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TU Berlin

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Studium & Lehre

Gut für die Vögel, schlecht für die Eichen

Montag, 18. Mai 2009

Studierende untersuchten die Folgen der Renaturierung einer Landschaft

TU-Studierende untersuchen auf Usedom die möglichen Auswirkungen von Deichrückbau und Wiedervernässung
TU-Studierende untersuchen auf Usedom die möglichen Auswirkungen von Deichrückbau und Wiedervernässung
Lupe

Durch den Ausbau des Industrieparks Lubminer Heide im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns durch die Energiewerke Nord und andere Unternehmen werden Salzwiesenlandschaften zerstört. Die EU-Gesetzgebung sieht für diesen Fall vor, dass anderenorts eine gleichwertige Landschaft wiederherzustellen ist.

Als Ersatzlandschaft ist im Norden der Insel Usedom der Cämmerer See mit angrenzenden Niederungen für die "Wiedervernässung" dieser Landschaft und den damit verbundenen Deichrückbau zwischen Peenemünde und Karlshagen vorgesehen. Die Ausgleichsfläche um den Cämmerer See wurde den Energiewerken Nord vom Land Mecklenburg-Vorpommern aus dem "Kompensationsflächenpool für Renaturierung" zugewiesen mit dem Ergebnis, dass die Bürger auf die Barrikaden gehen. Sie sehen ihre Ortschaften durch den geplanten Deichrückbau bedroht. Unter Leitung von TU-Professor Peter-Diedrich Hansen untersuchten Studierende des Studienganges Landschaftsplanung nun die Auswirkungen der Wiedervernässung und des Deichrückbaus auf Mensch, Natur und Kulturgüter. Ihre Ergebnisse stellten sie unlängst in Zinnowitz der Öffentlichkeit vor: Der Lebensraum für Vögel, die auf der Roten Liste bedrohter Arten stünden, werde verbessert, ebenso die Bodenstruktur. Bei Abbruch des besagten Deiches käme es zu geringen Überflutungen bei durchschnittlichen Wasserständen. Der geplante neue Schutzdeich sei ausreichend dimensioniert. Auch werde das Landschaftsbild nicht beeinträchtigt, obgleich durch die Überflutungen verändert.

Negative Folgen wird die Wiedervernässung allerdings für die Wasserqualität des Sees, für die Fischarten und die Wälder haben. So werden Bäume wie Eichen und Fichten, die sich an die feuchten Bedingungen nicht anpassen können, absterben. Auch werden Teile der unter Denkmalschutz stehenden Anlagen der ehemaligen Heeresversuchsanstalt, die in diesem Gebiet liegen, bedroht. Schließlich resümieren die Studierenden, dass "der Mensch insbesondere aus sozioökonomischer Sicht von dem Vorhaben betroffen" sei, obwohl die negativen Folgen des Deichrückbaus entlang des Peenestromes nun durch neue Hochwasserschutzdeiche nördlich von Karlshagen und bei Peenemünde kompensiert würden. Die Angst konnten die Studierenden der Bevölkerung mit ihren Ergebnissen nicht nehmen. Die Bürgerinitiative, die gegen die Pläne kämpft, gab während der Veranstaltung zu verstehen, dass sie den Deichrückbau nicht hinnehmen werde.

Sybille Nitsche / Quelle: "TU intern", 5/2009

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