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TU Berlin

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Studium & Lehre

Hilfe zur Selbsthilfe in Tansania

Montag, 25. Januar 2010

Die Hochschulgruppe "Ingenieure ohne Grenzen" engagiert sich in Entwicklungshilfeprojekten

Einheimische beim Aufbau einer Zisterne in Tansania
Lupe

"In der tansanischen Region Kagera stehen wegen der geografischen Lage praktisch keine natürlichen Wasserressourcen zur Verfügung. Die Menschen in dieser Gegend sind auf Regenwasser angewiesen, das sich oft nur in schmutzigen Tümpeln sammelt und von dort während der Trockenzeit geschöpft wird", erzählt TU-Student Volker Eiselein. Und nicht nur die Trinkwasserqualität sei dadurch schlecht, auch die weite Entfernung, über die das Wasser oft geholt werden muss, sei ein großes Problem. "Meist sind es Kinder, die dreimal am Tag für ihre Familie Wasser holen und denen dadurch der Schulbesuch erschwert oder gar unmöglich gemacht wird." Angesichts dieser dramatischen Lage vieler Menschen in Afrika fragte sich der angehende Ingenieur, ob er nicht sein im Studium gesammeltes Wissen zum Wohle der Gesellschaft einsetzen könnte. Gleichgesinnte fand er in der Hochschulgruppe "Ingenieure ohne Grenzen", deren Berliner Sektion 30 weitere Studierende umfasst, viele davon TUler. "Ingenieure ohne Grenzen" hat deutschlandweit mehr als 600 meist studentische Mitglieder. Die Hilfsorganisation engagiert sich in ingenieurwissenschaftlichen Projekten in der Entwicklungszusammenarbeit. Die Berliner Gruppe – alle arbeiten ehrenamtlich – ist derzeit mit der Durchführung zweier Projekte im afrikanischen Tansania beschäftigt: Zisternenbau für die Wasserversorgung und Kleinst-Biogasanlagen in einer ländlichen Region. "Außerdem", so Volker Eiselein, "planen wir weitere Projekte im Bereich Solarenergie, Wasserversorgung sowie Trenntoiletten." Fachleute werden dort aus allen Studienrichtungen gebraucht, zum Beispiel Planung, Maschinenbau, Bauingenieurwesen oder Energie- und Verfahrenstechnik.

In Tansania begannen die Studierenden für eine bessere Wasserversorgung zusammen mit der lokalen Hilfsorganisation "Mavuno Project" neben den Häusern Zisternen zu bauen. In diesen bis zu 40 Kubikmeter großen Tanks sammelt sich in der Regenzeit der von den Häuserdächern laufende Niederschlag, der so für die Trockenzeit gespeichert wird. "Die Zisternen, die es dort auch vorher schon gab, waren offen gebaut, sodass Fremdkörper oder Mückenlarven eindringen konnten", erklärt Eiselein. Mit einer kenianischen Organisation, die in einem Gebiet mit ähnlichen Klimabedingungen bereits Erfahrungen im modernen Zisternenbau gesammelt hatte, entwickelten die Berliner Studierenden daher eine neue Bauweise. Die neuen Zisternen sind in die Erde eingelassen und bis auf Zulauf, Belüftungsschlitze und die Luke zum Wasserschöpfen völlig geschlossen, um jede Form von Verunreinigung zu vermeiden. Durch das Projekt der Berliner Ingenieure ohne Grenzen sind bereits 13 neue Zisternen gebaut worden, mit denen fast 400 Menschen mit Wasser versorgt werden. Außerdem wurden sechs Facharbeiter ausgebildet, die nun ihren Lebensunterhalt mit dem Zisternenbau verdienen können. Das selbst gesteckte Ziel "Hilfe zur Selbsthilfe" ist in diesem Projekt erreicht. In der nächsten Bauphase wird die Partnerorganisation "Mavuno" eigenständig 18 weitere Tanks bauen. Im September werden nochmals einige Studierende der TU Berlin nach Tansania reisen, um dort Wasserqualität und Bau der Zisternen zu evaluieren.

"Glücklicherweise gibt es einige großzügige Sponsoren, sodass keine weiteren Kosten, zum Beispiel für Flüge, Unterkunft und Verpflegung, anfallen", sagt Volker Eiselein. "Entschädigt wird man für seine Arbeit aber nicht mit Geld, sondern mit der Freude, seine im Studium gelernten Inhalte sinnvoll für andere Menschen eingesetzt zu haben."

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 1/2010

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