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TU Berlin

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Lehre & Studium

Grammatik und Fachsprache

Montag, 09. Februar 2009

Neues Konzept der Lehrerbildung an der TU Berlin für "Deutsch als Zweitsprache"

Spracherwerb in der Schule, Migrationshintergrund
Bereits beim Spracherwerb in der Schule entscheidet sich, welche Karrierechancen, ob Ausbildung oder Studium, Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund später offenstehen
Lupe

In einer typischen Klasse eines Berliner Oberstufenzentrums lernen neun deutsch-muttersprachliche Jugendliche gemeinsam mit drei libanesischen, vier türkischen, zwei serbischen und je einem russischen, makedonischen und afrikanischen Jugendlichen zusammen denselben Unterrichtsstoff. Die erfolgreiche Handhabung dieser Situation ist laut Bundesbildungsbericht eine zentrale Herausforderung, deren Bewältigung über eine erfolgreiche Schullaufbahn, die Integration in den Arbeitsmarkt und die kulturelle Integration in die Gesellschaft entscheidet. Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass 2007 etwa doppelt so viele Migranten erwerbslos oder geringfügig beschäftigt waren wie deutsche Gleichaltrige.

Es fehlt, so der Nationale Integrationsplan von 2007, nicht nur die Sprachkompetenz, sondern auch die institutionelle Unterstützung beim Erwerb der Sprache.

Seit dem Wintersemester 2007/2008 ist "Deutsch als Zweitsprache" daher Pflicht für alle Berliner Lehramtsstudierenden. In der Lehrerbildung an der TU Berlin liegt naturgemäß der Schwerpunkt auf der berufsspezifischen Terminologie. Eine Schwierigkeit besteht zusätzlich darin, dass die Berliner Berufsschulen sehr unterschiedlich organisiert sind. Dr. Astrid Neumann und Anke Börsel, am Institut für Sprache und Kommunikation seit Mitte 2008 für den Studienanteil "Deutsch als Zweitsprache" (DaZ) im Bachelor- und Masterstudium zuständig, vermitteln den Studierenden Grundlagen über die Sprachaneignung und den Sprachgebrauch im Fach- und fächerübergreifenden Unterricht. Besonders wichtig ist es ihnen, eine Verbindung zwischen Fach- und Sprachenlernen herzustellen, denn dieses sei ein wichtiger Motor nicht nur für die Auseinandersetzung mit dem Fach, sondern auch mit Sprache, Mensch und Kultur.

"Dafür ist ein binnendifferenzierter Unterricht in den besonders kulturell heterogenen Klassen unausweichlich", so Astrid Neumann. „Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer werden darüber hinaus auf die grammatischen Besonderheiten der deutschen Sprache aufmerksam gemacht. Sie sollen damit diagnostische Fähigkeiten entwickeln, um lernspezifische Fehlerschwerpunkte und -entwicklungen feststellen zu können, gezielt fördern zu können, zum Beispiel Fehler in der Sprache direkt im Unterricht zu korrigieren.“ Um Sprachenlernen und Fachunterricht besser vernetzen zu lernen, wird mit authentischen, unterrichtsrelevanten Materialien des Fachunterrichts gearbeitet. Doch das neue Konzept fokussiert nicht nur auf die Theorie, die Studierenden führen in Kooperation mit den Berufsschulen auch Praxisprojekte zur Sprachförderung und -qualifikation durch.

Daneben werden den Berufsschulen auch individuell zugeschnittene Fortbildungsveranstaltungen angeboten, sodass sowohl Schülerinnen, Schüler und deren Lehrkräfte als auch die Studierenden der TU Berlin erheblich profitieren.

pp / Quelle: "TU intern", 2/2009

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