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Studium & Lehre

Touristenmagnet durch Heilpflanzen

Montag, 14. Juli 2008

Studierende wandeln das fränkische Dorf Nagel in ein Kräuterdorf um

Kräuterdorf
Mit Kräutern wie Kamille (o.) und Johanniskraut (u.) will die Projektgruppe das Dorf Nagel (im Hintergrund) ins Gespräch bringen
Lupe [1]

Kennen Sie Nagel? Das wird sich ändern. Denn die kleine Gemeinde im Fichtelgebirge hat so einiges vor: Nagel will Kräuterdorf werden. Studierende der TU Berlin unterstützen den Ort darin, sich zum Touristenmagneten unter dem Oberbegriff "Heilkräuter-Wellness" zu entwickeln.

"Ich bin ganz zufällig auf das Thema gestoßen", sagt Dr. agr. Dipl.-Geoökol. Friederike Lang. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Bodenkunde des Instituts für Ökologie [2] stammt aus Nagel. Im Gemeindebrief las sie darüber, dass ihr Heimatort Kräuterdorf werden möchte. "Rund um Nagel gibt es viel Natur, die jungen Menschen ziehen dennoch weg, weil es wenig Arbeit gibt", charakterisiert Friederike Lang die Situation in Nagel. Die Idee mit dem Kräuterdorf begeistert nicht nur sie, sondern auch ihre Studierenden. Ursprünglich nur als eine Etappe im Rahmen einer Exkursion eingeplant, ist der Ort inzwischen zum äußerst beliebten Studienprojekt für Landschaftsplaner und Landschaftsplanerinnen im Grundstudium geworden: Von 40 Interessenten konnten nur 17 Teilnehmer und Teilnehmerinnen berücksichtigt werden.

Ende vergangenen Jahres schauten sich die Studierenden vor Ort um, untersuchten Böden, bestimmten ohnehin natürlich in dem Gebiet vorkommende (Heil-)Kräuter und interviewten die Nagler. Im Frühsommer dieses Jahres waren alle Erkenntnisse ausgewertet und in konkrete Planungen und Karten umgesetzt. In dem 500 bis 600 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Gebiet dominieren saure Böden auf Granit: bodensaure Magerrasen. Sie sind seit dem Mittelalter durch Einwirkung des Menschen entstanden. Der Mensch hat die zuvor dort heimischen Wälder abgeholzt. "Die Wirkstoffintensität von Heilkräutern", erläutert Friederike Lang, "ist stark von der Qualität des Bodens abhängig." Rund um Nagel gedeihen so wichtige Heilkräuter wie Arnika (Wundheilung), Beerwurz (Verdauung) und Johanniskraut (Nerven).

Die Studierenden schlugen den Naglern während ihrer Abschlusspräsentation vor, drei Gärten zu realisieren, die von einem Kräuterpfad verbunden werden. In einem "Bauerngarten" könnten sich die Besucher über Küchenkräuter informieren, die dort seit Jahrzehnten kultiviert werden. Ein naturnaher Garten würde anschaulich machen, welche Naturkräuter in der Umgebung vorkommen. Von einem "Zeitgarten" würden die Besucher lernen, wie sich die Kräutervielfalt im Verlauf der Epochen verändert hat. Gesamtziel des vom Studienprojekt vorgeschlagenen Entwicklungskonzeptes ist die Aufwertung des natürlichen und kulturellen Erbes der Region.

Gemeinderat und Bürgermeister seien begeistert gewesen, ein Kräuterverein habe sich unterdessen gegründet und viele Gemeindemitglieder stehen der Idee positiv gegenüber. Die Mittel, die zur Umsetzung der Ideen nötig sind, wurden im Rahmen des LEADER-Förderprogramms der EU beantragt. Vor einer Woche kam die Meldung über die Bewilligung des Antrages in Nagel an. Die ersten Schritte der Entwicklung zum Kräuterdorf sind damit gesichert.

Andrea Puppe / Quelle: "TU intern", 7/2008

"TU intern" Juli 2008

  • Online-Inhaltsverzeichnis [3]
  • Hochschulzeitung "TU intern" - Juli 2008 [4]
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