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TUB-newsportaltui0609: Architektur und politischer Wandel

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Studium & Lehre

Architektur mit politischer Symbolkraft

Mittwoch, 17. Juni 2009

Ringvorlesung zur Ausstellung "Geschenke der Amerikaner"

Das Haus der Kulturen der Welt im Tiergarten
Auch das Haus der Kulturen der Welt im Tiergarten, im Volksmund "schwangere Auster" genannt, gehört zum amerikanischen Architekturerbe
Lupe

Der Flughafen Tempelhof als "Ort" der amerikanischen Luftbrücke, die die Berliner während der Blockadezeit rettete, ist keineswegs ein Mythos, der durch Medien und Public Relations der Amerikaner genährt wurde. Das zeigen Zahlen, die Bernd von Kostka in seinem Vortrag der Ringvorlesungsreihe "Geschenke der Amerikaner" darlegte.

Begleitend und ergänzend zur gleichnamigen Fotoausstellung (TU intern 5/09) haben Prof. Dr. Dorothee Brantz, Leiterin des "Center for Metropolitan Studies", und Prof. Dr. Adrian von Buttlar vom Institut für Geschichte und Kunstgeschichte diese Vortragsreihe organisiert. Dafür konnten sie weitere namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewinnen, die einen Blick hinter die Kulissen dieser “Geschenke“ werfen. Sie betrachten Bauten und Institutionen, die seit nunmehr 60 Jahren das Bild von Berlin mitbestimmen. Dabei geht es um eine Würdigung der Kulturbauten, von denen einige in diesem Jahr Jubiläen feiern, wie "60 Jahre Luftbrücke und Ende der Berlin-Blockade" (Flughafen Tempelhof), "60 Jahre Freie Universität Berlin" und "50 Jahre Studentendorf Schlachtensee", aber auch um die Instrumentalisierung von Architektur in den ideologischen Auseinandersetzungen zwischen Ost und West im "Kalten Krieg".

Der Flughafen Tempelhof war so ein "Ort". Dort wurden während der Berliner Luftbrücke 85 000 Flugbewegungen registriert. Auf dem Flughafen Gatow hingegen 94 000, nicht mitgezählt die Bewegungen auf dem Flughafen Tegel beziehungsweise auf dem Wannsee, der als Start- und Landebahn für Wasserflugzeuge genutzt wurde.

Bis zum 16. Juli werden in der Ringvorlesung weitere Berliner Orte vorgestellt, unter anderem die Kongresshalle, das heutige Haus der Kulturen der Welt, ebenfalls ein Geschenk der Amerikaner. Mit diesem Symbol deutsch-amerikanischer Freundschaft eng verbunden ist der Name Eleanor Lansing Dulles, ab 1952 Berlin-Beauftragte des amerikanischen Außenministeriums. Sie initiierte sowohl Bau als auch Finanzierung dieses US-Beitrags zur internationalen Bauausstellung "Interbau" 1957. Schon der Standort im Tiergarten war exklusiv. Es wurde ein künstlicher Hügel aufgeschüttet, damit das Gebäude auch als Symbol der Freiheit und des westlichen Fortschritts weit in den Osten hinein strahlen sollte. Die Berliner nahmen das Haus, "das immer offen war", an, und in der Presse wurde es als Wunderbau und Symbol des Westens gefeiert. Am 9. Juli wird Dr. Steffen de Rudder, der seine Dissertation über dieses Bauwerk verfasste, einen Vortrag dazu halten. Titel: "Die selbstlose Supermacht schenkt Berlin eine Kongresshalle".

Sven Olaf Oehlsen, Masterstudien-gang Historische Urbanistik / Quelle: "TU intern", 6/2009

Donnerstags um 18 Uhr, Architekturgebäude, Hörsaal A 053.
Programm unter:
www.geschenke-der-amerikaner.de/TU-Berlin_CMS-Vortragsreihe.pdf

"Reeducation"- Architekturführung

Im Rahmen der Ausstellung "Geschenke der Amerikaner - Das Architekturerbe der alliierten Präsenz in West-Berlin"  mit Fotografien von Mila Hacke im  Amerika Haus, bietet die Schaustelle Nachkriegsmoderne am 28. Juni, dem "Tag der Architektur", eine Architekturführung zu den Bauten der Reeducation an.

 
 
Bustour:
am Sonntag, den 28. Juni 2009 Start: Amerika Haus, 10 Uhr
Stationen:
Haus der Kulturen der Welt
Akademie der Künste
Amerika-Gedenkbibliothek
Studentendorf Schlachtensee
Freie Universität mit Henry-Ford-Bau
Kosten:
30,- Euro inkl. Lunch
Dauer:
ca. 7,5 Stunden
Anmeldung:
telefonisch oder per E-Mail 
Tel.: 93 95 04 0

Die Fotografin Mila Hacke bietet außerdem Architekturführungen für TU-Beschäftigte an.
Infos unter:
www.tu-berlin.de/?id=61655

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