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TU Berlin

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Studium & Lehre

Schwebende Treppen im tropischen Regenwald

Donnerstag, 16. Juli 2009

TU-Studierende entwarfen eine Orang-Utan-Auffangstation, die jetzt auf Borneo gebaut werden soll

"Baumbewohner": Platz für Mensch und Tier hoch oben in den Baumwipfeln des tropischen Regenwaldes auf Borneo
"Baumbewohner": Platz für Mensch und Tier hoch oben in den Baumwipfeln des tropischen Regenwaldes auf Borneo
Lupe

Tropisches Klima, das ganze Jahr über rund 27 Grad, 80 Prozent Luftfeuchtigkeit: Das ist die Situation auf der südostasiatischen Insel Borneo. Eigentlich ideal für die großen Menschenaffen mit dem roten langen Fell, die Orang-Utans. Ihr Leben regte jetzt Studierende zu architektonischen Ideen an.

Rodung, Monokulturen und illegaler Tierhandel zerstören nach und nach immer mehr Lebensraum der intelligenten Orang-Utans. Rund 300 dieser Tiere leben in der im Süden der Insel gelegenen Auffangstation "Orang Utan Care Centre and Quarantine" (OCCQ), die 1998 mithilfe des Leipziger Vereins Orang-Utans in Not
e. V. gegründet wurde und die verwaiste, kranke oder heimatlose Orang-Utans zur Pflege aufnimmt, um sie später wieder auszuwildern. Doch der Platz ist beengt, es werden täglich mehr. Das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie lobte nun Ende 2008 einen Studierendenwettbewerb aus, den Ausbau der Station auf 600 Pflegeplätze zu entwerfen, inklusive medizinischer Einrichtungen sowie Quartieren für Forscher und Pfleger. 22 Entwürfe von verschiedenen Universitäten wurden eingereicht. Vier erste Preise und zwei Ankäufe wählte die Jury schließlich aus und sah sie für die mögliche Umsetzung auf Borneo vor. Sie kamen aus der TU Berlin und der Universität Kassel.

"Baumbewohner" und "Junglebox" heißen die Siegerentwürfe von Annie Zentsch/Kathrin du Hamel und Bianca Bos/Aylin von Heyden, die von Prof. Dr. Peter Herrle und Dipl.-Ing. Paola Alfaro d’Alençon vom Habitat Unit der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt unterstützt wurden. Unter anderem wollen die Studentinnen den Affen einen möglichst naturnahen Lebensraum bieten. Über schwebende Treppen und verschiedene Ebenen muss sich der Forscher hin zu seinem Objekt bewegen - in die Baumwipfel des Regenwaldes. In den begrünten Bambuskonstruktionen verstecken sich ebenso Klettergelegenheiten und Schaukeln aus Fischernetzen wie Schlafbereiche und eine Babystation. Die Tiere sind in familiären Einheiten zu je 100 Tieren zusammengefasst. Innovativ und multifunktional ist auch der Grundbaustoff Bambus.

Die Studentinnen schlagen die Art Guadua angustifolia vor, die 12 Zentimeter pro Tag wächst. Die Spitzen der Rhizome, aus denen der Bambus wächst, biegen sich aus dem Wurzelnetz nach oben und bilden die neuen Halme. Das Wurzelsystem überlagert sich gegenseitig und ersetzt so das Fundament. So ist für Standsicherheit und lange Haltbarkeit gesorgt.

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 7/2009

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