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TU Berlin

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Lehre & Studium

Vereint im Witz

Dienstag, 07. April 2009

Sind 20 Jahre nach dem Mauerfall die Vorurteile verschwunden?

Sie haben nicht mehr selbst die Rufe "Wir sind das Volk!" vernommen. Sie haben nicht mehr auf der Aussichtsplattform am Brandenburger Tor gestanden und mit gemischten Gefühlen über die Mauer in den Ostteil der Stadt geblickt. Im 20. Jahr des Mauerfalls drängt eine Studierendengeneration an die Unis, die das Gegensatzpaar "DDR" und "Westdeutschland" nur noch vom Hörensagen und aus den Geschichtsbüchern kennt. Sie sehen den Wandel allenthalben, sie sehen noch Spuren vom einen und vom anderen. Und sie wissen von ihren Eltern, wie schwer es ist, zusammenzuwachsen. Ist in ihren Köpfen die Einheit endlich vollzogen? Gibt es noch Vorbehalte einander gegenüber? Ist das Thema "Deutsche Einheit" noch Inhalt von Gesprächen auf dem Campus und in der Studentenbude?  TU intern hörte sich auf dem TU-Campus um.

Eleni Perefanou, 22, studiert im ersten Semester Verkehrswesen

Lupe

Es ist auf jeden Fall noch Thema, man redet oft darüber. Es gibt durchaus Situationen, wenn man sich beleidigen will, dass Sprüche kommen wie "Du siehst aus, als wenn du aus dem Osten kommst" oder "Du bist wohl ein Besser-Wessi". Man kann durchaus auch sehen, wo einer herkommt. Das liegt aber vielleicht nicht so sehr an Ost oder West, sondern das hat auch den Charakter von regionalen Eigenheiten. Jeder nimmt ja das an, was in seiner Umgebung der Trend ist. Man merkt auch, dass da jeweils andere Bildungs- und Sozialhintergründe sind.

Mehmet Kaya, 20, studiert im ersten Semester Wirtschaftsingenieurwesen

Ich bin gebürtiger Berliner mit türkischem Migrationshintergrund. Ich habe viele Freunde, zum Beispiel aus Brandenburg, die dort auch wohnen. Bei uns ist das eigentlich gar kein Thema mehr. Ab und zu hört man zwar Witze, die auf "Wessi- und Ossitum" abheben, aber im Grunde sind das Unwörter geworden, die man nicht mehr sagt. Ich finde sie auch nicht angebracht. Im Gegenteil, es ist ein Phänomen, dass junge Leute sie noch benutzen, denn sie haben diese Trennung ja gar nicht selbst miterlebt.

Niels Scheer, 20, studiert im zweiten Semester Geotechnologie

Lupe

Ich bin ’89 geboren und habe das alles nicht mitbekommen. Ich komme sowieso aus dem Westen Deutschlands, wo das noch weniger Thema ist, schon gar nicht unter Jugendlichen. Hier in Berlin, wo ich seit vier Jahren bin, wird unter Freunden schon so herumgeblödelt, nach dem Motto: "Du kommst wohl aus dem Osten/aus dem Westen." Aber sonst ist das eigentlich überhaupt kein Thema. Na ja, äußerlich ist es im Ostteil der Stadt schon noch grauer, die vielen Plattenbauten fallen auf, die es im Westen nicht gibt.

Ridha Azaiz, 24, studiert im vierten Semester Maschinenbau

Lupe

Ich komme aus Stuttgart, habe zuerst an der RWTH Aachen studiert und studiere jetzt hier weiter. Ich bin erst ein paar Tage in Berlin und suche noch eine Wohnung zwischen Charlottenburg und Prenzlauer Berg. Mir ist es egal, ob Osten oder Westen, mir ist Vielfalt wichtig. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass sich die Leute in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen schon für was Besseres halten. Sie lästern über Berlin und den Osten. Umgekehrt kenne ich auch Leute aus Leipzig. Da wird im Freundeskreis genau gefiltert, wer aus dem Osten und wer aus dem Westen kommt.

Quelle: "TU intern", 4/2009

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