Dabei sollen die Auswirkungen des drahtlosen Mediums auf die Qualität des Dienstes erforscht werden, zum Beispiel bei dem aktuellen Thema „Internettelefonie“ (Voice-over-IP). Auch neue Dienste rücken ins Blickfeld. So zum Beispiel die Verwendung des aktuellen Standorts in Kartenanwendungen oder Fahrplanabfragen, sogenannte "Location Based Services". "Darüber hinaus", so Ruben Merz, "streben wir die inner-universitäre Zusammenarbeit im Bereich der Funktechnologien an, die ja die Basis eines solches Netzes bilden." Eng arbeite man derzeit auch bereits mit dem IT-Service-Center tubIT zusammen, das die Netzanbindung kompetent und unbürokratisch bereitstelle.

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 4/2010

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