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Startschuss für das Experimentalhaus

Montag, 12. Oktober 2009

Die TU Berlin legt den Grundstein für ein Gebäude, das moderne Energiekonzepte veranschaulichen soll

Gertraud Zwiens mit ihrem Modell des neuen Experimentalgebäudes
Wettbewerbssiegerin Gertraud Zwiens mit ihrem Modell des neuen Experimentalgebäudes
Lupe

Rund 300000 Euro hat die TU Berlin aus eigenen Mitteln in die Hand genommen, um ihren Studierenden mit einem neuen „Experimentalgebäude“ hochqualitative und anschauliche Lehre zu bieten. Am 30. September 2009 wurde nach einiger Vorbereitungszeit auf dem TU-Südcampus der erste Akt auf dem Weg zum Bau dieses Hauses für die Lehre feierlich begangen. Das Haus soll demonstrieren, wie sich zeitgemäße und funktionale Architektur mit dem neuesten Stand der Gebäude- und Klimatechnik verbinden lassen.

Im Beisein von Ehrengästen und Sponsoren füllte man eine Hülse für die Versenkung im Grundstein mit Zeitungen, Geld und Plänen. "Als wir 2006 die Projektidee erstmals auf dem Tisch hatten, haben wir alle nicht gewusst, was dabei einmal herauskommen würde", sagte TU-Vizepräsident Jörg Steinbach, der für den Bereich Lehre und Studium verantwortlich ist, zufrieden.

In dem Haus aus Glas und Holz mit rund 130 Quadratmetern Grundfläche, die in einen Seminarraum und einen Technikraum aufgeteilt sind, sollen insbesondere Projekte im Bereich der regenerativen Energietechnik durchgeführt werden. Gebäude haben heute einen hohen Bedarf an Primärenergie. Zunehmend sind also die Entwicklung und der Einbau regenerativer Technologien gefragt, um sie zu heizen und zu klimatisieren. Das Experimentalgebäude der TU Berlin soll daher möglichst viele Varianten von Energiekonzepten erlebbar machen. Entsprechend ist es technisch nicht nach einem bestimmten Energiekonzept ausgestattet, sondern es werden unterschiedliche Varianten integriert, um Vergleiche zu ermöglichen. Insbesondere die Wärmeerzeugung und -verteilung sowie die klimatischen Auswirkungen der Fassadengestaltung oder auch lichttechnische und akustische Aspekte sollen veranschaulicht werden.

Dafür wird das Haus Sonnenkollektoren beherbergen, Heiz- und Kühltechnik für Decken und Böden, austauschbare Fassaden mit verschiedenen Glasarten, einen automatischen Sonnenschutz, Lenksysteme für Tageslicht sowie ausgeklügelte Beleuchtungsmethoden. Geplant ist auch eine Wärmepumpe mit zwei je 100 Meter tief reichenden Erdsonden, ein Brennwertgerät sowie eine Adsorptionskälteanlag. Mehrere Firmen konnten als Sponsoren gewonnen werden. Auch sie profitieren von der Forschung. Hier können sie ihre neuesten Entwicklungen und Prototypen testen lassen. Innen und auf dem Dach des Gebäudes wird außerdem modernste Messtechnik installiert, mit Zugang zum Internet.

Bereits während der Planung und Errichtung soll das Projekt der Lehre zugutekommen. Mit Studien- und Diplomarbeiten werden Studierende im Hauptstudium aus den Bereichen Architektur, Energie- und Prozesstechnik an den Planungen beteiligt sein. Koordiniert wird die Errichtung des Gebäudes von Dr.-Ing. Birgit Müller, der stellvertretenden Leiterin des TU-Fachgebiets Heiz- und Raumlufttechnik (Hermann-Rietschel-Institut), unterstützt von der Bauabteilung der TU Berlin.

Zu verdanken ist diese neue Errungenschaft für die TU-Lehre der Initiative "Offensive Wissen durch Lernen - OWL". Im Jahr 2006 legte die TU Berlin dieses Zehn-Millionen-Euro-Programm auf und initiierte damit einen Wettbewerb für innovative, die Lehrsituation verbessernde Projekte. Mehr als 150 Projekte aus allen Bereichen der Lehre wurden schließlich als förderungswürdig ausgewählt. Eines der größten davon war das Experimentalgebäude. Zunächst wurde daraufhin ein Realisierungswettbewerb unter den Studierenden ausgeschrieben, den die angehende Architektin Gertraud Zwiens für sich entscheiden konnte. Ihr "C-Gebäude", so die Jury damals, vereine die gestalterischen, technischen und konstruktiven Anforderungen durch ein einziges Gebäudeelement. Das umklammernde "C" sei architektonische Gestalt, Tragstruktur, Technikraum, Doppelboden, Montagefläche und Anstellwinkel für die Dachkollektoren in einem und funktioniere auch isoliert für sich.

Das Experimentalhaus stellt gleichzeitig eine gelungene Kooperation verschiedener TU-Fachgebiete dar, wie Heiz- und Raumlufttechnik, Konstruktives Entwerfen und Klimagerechtes Bauen, Tragwerksentwurf und -konstruktion, Gebäudetechnik und Entwerfen, Energietechnik und Umweltschutz, Maschinen- und Energieanlagentechnik, Lichttechnik, Signale und Systeme der Akustik sowie Technische Akustik - Körperschall.

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 10/2009

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