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TU Berlin

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Studium & Lehre

"Wir ernten die ersten Früchte"

Montag, 18. Mai 2009

Das neue TU-Konzept für exzellente Lehre heißt "E(xcellence)=m(ass)c(apital)Berlin"

Herr Professor Steinbach, bereits seit rund sieben Jahren arbeitet die TU Berlin konsequent an Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre. Welche Zwischenbilanz kann man ziehen und wie ist die Marschrichtung der TU Berlin für die Zukunft?

Jörg Steinbach ist Erster Vizepräsident der TU Berlin
Jörg Steinbach ist Erster Vizepräsident der TU Berlin und zuständig für Studium und Lehre
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Wir wollen unsere Projekte, Maßnahmen und Initiativen für exzellente Lehre als Marke unter einem neuen Slogan entwickeln und bekannt machen. Mit der Marke "OWL", unserem Zehn-Millionen-Programm "Offensive Wissen durch Lernen", haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Unsere neue Marke heißt "E(xcellence)=m(ass)c(apital)Berlin", kurz EMC-Berlin. Die Massenuniversität wird hier als bewusstes Charakteristikum eingeführt, die Studierenden und Lehrenden als gesellschaftlich wertvolles Humankapital in einer Hauptstadtuniversität - der Begriff "capital" also in einer doppelten Bedeutung. Die Einsteinformel "E = mc2" bildet die Exzellenz ab. Diese Marke soll auch die bundesweite Sichtbarkeit der TU Berlin erhöhen, denn wir haben auf diesem Gebiet schon einiges vorzuweisen.

Wie ist Ihre Strategie zum weiteren Aufbau hochwertiger Lehre?

Wir haben bereits von 2002 bis 2004 mit einer flächendeckenden Evaluation aller Studiengänge der TU Berlin eine Stärken-Schwächen-Analyse durchgeführt. Aus den Ergebnissen wurden Maßnahmen abgeleitet, um die identifizierten Schwächen abzubauen, die Stärken zu erhalten und gegebenenfalls noch auszubauen. Was wir heute sehen, ist also eine Kulmination der Arbeit der letzten sechs bis sieben Jahre.

Welche Stärken und Schwächen wurden 2004 identifiziert?

Unsere ungeheure Fächervielfalt, die eine hohe Differenzierung ermöglicht, ist eine der Stärken. Bei vielen anderen technischen Universitäten ist das nicht der Fall. Der Hauptstadtstandort hat sicher auch eine Magnetwirkung. Unsere Absolventen sind außerdem sehr nachgefragt, wie uns die an der Evaluation beteiligten Wirtschaftsvertreter attestierten. Schwächen lagen unter anderem im administrativen Bereich, zum Beispiel bei der Prüfungsanmeldung. Bemängelt wurde auch eine schlechte Betreuungsrelation im Grundstudium, wenig Projektarbeit, wenig praxisnahes Studium, das durch hohe Abstraktion und die mangelnde Identifikation mit dem Berufsfeld demotivierend wirken kann. "Multimedia in der Lehre" war noch sehr unterentwickelt.

Wie ist der Stand heute?

ie Maßnahmen, die wir damals einleiteten, tragen heute bereits Früchte. Entscheidend waren die Initiierung von OWL, dem Zehn-Millionen-Programm für die Lehre, sowie eine Qualitätspolitik, die wir uns gegeben haben, damit das Ganze sich gezielt weiterentwickelt. Damit können wir auf eine ganze "Tool-Box" zugreifen, die in ein Qualitätsmanagementsystem eingebettet ist - so wie es vom Wissenschaftsrat ja auch schon seit einigen Jahren für moderne Universitäten gefordert wird.

Viele von den 157 OWL-Projekten laufen jetzt erfolgreich seit zwei Jahren. Wie wird es weitergehen?

Bei den geförderten Projekten hatten die Fakultäten und die zentralen Bereiche sich verpflichtet, erfolgreiche Projekte zu verstetigen, damit die Maßnahmen nicht nach kurzer Blüte verwelken. Zum Beispiel für unsere Multimedia-Projekte. Dadurch erhöhte sich zum Beispiel die Erfolgsquote der - auch für Ingenieure verbindlichen - Mathematikklausuren um über 20 Prozent. In den Bereich E-Learning flossen rund drei Millionen Euro, wovon wir zwei Millionen Euro extern vom Bundesbildungsministerium einwerben konnten. Daraus entstand unter anderem die große Lernplattform ISIS, mit fast allen Lernveranstaltungen der TU Berlin. Einzelne Applikationen unterstützen auch das Üben von zu Hause aus, das Visualisieren komplexer Sachverhalte, das Experimentieren am Computer, wie die Projekte "TUMULT" und "Remote Farm". Die erhöhten Erfolgsquoten zeigen uns, dass das sehr gut angenommen wird. An den Zugriffszahlen, auch denen der Foren, kann man deutlich den verstärkten Kommunikationsprozess zwischen Lernenden und Lehrenden ablesen.

Wie steht es mit berufspraktischen Inhalten heute?

Wir haben den hohen theoretischen Anforderungen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften - Mathematik, Physik, Thermodynamik, Mechanik und Konstruktionslehre - verstärkt Projekte in den ersten beiden Studienjahren gegenübergestellt: Studierenden- und Studienreformprojekte sowie berufsfeldorientierte Einführungsprojekte im Bachelor. Die Geräteausstattung ist verbessert worden, ebenso die Weiterbildung von Tutoren und Tutorinnen sowie von wissenschaftlichen Beschäftigten mit Kursen wie "Train the Tutor" oder "Teaching for University’s Best". Das Projekt ConSENS hilft Lehrenden bei der multimedialen Umsetzung ihrer Inhalte durch studentische Consultants. Ganz neu, erst Anfang des Jahres eröffnet, ist auch das Berliner Zentrum für Hochschullehre, BZHL, das noch in diesem Jahr hochschuldidaktische Weiterbildungen für Lehrende anbieten wird.

Wie wird die Universitätsöffentlichkeit eingebunden?

Für den Aufbau des Qualitätsmanagementsystems für die Lehre haben wir eine Projektgruppe und einen Lenkungsausschuss. Neben Studiendekanen, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Verwaltungspersonal sind hier immer auch Studierende beteiligt. Bei der Auswahl der OWL-Projekte waren Studierende von Anfang an involviert. Das hat eine lange Tradition an der TU Berlin. Und wer sich die Abschlussberichte der ausgewählten Projekte anschaut, muss zwangläufig zu dem Schluss kommen, dass das sehr, sehr gut investiertes Geld war.  Im März gab es einen Infotag mit zwei Veranstaltungen, damit möglichst viele die Projekte kennenlernen konnten.

Gibt es besonders herausragende OWL-Projekte?

Besonders nachhaltig ist zum Beispiel das Projekt "QS2", Qualitätssicherung Studienprogramme. Dort wird methodisch die Kompetenz der Absolventen unserer Studiengänge erfasst. Dieses praktische Werkzeug hat uns bei der Akkreditierung von Studiengängen jetzt schon geholfen. Damit folgen wir dem von Bologna geforderten Paradigma "weg vom Input, hin zum Outcome". Ebenfalls hervorzuheben sind außerdem das Studierendenprojekt "Intelligentes Fliegendes System", IFSys, das den Freiraum zeigt, den Studierende zur aktiven Mitgestaltung der Lehre haben, sowie "Galilea", ein Studiengang, der junge Frauen an die TU Berlin und in Mathematik und Naturwissenschaften hineinholt und der derzeit eine unglaubliche Erfolgsgeschichte schreibt. Er zeigt, dass wir einen Weg gefunden haben, wie man modernen Gender-Aspekten an einer Universität gerecht wird.

Was ist zukünftig geplant, um die Betreuung der ausländischen Studierenden zu verbessern?

Als international ausgerichtete Universität mit 20 Prozent ausländischen Studierenden sind die relativ schlechten Erfolgsquoten dort tatsächlich ein Missstand. Vielfach sind Sprachschwierigkeiten daran schuld. Um die Erfolge von Studierenden mit internationalem Hintergrund nachhaltig zu optimieren, planen wir deshalb den Ausbau des Angebots der Zentraleinrichtung Moderne Sprachen und der Sprach- und Kulturbörse. Hier sind weitere Anstrengungen nötig, um einem Vergleich auf hohem Niveau standhalten zu können.

Vielen Dank!

Das Gespräch führte Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 5/2009

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