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TU Berlin

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Studium & Lehre

Juwel für das Berliner Klima

Donnerstag, 16. Juli 2009

Studentische Ideen für das Flughafengelände Tempelhof beeindrucken Senat

Undine Giseke und Jörg Stollmann erläutern Senatsbaudirektorin Regula Lüscher (l.) die Tempelhof-Pläne
Undine Giseke und Jörg Stollmann erläutern Senatsbaudirektorin Regula Lüscher (l.) die Tempelhof-Pläne
Lupe

Der Ort und die Marke "Tempelhof" sind weltbekannt. Mit 380 Hektar geht es bei dem Gelände des ehemaligen Flughafens um eine weitaus größere Fläche als diejenige des Berliner Tiergartens. Es sei vielleicht die größte Chance, ein Zeichen für das Berlin des 21. Jahrhunderts zu setzen, befanden Professoren und Professorinnen der TU-Architektur, Landschaftsarchitektur und des Städtebaus und präsentierten mit rund 50 Studierenden bis Ende Juni ihre Ideen zur Nachnutzung des Flughafenareals.

In der "Langen Nacht der Wissenschaften" am 13. Juni zog eine Podiumsdiskussion um diese Vorschläge mit Senatsbaudirektorin Regula Lüscher ein großes interessiertes Publikum an. "Die Ideen aus der Uni sind sehr wichtig für uns, weil sie auf experimentelle Weise über neue Nutzungsmöglichkeiten nicht nur nachdenken, sondern diese auch visualisieren, sodass abstrakt klingende Konzepte plötzlich zu leben anfangen", lobte sie die Poster, Modelle und Vorträge der Studierenden. Sie war so angetan, dass sie nun nach Möglichkeiten sucht, die Ausstellung der studentischen Ideen ins Abgeordnetenhaus zu bringen.

"Parkwerk", "Präventive Archäologie", "Urbane Landwirtschaft" oder "DiscoveRain"
heißen die Visionen der Studierenden für das riesige innerstädtische Areal.

"Mehrere Projekte der Studierenden beschäftigen sich mit einem Problem, das im urbanen Management häufig auftritt: temporäre Nutzungen, die sich bewährt haben, in eine permanente Nutzung zu überführen", erklärt Joachim Schultz vom Fachgebiet Städtebau der TU Berlin. Die "präventive Archäologie" entwickelt ein Konzept, bewährte und beliebte Nutzungen zu verstetigen. Die Nutzungen werden von vornherein nach räumlichen Kriterien und im Sinne eines lokalen, sozialen Netzwerks auf dem Gelände angesiedelt, sodass diese Struktur bereits den Grundplan für den späteren Aufbau eines Flächennutzungsplans bildet. Der Clou bei dieser Idee: Die unterschiedlichen Aktivitäten, wie zum Beispiel ein Beachvolleyballfeld, werden in Mulden hineingebaut, sodass die horizontale Blickweite, die an keinem Punkt der Stadt in dieser Weise möglich ist, erhalten bleiben kann.

Die Idee des "Parkwerks" lässt eine öffentlich nutzbare Park- und Erholungsfläche entstehen, indem Investoren, die ein Grundstück zur Bebauung erwerben, gleichzeitig die Patenschaft für eine angrenzende Fläche übernehmen, diese begrünen und pflegen müssen. Die Idee orientiert sich an der durchaus gängigen städtebaulichen Praxis, dass Bauherren von großen innerstädtischen Bauten entweder Parkraum zur Verfügung stellen oder Ausgleichszahlungen leisten müssen.

Ein "Klimatopia" in der Stadt könnte durch die geschickte Be- und Entwässerung des Geländes entstehen. Dafür wird Regenwasser genutzt, das sich in Mulden und Rinnenanlagen sammelt, dort versickert oder wieder verdunstet, ein Biotop mit Feuchtgebieten bildet und damit eine einmalige Möglichkeit für die Metropole nutzt, ein sauberes und natürliches Klima zu unterstützen.

Wie sehr dieses Thema die Berliner Bevölkerung bewegt, zeigte sich am Abend der Podiumsdiskussion auch an Zwischenfragen, Anregungen, an Lob und Hinweisen aus dem Publikum, in dem sich unter anderem auch viele Anwohner des Flughafenfelds befanden. Die studentischen Ideen sind in den Fachgebieten der TU-Professoren Jörg Stollmann (Städtebau) und Undine Giseke (Landschaftsarchitektur) entstanden.

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 7/2009

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