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TU Berlin

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Lehre & Studium

Behindert im Straßenverkehr

Montag, 09. Februar 2009

"Ingenieure von morgen" simulieren die Einschränkungen des Alters

Studierende erfahren, was alte und gebrechliche Menschen brauchen
Studierende erfahren am eigenen Leib, was alte und gebrechliche Menschen zur Orientierung brauchen
Lupe

"Der Rollator passt jetzt hier nicht mehr rein. Da müssen Sie noch einen Bus abwarten", hörte Verkehrswesen-Student Tim Wildemann den Busfahrer sagen. Die Bustür klappte zu und Tim musste noch zehn Minuten an der Bushaltestelle frieren. Dick vermummt in einem Alterssimulationsanzug, mit einer Brille, die die Sehfähigkeit einschränkt, und ausgestattet mit einer mobilen Gehhilfe, einem sogenannten Rollator, versuchte er, sich zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Stadt zu bewegen. Keine schöne Erfahrung. Und es blieb nicht die einzige auf dieser Exkursion zum Thema "Barrierefreiheit", an der Tim Wildemann mit weiteren TU-Studierenden teilnahm.

Einige seiner Kommilitoninnen und Kommilitonen waren auch mit Rollstühlen unterwegs, andere als "Eltern" mit Kinderwagen.

"Die Veranstaltung soll das Zusammenspiel von Verkehrsplanung und Mobilität in Gesellschaft, Technologie, Wirtschaft, Ökologie und Politik deutlich machen", erklärt Dr. Oliver Schwedes vom Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung, der die Veranstaltung "Mobilitätsumfelder als Grundlage der Verkehrsentwicklung" leitet und die Exkursion organisierte. Er hatte dafür die Medizintechnikfirma Otto Bock gewinnen können, die unter anderem zwei Elektro-Rollstühle zur Verfügung stellte, sowie zwei Mitarbeiterinnen der BVG, die dort auch Seminare für den barrierefreien öffentlichen Nahverkehr leiten. "Die Studierenden lernen, den Verkehr in diversen Dimensionen zu betrachten und dass die Planung nur interdisziplinär erfolgen kann." Ziel der Selbsterfahrung war es, die "Ingenieure von morgen" für eine nutzerfreundliche Verkehrsplanung im Hinblick auf Funktionalität, Verlässlichkeit und anwenderfreundliche Systeme zu sensibilisieren. Unreflektiert eingebaute, hochgradig technologisierte Entwicklungen können nämlich durchaus neue Barrieren aufbauen, statt diese zu vermeiden. Veronika Wandt studiert Wirtschaftsingenieurwesen. Sie hat im steifen und beschwerten Alterssimulationsanzug unter anderem festgestellt, wie beschwerlich es ist, von niedrigen Sitzen im Bus aufzustehen, wie schwer die Orientierung fällt, wenn Hinweisschilder ein zu kleines Schriftbild und zu wenig Farbkontrast aufweisen. Und die Veranstaltung verfehlt ihre Wirkung auf die Ingenieure von morgen anscheinend nicht. Wie Tim Wildemann hat auch Veronika Wandt schließlich festgestellt: "Oft frage ich mich nach dieser Erfahrung beim Anblick öffentlicher Einrichtungen: Ist das eigentlich barrierefrei?" Die Veranstaltung war so erfolgreich, dass sie nun verstetigt werden soll. Außerdem werden die Arbeitsergebnisse in wissenschaftlichen Postern dargestellt und sind vom 9. 2. bis 20. 2. 2009 im Lichthof der TU Berlin ausgestellt.

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 2/2009

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